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Antisocial

Info

OT: 
Antisocial

Jahr: KAN 2013
R, B: Cody Calahan
B: Chad Archibald
K: Jeff Maher
M: Steph Copeland
D: Michelle Mylett, Cody Ray Thompson, Adam Christie, Ana Alic

Quelle: DVD (Mad Dimension). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als ihr Freund mit Studentin Sam (Michelle Mylett) via Freundschaftsportal „The Social Redroom“ Schluss macht, ist diese nicht begeistert. Sie löscht kurzerhand ihren Account und begibt sich abends zu ihrem Bekannten Mark (Cody Ray Thompson), um sich auf seiner Silvester-Party zu zerstreuen. Neben ihr und Mark sind bereits drei weitere Gäste da: der Nerd Jed (Adam Christie) und das Pärchen Steve (Romaine Waite) und Kaitlin (Ana Alic), das selbst zum Poppen das Smartphone am Start hat.
Doch es liegt Unheil in der Luft, denn in den Nachrichten sowie im Netz häufen sich Meldungen über weltweite, bizarre Gewaltausbrüche und unerklärliche Selbstmorde, deren Anzahl geradezu exponentiell steigt. Als dann auch noch Marks Hütte von einem Amokläufer attackiert wird, den Steve kurzerhand durch das geschlossene Fenster auf der Straße zu letzten Ruhe bettet, fangen die Fünf an, sich im Haus zu verbarrikadieren. Und bereits kurz darauf sammelt sich ein rasender Mob auf der Straße.
Es häufen sich die Indizien, dass ein unbekanntes Virus Ursache des seltsamen Treibens ist, das dazu über „The Social Redroom“ übertragen zu werden scheint. Auch die kleine Hausgemeinschaft leidet bald unter galoppierendem Mitgliederschwund.

Zitate

Zitate:
Kaitlin: „Oh, Mann, Lynette wurde wegen Mordes verhaftet. Soll ich sie löschen?“ (Nach Checken der neuen Posts im Freundschaftsportal)

Sam: „Wir kriegen das hin.“ (Hauptsache, eine gute Bohrmaschine ist am Start ;-))

Die Kritik des Gunslingers:

Dass Cody Calahan sich von seinem Landsmann David Cronenberg inspirieren lässt, ist absolut nicht verwerflich. Es gibt wahrlich schlechtere Inspirationsquellen. Der Dave springt an allen Ecken und Enden dieses Low-Budget-Horrorstreifens hervor: Inhaltlich lassen sich etwa Parallelen zu „Videodrome“ ziehen; rein optisch kommen ab und an dessen Vorlieben beispielsweise für das *hust* Auflösen körperlicher Strukturen hervor.
Calahan wählte für sein Setting die Form eines Kammerspiels: 90 Prozent der Handlung spielen in Marks Haus mit einem zahlenmäßig eng begrenztem Cast. Verbindungen zur Außenwelt existieren nicht mehr über die traditionellen Medien: Radio, Fernsehen und auch das Telefon im eigentlichen Sinn haben ihre Bedeutung für Kommunikation und Informationsaustausch nahezu vollständig ans Netz abgetreten. Zwischenmenschliches fackelt man fast ausschließlich über die sozialen Netzwerke ab, für die hier „The Social Redroom“ steht. Totale Vernetzung.
Damit einher gehen auch ein ethischer Verfall – Menschen, Freunde gar sind ausschließlich „Kontakte“ in irgendwelchen Listen – sowie der Verlust von Respekt gegenüber dem Nächsten. Jeder macht in seinen Postings den Dicken, schimpft und pöbelt, was er sich in einer
Von-Angesicht-zu-Angesicht-Situation kaum trauen würde.
Calahan transportiert sein extrem kritisches Bild von den allgegenwärtigen (A)sozialen Medien, in denen jeder immer online ist und die keine Geheimnisse oder zumindest Privatsphäre dulden, in einem effektvollen Horrorstreifen. Zwar wird erst gegen Ende munter gesplattert, doch auch im ersten Teil ist der Film alles andere als das Hintergrundrauschen zum Sekundenschlaf. Der Streifen baut behutsam und schrittweise eine Atmosphäre auf, die erst geprägt ist von staunendem Unbehagen und sich zur nackten Angst steigert. Optisch sind vor allem die Situationen klasse umgesetzt, in denen die Protagonisten realistische Halluzinationen erleben als erstes Anzeichen ihrer Infektion.
Eine feine Überraschung und Tipp für Genrefreunde.

Rating: $$$$

Splatter:

7/10

 

 

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