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Draculas Blutnacht

Info

OT: 
The Return of Dracula
AT:
The Curse of Dracula

Jahr: USA 1958
R:
Paul Landres
B:
Jack MacKenzie
M:
Gerald Fried
D:
Franz „Francis“ Lederer, Norma Eberhardt, Ray Stricklyn, Hans „John“ Wengraf

Quelle: DVD (Mr. Banker/Sun)

 

Inhalt

Graf Dracula (Francis Lederer) ist mal wieder auf der Flucht vor seinen pfählebewehrten Häschern. In einem Zug, der eine Reihe von Auswanderern in Richtung Hafen bringt, killt der Graf den Maler Bellac Gordal (Norbert Schiller). Gordal wollte nach Amerika rübermachen und in Kalifornien bei der Familie seiner Kusine Cora Mayberry (Greta Granstedt) unterkommen. Nun findet sich halt der blutdürstige Adlige als Bellac in der kalifornischen Provinz ein, während der echte Bellac ein schattiges Plätzchen am Bahndamm bezieht.
Da die Mayberrys den Cousin seit Kindertagen nicht mehr gesehen haben, kommt Dracula mit seiner Scharade problemlos durch. Allerdings macht das seltsame Verhalten des zurückhaltenden "Verwandten" stutzig, der die Tage in einem anscheinend mit Trockeneis gekühlten Sarg in einem aufgegebenen Bergwerk verbringt. Lediglich die aparte Rachel (Norma Eberhardt), Tochter der Familie mit ebenfalls künstlerischer Ader, fühlt sich seelenverwandt mit dem verschrobenen „Bellac“.
Doch wie der Mensch lebt auch der Vampir nicht von Luft und Liebe allein, und so kommt es bald zu rätselhaften Todesfällen von Mensch und Tier, die nach Aufklärung schreien. Während Dracula versucht, auch Rachel auf die dunkle Seite zu ziehen, haben die Vampirjäger aus Europa Witterung aufgenommen und befinden sich unter Führung des resoluten John Merriman (John Wengraf) im Anmarsch.

Zitate:

Dracula:
„Sollte mein Verhalten ungewöhnlich erscheinen, so liegt das daran, dass meine Aufgabe eine höhere ist, als zu versuchen, Akzeptanz in dieser nutzlosen Welt zu finden.“

„Es gibt nur eine Realität: Das ist der Tod.“

„Das Fleisch ist eine Illusion.“


Merriman: „Jennie Blakes Seele muss befreit werden." – Whitfield (Gage Clarke): „Aber wie denn?“ – „Durch einen Holzpfahl … mitten in ihr Herz.“ (Was die Frage aufwirft: Kann man eine Seele überhaupt pfählen? ;-))

Die Kritik des Gunslingers:

Recht unbekannte US-Version des Dracula-Stoffs, die zeitgleich mit dem Hammer-Ur-Dracula 1958 herauskam. Doch im Gegensatz zu letzterem wählte der vorliegende Streifen eine komplett andere Herangehensweise.
So verzichtet „Draculas Blutnacht“ aufgrund des erkennbar schwer limitierten Budgets komplett auf Gothik-Atmo und aufwändige Kostüme, sondern verlegte Zeit und Ort der Handlung kurzerhand in das 50er-Jahre-Amerika. Aussehen und Länge sind also eher auf das jugendliche Autokinopublikum gebürstet als auf den "seriösen" Kinogourmet ;-). Dementsprechend „entschlackt“ tritt uns auch der Vampirfürst entgegen, der anstelle des traditionellen Looks, inklusive der dekorativ gebleckten Beißerchen, eher wie ein „klassischer“ Gangster gegenübertritt. Der gebürtige Tscheche Francis Lederer macht hier seine Sache als Alternative zur Lugosi-/Lee-Fraktion auch ohne Fangzahn-Machismo erstaunlich gut. Man muss sich allerdings erst einmal an dessen gegerbte Trockenpflaumen-Optik gewöhnen *Lach*. Ebenso verzichtet der Film komplett auf die üblichen Szenen, in denen der Vampir am Hals eines schönen Weibes nuckelt: Hier wird ganz prosaisch entweder Off-Screen gekillt, oder die Vampirin erscheint auch schon mal als bissiger Hund, der dem Opfer ganz unromantisch an die Wäsche geht.
Aufgrund seiner Machart kann man dem Streifen fast schon eine unterschwellige politische Botschaft unterstellen, die gut in das Kalter-Krieg-Amerika der 50er-Jahre mitsamt Anti-Kommie-Hysterie passt: Einwanderer aus dem Osten versucht mit Hilfe manipulierter Einheimischer eine Terrorzelle aufzubauen. Vielleicht ist auch nicht umsonst die einzige Farbe in dem ansonsten schwarzweiß gehaltenen Film das rote Blut der gepfählten Vampirin. Aber das ist reine Spekulation, meine Lieben.
Der Film ist für seine schmalen Produktionsbedingungen erstaunlich rund und unterhaltsam. Da verzeiht man technische Unzulänglichkeiten, wie die Nachtaufnahmen, die offensichtlich tagsüber gedreht wurden. Und auch für den Trashfan gibt’s hin und wieder was zu sehen: Ich denke da beispielsweise an die im Nachthemd heranrauschende Vampirin.

Rating: $$$$- (Trash: $$$)

Splatter:

2/10

 

 

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