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Deep in my Mind

Info

OT: 
Deep in my Mind

Jahr: D 2011
R:
Günther Brandl, Helmut Brandl, Monika Brandl
B:
Günther Brandl
K:
Helmut Brandl
M:
Michael Donner, Herwig Sider, Kevin McLeod
D:
Günther Brandl, Vlasto Peyitch, Carolina Rath, Timo Tirado

Quelle: DVD (Brandl Pictures / Blacklava). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Für Versicherungsvertreter Elliott Davis (Günther Brandl) neigt sich ein weiterer Scheiß-Tag dem Ende entgegen. Mit aufziehender Erkältung in den Bronchien und seinen nervenden Boss am Telefonohr beschließt er, fürs Erste Feierabend zu machen.
Das Hotel „Desdemona“ ist die Absteige der Wahl, und zwar einfach deswegen, weil’s im näheren Umkreis nix anderes gibt. Davis checkt ein und indem er vom schnauzbärtigen Portier Harry (Timo Tirado) den Schlüssel in Empfang nimmt, gibt er seinen Verstand am Tresen ab. Von nun an spielt Zeit keine und die Realität nur noch eine untergeordnete Rolle: Visionen, Träume und seltsame Begegnungen nehmen Davis’ Verstand zunehmend in Beschlag und untergraben seine mentale Gesundheit. Die bisher fest geordnete Welt, seine sicher geglaubte Identität gehen den Bach runter und machen Platz für etwas Neues … etwas sehr unschönes Neues.

Zitate:

Elliott: „Scheiße, ich bin wirklich krank.“

Die Kritik des Gunslingers:

Der Streifen gilt als Herzblutprojekt der Brandl-Familie: Nahezu seitdem die Geschichte von Elliott Davis vor inzwischen fast zehn Jahren in ihrer ersten Fassung herauskam, stand schon das Remake im Raum. Mit Filmen wie dem bereits ausnehmend wohl geratenen, thematisch verwandten "Straße nach Nirgendwo“ bereiteten sie das Terrain weiter vor, um jetzt endlich nach fast zwei Jahren Drehens mit ihrem fast 1:1-Remake ihres eigenen „Deep in my Mind“ in die Vollen zu gehen.
Das lang angekündigte, selbst postulierte „Meisterwerk“ ist im Endergebnis tatsächlich in die Nähe eines Solchen geraten, wenn wir die Amateurklasse betrachten: Visuell inspiriert von den Skurrilitäten eines David Lynch, inhaltlich abgeschmeckt mit Psycho-Stoff wie James Mangolds „Identität“ legen die Brandls ein optisches und ideenreiches Feuerwerk vor, das im Amateur-/NoBudget-Bereich seinesgleichen sucht. Geradezu opulent umgesetzt – märchenhaft, roh, brutal – ist dieser Film eine Horror-Reise in die Abgründe der Seele, ohne Rückfahrticket.
Auch schauspielerisch ist der Film das Beste, was die Brandls bisher abgeliefert haben. Ich ziehe in diesem Zusammenhang einmal mehr den Hut, und zwar diesmal vor Günther Brandl, der nicht nur die Story schrieb und den Streifen skriptete: Seine Performance ist einfach überzeugend. Gute Ausstrahlung, der Mann. Darüber hinaus finden zunehmend Profis den Weg in tragende Rollen bei den Brandl-Produktionen, was den Filmen zugute kommt. So ist hier beispielsweise zum ersten Mal Vlasto Peyitch zu sehen, der TV-Erfahrung vorweisen kann, und Eldrid Remy ist ebenfalls in einer kleinen Rolle wieder dabei. Neu an Bord ist die Schauspielerin und Regisseurin Carolina Rath. Auch dieser Brandl-Film überzeugt durch einen klasse Elektro-/Piano-Score aus dem Hause Donner und die souveräne Kamera Helmut Brandls. Genauso souverän erlaube ich mir, kleinere Schwächen untern Tresen zu kehren ;-) sowie die Tatsache, dass die Geschichte ab dem letzten Drittel nahe am Overkill – optisch, psychisch – vorbeischrammt: Hier war die Geschichte weitgehend auserzählt, so dass sich der Film eher als Trip-Erfahrung weiterzieht.
Ich denke, mit diesem Streifen haben die Brandls für sich selbst endgültig die Messlatte hochgeschraubt, sich aber auch an einen Scheideweg begeben: Es ist die Frage, ob alle alten Weggefährten – vor allem vor der Kamera – dem Anspruch zukünftig werden folgen können. Die Zeit der bis zu 20 Rollen pro Darsteller und angeklebten Bärte ist jedenfalls unwiederbringlich vorbei.

Rating: $$$$$ von $$$$$ Fandollars

Splatter:

4/10 (trotz reichlich Marmelade oder so was ähnlichem ;-))

 

 

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