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Castle of Horror

Info

OT: 
Castle of Horror

Jahr: D 2010
R,B:
Günther Brandl, Helmut Brandl
R:
Monika Brandl
K:
Helmut Brandl
M:
Herwig Sider, Michael Donner
D:
Oliver Schießl, Maria Schießl, Günther Brandl, Markus Riedl

Quelle: DVD (Blacklava / Brandl Pictures). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Auf einem spanischen Hügel prunkt ein riesiges Schloss, unbewohnt, mit dazu sinistrer Vergangenheit. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte es einem Grafen (Markus Riedl) gehört, der auf eigene Faust und nach Gutdünken Inquisition veranstaltete, bis es selbst der Kirche zu bunt wurde. Ebendahin verschlägt’s nun die Backpacker Jaime (Günther Brandl) und Carletta (Maria Schießl) in der Hoffnung, sich eine Schlossführung durch’s Gemäuer angedeihen zu lassen. Als sie mit schwindendem Tageslicht das Schloss betreten, gibt’s zwar keine Führung, wohl aber vier weitere Besucher, die unabhängig voneinander das Gebäude aufsuchen. Da’s verschärft dämmert, verbringen die Sechs die Nacht in der Burg.
Am nächsten Morgen ist das Hallo groß, als der Zugang zum Burggelände verschwunden ist und es keinen Weg hinaus mehr zu geben scheint. Zur Wohlfühlatmo bei tragen auch nicht die Erinnerungen von Gruppenmitglied Vincente (Oliver Schießl), der das Schloss bereits sieben Jahre zuvor besucht hatte: Damals war der Bau allerdings noch total verfallen, während er nun nachgeradezu vorbildlich in Schuss ist. Nachdem eine weitere Leidensgenossin (Katrin Rau) die Gruppe komplettiert hat und partout kein Ausgang zu finden ist, machen sich die Besucher bereit für die nächste Nacht. Allerdings wird es immer deutlicher, dass das Schloss doch nicht so ganz leer steht, und seine Bewohner eine orgiastische Party planen, zu der alle herzlich eingeladen sind.

Zitate:

Verhörscherge (Martin Faltermeier) zur Delinquentin: „Habt wenigstens Mitleid mit Eurer unsterblichen Seele, wenn Ihr schon kein Mitleid mit Eurem Körper habt!“ (Da knirscht’s schon kräftig im Gebein)

Die Kritik des Gunslingers:

Wir sind immer froh, wenn wir Lebenszeichen erhalten von unabhängigen Filmschaffenden, zumal, wenn sie sich mit so viel Herzblut dem Genrefilm verschrieben haben wie die Familie Brandl. „Castle of Horror“ ist bereits ihr 44. (!) Streifen, was man der recht aufwändigen Produktion auch anmerkt. Besonders in der technischen Ausführung, seien es Kameraarbeit, Maske und auch und insbesondere der häufig elektronische Score vergisst es der geneigte Zuseher schon mal, dass es sich bei dem Film um ein ambitioniertes Amateur-Projekt mit – euphemistisch ausgedrückt - limitiertem Budget handelt.
Optisch wirklich schön gelungen ist das Finale, das dem Streifen eine ähnliche Richtung verleiht, wie sie tendenziell beispielsweise schon Hershell Gordon Lewis mit seinem „Two Thousand Maniacs“ einschlug. Mehr spoilern möchte ich an dieser Stelle nicht. Der Handlungsablauf ist zuerst immer wieder unterbrochen durch Szenen aus der Historie des Schlosses, die ein Familiendrama um Unschuld, Gier und moralische Verwerfungen erzählen. Anfangs klar separiert, vermischen sich diese Ereignisse aus dem 17. Jahrhundert im Verlauf immer stärker mit der Gegenwart, bis sie die Protagonisten einholen.
Vieles ist dabei wirklich gut gemacht: die Hexenquälereien etwa oder der alptraumhafte Embryo, mit dem Marcella (Monika Brandl) niederkommt. Und streckenweise baut sich auch dank des Scores eine schön gruselige Atmosphäre auf.

Nicht unerwähnt lassen, will ich ein paar Schwächen: Warum beispielsweise liegt das Schloss in Spanien? Das ist angesichts von Landschaft und deutlich bajuwarischem Zungenschlag der Darsteller schlichtweg unglaubwürdig. Eine Verortung in Deutschland wäre meiner Meinung nach möglich und sinnvoller gewesen. Deutlich angeklebte Bärte, das sichtbare Zungenpiercing einer Barock-Adligen oder auch der Ehering beim Klosterbruder sind dagegen eher kleine Sünden. Stärkstes Manko: Der Film ist mit einer Spieldauer von zwei Stunden schlichtweg zu lang geraten. Dadurch ist etwa die Suche nach dem Ausgang aus der verfluchten Burg schwer zerdehnt. Besonders in den Kostümszenen, die übrigens auch von der Ausstattung nicht immer überzeugen, sind einige der Darsteller schlichtweg überfordert, weil sie zu viel Text bewältigen müssen. Sehr gut hat mir hier allerdings der salbungsvoll folternde Martin Faltermeier gefallen.

Rating: $$$$ von $$$$$ Fandollars

Splatter:

5/10

 

 

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