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Info

OT: 
The Babadook

Jahr: AUS/KAN 2014
R, B: Jennifer Kent
K: Radek Ladczuk
M: Jed Kurzel
D: Essie Davis, Noah Wiseman, Hayley McElhinney, Barbara West

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Ausgerechnet, als er seine Gattin Amelia (Essie Davis) zur Entbindung kutschieren will, erleidet Oscar einen tödlichen Unfall. Sechs Jahre später lebt Amelia, die als Altenpflegerin arbeitet, mit Sohn Samuel (Noah Wiseman) weitgehend zurückgezogen von der Außenwelt. Außer zu Amelias Schwester Claire (Hayley McElhinney) und zur an Parkinson leidenden Nachbarin Gracie (Barbara West) bestehen kaum private Kontakte.
Samuel hat inzwischen eine panische Angst vor Monstern entwickelt, der er beispielsweise mit dem Basteln diverser Abwehrwaffen beikommen will. Damit eckt er auch in seiner Schulklasse an, denn Pfeilkatapulte beispielsweise sind hier nicht gern gesehen. Und auch sonst will niemand etwas mit dem offensichtlich gestörten jungen Mann zu tun haben.
Abends hat sich bei Amelia und Samuel das immer gleiche Ritual herausgebildet: Absuchen des Terrains nach Monstern, Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte. Eines Tages hält Samuel seiner Mutter ein Beiden unbekanntes Buch vor die Nase: „Mr. Babadook“ ist ein skurriles Pop-up-Machwerk mit grausligen Reimen um ein Monster, das man nie wieder los wird, hat man es erst einmal herein geholt. Und schon bald gerät das fragile Miteinander von Amelia und Samuel total aus den Fugen.

Zitate

Amelia: „Das ist nur ein Buch. Es kann dir nichts tun.“

Samuel: „Warum mögen mich die Menschen nicht?

Prue (Cathy Adamek): „Hallo, Samuel. Wie geht es dir?“ – „Ich bin ein bisschen müde von den Drogen, die mir Mum gegeben hat.“ (Au, Backe und das vor der Jugendamts-Tante (Zwinkern))

Amelia: „Lass mich rein, du Stück Scheiße!“ (Hier wirft man die antiautoritäre Erziehung offensichtlich komplett über Bord)

Die Kritik des Gunslingers:

Das Langfilmdebüt von Jennifer Kent ist weniger ein reiner Horrorfilm als vielmehr ein Drama um Schuld und unbewusstem Hass, garniert mit klassischen Gruselelementen. Auch wenn sie es nie zugeben würde, wirft Amelia ihrem Sohn unbewusst vor, am Tode des Mannes/Vaters Schuld zu sein. Sie ist zerrissen zwischen Liebe und Hass, der immer mal wieder durchbricht. Das wiederum färbt auf den Sohnematz ab, der Neurosen und Ängste entwickelt, die es schwer machen, mit ihm klar zu kommen. Das gilt übrigens auch für den Zuschauer *lach. Der Babadook ist dabei ein sehr persönliches Monster, das jeden heimsucht, der ihm im Unterbewusstsein eine Tür öffnet.
Der Streifen ist klassisch aufgebaut, verzichtet im ersten Drittel komplett auf Horrorelemente. Es geht um die Charakterexposition der beiden Protagonisten: die einsame, überforderte Amelie, die perfekt funktionieren möchte und Samuel, der sich selbst die Schuld daran gibt, keinen Vater zu haben, alles richtig machen will und seiner Umwelt gehörig auf den Koffer geht. Später dreht man kräftig an der Spannungsschraube, baut behutsam, nach geradezu schulbuchmäßig Atmo auf. Nächtliche Geräusche, seltsame Vorkommnisse – erst noch potenziell natürlichen Ursprungs, später immer unerklärlicher.
Völlig übermüdet verliert Amelia zunehmend die Bodenhaftung. Sie lebt in einer Mischwelt, in der der Realitätsgehalt abnimmt zugunsten von erschreckenden Traumbildern und Visionen, dem aufkeimenden Wahnsinn geschuldet. Oder ist’s tatsächlich der Babadook? Dabei löst sich der eh schon nur mühsam zu bewältigende Alltag auf. Amelia und Samuel verbringen die Tage im abgedunkelten, verriegelten Haus, in dem die Angst regiert. Dabei macht man sich gar nicht mehr die Mühe, nach außen hin Normalität zu verkaufen. Amelia, die auf Außenstehende nur noch durchgeknallt wirkt, hat ihren Job verloren; Samuel geht nicht mehr zur Schule. Das ist wirklich toll gemacht – Hut ab auch vor den beiden Hauptdarstellern.
Der Film verwurstet Elemente aus klassischen Vorbildern wie „Shining“, „Der Exorzist“ oder auch „Poltergeist“ zu etwas ganz Eigenem. Er erzeugt Schrecken aus sich selbst heraus und verzichtet komplett auf heutzutage oft genreübliche Rummelplatzeffekte. Was ihn wahrscheinlich wiederum für einen bestimmten Teil des Horror-Publikums unattraktiv machen dürfte.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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