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Bloodbath

Info

OT: 
Mar negro

Jahr: BRA 2013
R, B: Rodrigo Aragāo
K: Marcelo Castanheira
M: diverse
D: Tiago Ferri, Kika Oliveira, Walderrama dos Santos, Cristian Verrardi

Quelle: DVD (Mad Dimension). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Nacht für Nacht fahren Cavalo (Tiago Ferri) und Peroa (Markus Konka) raus aufs Meer, um für einen Hungerlohn zu fischen. Doch diese Nacht ist alles anders: Nicht nur holen den Beiden ein menschenähnliches Fischmonster raus, das ihnen sofort an die Wäsche will, auch der gesamte Fang ist verseucht. Wissense aber nicht (wink). Nachdem sie sich mit Mühe und Not des marinen Fleischfressers erwehrt und mit zum teil heftigen Blessuren den Heimathafen erreicht haben, liefern sie ihre kärgliche Beute beim fetten Bootseigner Alfredo (Fonzo Squizzo) ab.
Der verhökert nun die Fische weiter, deren Verzehr die Leute zu mordgierigen Zombies mutieren lässt. Das beeinträchtigt später auch die Eröffnungsfeier des Dorfpuffs der Transe Madame Ursula (Cristian Verrardi) nicht unbeträchtlich: Nach Eröffnung der Feierlichkeiten kommt irgendwann endlich doch Sand oder besser Mettgut (wink) ins Getriebe, als eine wachsende Zahl von Fisch-Zombies über die Party-People herfällt. Da können Ursula mit ihrer Gatling oder die Bolero-Sängerin Isidora (Mayra Alarcon) mit der Machete ihres leider irrtümlich vor Ursulas Wumme geratenen Leibwächters Oso (Augustin Tapia) nur noch draufhalten.

Zitate

Otto (Alfonso Alirou): „Ich wird’ dir ein wenig Geld geben. Damit kannst du in den Puff gehen und ein wenig Spaß haben. Du kannst doch nicht ständig neue Laken kaufen.“ (Na, das nenn’ ich mal gelebte Fürsorgepflicht eines aufmerksamen Arbeitgebers)

Nutte: „Ich bin die einzige hier, die gern fickt und krieg’ keinen Kerl.“

Gast beim Zombiemassaker: „Was für eine scheiß Eröffnungsfeier.“

Gast: „Ihr Mörder! Ihn einfach so zu erschießen!“ – Ordner: „Hey, das ist unser Job.“

Ursula: „Von jetzt an fickt keiner mehr Madame Ursula!“ (Mit ’ner Gatling in der Faust lässt sich vortrefflich schwadronieren)

Die Kritik des Gunslingers:

Da, wo sich seriöse Gorebauern mit Grausen abwenden, schauen wir gerne noch mal hin. Das gilt auch für vorliegenden brasilianischen Splatter-Streifen, der, sagen wir, nichts Wesentliches zum Filmklassiker-Kanon beitragen kann, doch dafür kräftig am Trash-O-Meter dreht. An dieser Stelle können wir daher rasch Punkte wie Qualität von Cast, Plot, Atmo oder Kameraführung abhaken. Gibt es nämlich nicht, liebe Freunde. Die Kamera kantet sich durch immer neue Schrägperspektiven, in denen sich *hust* überforderte Darsteller durch Bretterkulissen grimassieren. Nicht schlimm, wenn der Rest stimmt und Laune macht.
Der Streifen erweist einschlägigen Werken Referenz, bei denen er sich munter bedient, ohne aber im Entferntesten in deren Qualitätsregionen vorzustoßen: vom „Der Schrecken vom Amazonas“ über „Die Vögel“, „Die Nacht der lebenden Toten“ und „Braindead“ bis zu „From Dusk till Dawn“. Da macht schon allein das Wiedererkennen Spaß, ist aber auch ein Problem des Streifens, der vor lauter Kotaus seine Geschichte(n) nie richtig in den Griff kriegt. Der Rhythmus stimmt zudem einfach nicht. So kommt es im Mittelteil zu einem massiven Ölverlust, als sich der Film auf die *äh* sehr eigenwillige Puff-Eröffnung konzentriert und den Zombieplot nahezu völlig aus den Augen verliert. Spätestens mit einer kruden Satanismus-Szene, in der ein schwarzmagisch begabter Albino (Walderrama dos Santos) seine von Zombies gefällte Geliebte (Kika Oliveira) wiedererwecken will, lässt man die Zügel völlig schießen.
Eine recht große Bandbreite decken die handgemachten – ein ganz klarer Pluspunkt – Gore-Effekte ab: Die reichen von gelungenem Creature-Design bis zu einem offensichtlich aus Gummi hergestellten Zombie-Vogel, der ab und an durchs Bild hüpfen darf, und etliche Mettgutseleien, meist eher weniger überzeugend (wink).
Damit sind wir natürlich auch bereits beim eigentlichen Unterhaltungswert des Streifens und der heißt TRASH. Das geht los mit den Kulissen: So ist der noch jungfräuliche Dorfpuff, für dessen Aufbau Chef-Transe Ursula laut eigenem, aufgeregtem Gegacker Jahre brauchte, nur eine Art Schuppen, der die dann gezeigten Zimmer Lügen straft. Die Eröffnung hat fast schon psychotronische Qualitäten: Man nehme nur das völlig sedierte Musiker-Duo, die dauerquarzende Puff-Köchin Jolanda (Margareth Galv
āo) und den eher partykellerartigen Festraum. Dazu gibt’s später eine Menge nackter Zombie-Frauen, Macheten-, Knüppel- und Gatling-Action und Satan leibhaftig, um nur einiges zu nennen. Ich finde überdies, dass Szenen, in denen ein Zombie-Buckelwal über den Strand robbt oder ein zombifizierter Rochen über den Bartresen zappelt, von nachgeradezu erhabener Schönheit sind. Und nicht zu vergessen, die doof-derbe Synchro: Wenn bei der Club-Sause im Hintergrund irgendwer „vier Bier fürs Sägewerk“ bestellt oder ein Statist über den Stoff der Nutten-Leggins labert: „Ist das nicht Spantex?“, ist das schon ganz große Kunst (wink).
Nennt mich flach, nennt mich beschränkt oder wie auch immer. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit habe ich mich auch dank einer feinperligen Pilsette weitgehend gut unterhalten gefühlt.

Rating: $$- (Trash: $$$$-)

Splatter:

8/10

 

 

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