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Frankenstein

Info

OT: 
Frankenstein

Jahr: USA 1931
R: James Whale
B: Garrett Fort, Francis Edwards Faragoh
K: Arthur Edeson
M: Bernhard Kaun
D: Colin Clive, Mae Clarke, Boris Karloff, John Boles
 
Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Henry Frankenstein (Colin Clive) war bis vor kurzem hoffnungsvoller Medizinstudent. Nun hat sich der Exzentriker von der Uni verabschiedet und sich in ein Laboratorium in einem alten Wachturm zurückgezogen. Von hier aus streicht er mit seinem buckligen Diener Fritz (Dwight Frye) des Nachts über Friedhöfe und Richtplätze, um Leichen einzusammeln: frisch Verscharrte und gerade Gehenkte.
Diese bilden das Rohmaterial, sozusagen die Ursuppe, um seinen Traum zu verwirklichen: Leben zu schaffen. Nachdem Fritz aus der Uni noch ein Gehirn entwendet hat – durch einen blöden Unfall leider die Denkschwarte eines Schwerverbrechers – ist alles bereit fürs Finale. Und das verläuft erfolgreich: In einer stürmisch-gewittrigen Nacht erwacht die selbst zusammengebastelte Fleischpuppe (Boris Karloff) zum Leben.
Doch die Kreatur erweist sich als alles andere als vollkommen: zwar mit Bärenkräften ausgestattet, aber geistig auf dem Stand eines kleinen Kindes. Als das „Monster“ in einem Akt der Notwehr den fiesen Fritz über die Klinge springen lässt, beschließen Frankenstein und sein alter Lehrer Dr. Waldman (Edward van Sloan) den Tod von Henrys unglückseliger Schöpfung. Aber die Kreatur erweist sich unerwartet harter Hund und kann entwischen, muss dafür aber Waldman den Hals umdrehen. Dann verursacht sie ungewollt auch noch den Tod der kleinen Maria (Marylin Harris), und die Treibjagd ist eröffnet.

Zitate

Dr. Waldman: „Herr Frankenstein interessiert sich ausschließlich für menschliches Leben. Erst soll es sterben, dann will er es neu erschaffen. Das ist Frankensteins wahnsinniger Traum.“ 

Die Kritik des Gunslingers:

Eigentlich war Robert Florey („Die Bestie mit den fünf Fingern“) für die Regie von „Frankenstein“ ausersehen, der sich weniger an die Romanvorlage als vielmehr an einer Theateradaption orientiert. Doch nachdem Florey bereits ein Konzept entwickelt hatte, übertrug Universal die Regie überraschenderweise an James Whale, einen talentierten Newcomer. Da Bela Lugosi, gerade super erfolgreich mit „Dracula“ unterwegs, keine Lust hatte, das Monster zu spielen, holte Whale den Theaterschauspieler Boris Karloff für die Rolle. Der war im Film bisher nur in kleinen Parts zu sehen gewesen, zumeist als Schurke.
Heraus kam der erste der legendären Universal-Monsterfilme und einer der Urväter der Mad Scientists, deren skrupelloser Forscherdrang übelste Folgen hat. Zwar wirkt der Streifen aus heutiger Sicht besonders aufgrund der weitgehend fehlenden Musik etwas in die Jahre gekommen, doch entfaltet er nach wie vor ein unheimliches Flair. Mal abgesehen vielleicht von dem etwas ausgewalzten, romantischen Nebenplot und Frederick Kerr, der als Henrys Vater für eher störende, knorrige Komödienelemente zuständig ist, hat der Film fast alles richtig gemacht.
Geradezu mustergültig ist beispielsweise die Einführung des Monsters: Im Vorspann taucht der Name des Darstellers gar nicht auf – er ist durch drei Fragezeichen ersetzt. Dann dauert es über eine halbe Stunde, bis die Kreatur nach mehr als einer halben Stunde endlich sichtbar wird. Und auch das ist inszeniert wie ein langsamer Trommelwirbel: erstes Auftauchen im Schatten des Türrahmens, nächste Einstellung eine Rückenansicht, da sich das Monster wegdreht, und erst dann wird das Gesicht in mehreren Shots gezeigt. Großartig gemacht.
Boris Karloff macht seine Sache einmal mehr ganz fantastisch: Er schafft es, das Monster mit Tiefe und Seele auszustatten und Mitleid zu erwecken – ohne ein Wort. Ähnlich gelungen ist das beispielsweise auch bei „King Kong“. Die Kreatur ist weder böse noch gewalttätig: Sie ist naiv, neugierig wie ein kleines Kind, das auf Entdeckertour ist. Eine der vielen tollen Szenen ist die mit der kleinen Maria, die lange Zeit geschnitten war. Maria tritt dem Monster unvoreingenommen entgegen, sie spielen kurz zusammen, indem sie gemeinsam Blumen in einen Teich werfen. Als das Monster keine Blumen mehr hat, nimmt es Maria auf den Arm und wirft sie spielerisch ins Wasser. Die Kleine ertrinkt, und die Kreatur verlässt entsetzt das Geschehen.
Die Atmo – der Film entstand fast ausschließlich im Studio – ist toll. Fantastische Kulissen, teilweise durch den deutschen Stummfilm inspiriert. So wie auch der absurd kurze Stock des buckligen Fritz eine Reminiszenz an den Expressionismus ist. Die Maske von Karloff, die jedes Mal Stunden brauchte, ist bis heute stilprägend. Jack Pierce, Maskenbildnerlegende bei der Universal, verpasste den Horrorstreifen des Studios das gewisse Etwas – siehe auch „Die Mumie“. Sehr häufig arbeitete er bis Mitte der 30er-Jahre für Boris Karloff, der wie auch Regisseur James Whale mit „Frankenstein“ den Durchbruch schaffte.

Rating: $$$$$-

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