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Geheimnis der Todesinsel, Das

Info

OT: 
La Isla de la Muerte

Jahr: SP/D 1967
R, B:
Mel Welles
B:
Mel Welles („Ira Meltcher“), Ernst v. Theumer ("Mel Welles")
K:
Cecilio Paniagua
M:
Anton Garcia Abril
D:
Cameron Mitchell, Francisco Martinez Celeiro (“George Martin”), Elisa Montez, Rolf v. Nauckhoff

Quelle: VHS (Taurus)

 

Inhalt

Eine einsame Insel im Mittelmeer, bewohnt nur noch vom spleenigen Baron v. Weser (Cameron Mitchell) und seinen Domestiken, lockt mit botanischen Besonderheiten, die der Baron nun kleinen Touristengruppen zugänglich machen möchte. Schon bald landet die erste Reisegruppe am schönen Gestade, doch steht die Tour unter keinem guten Stern.
Bereits auf dem Weg zum herrschaftlichen Anwesen macht Chauffeur Alfredo (Ricardo Valle), abgelenkt durch die zudringliche Industrieellengattin Cora (Kai Fischer) auf dem Beifahrersitz, den mit schwärenden Malen übersäten Koch des Barons (Mike Brendel) platt, der vor die schwere Limo torkelt. Der Baron selbst entpuppt sich als fanatischer Botaniker, der Pflanzen mit Strahlung und mehr zuleibe rückt sowie dubiose Neuzüchtungen fleischfressender Gewächse herstellt.
Schon am nächsten Tag sind zwei weitere Opfer zu beklagen, die beide des nächtens ihres kompletten Blutes verlustig gegangen sind. Telefonleitungen zum Festland und das Ruderboot des Barons sind selbstredend unbrauchbar, und der Aderlass des Grüppchens ist noch nicht beendet. Die Schauergeschichten, die sich um die Insel ranken, deren Bewohner allesamt aus Angst vor Vampiren das Weite suchten, lassen die Laune der (noch) Lebenden auch nicht wirklich steigen.

Zitate:

Baron v. Weser haut ein paar Nettigkeiten raus:

Zu seinen Gästen:
„Die Natur bringt nicht nur herrlich anzuschauende, wohlriechende Blumen hervor. Die Natur ist oft auch hässlich und tödlich.“

Zu seinen Meerschweinchen:
„Na, habt ihr etwa Angst? Ihr habt noch nichts zu befürchten. Ein paar Tage habt ihr noch. Dann kommt eure große Stunde.“

Zu seinem Diener Baldi (Mike Brendel), der das nächste Opfer beseitigen soll:
„Baldi, bring ihn weg: Er bekommt ein nettes Grab. Er war ein feiner Mann.“

Zu seiner Lieblingspflanze:
„Hör zu, mein Schätzchen, mein Baby: Ich kann nicht ohne dich leben und will es auch nicht. Ich bitte dich, mein Baby, nimm mich mit! Lass mich nicht allein zurück!“

Die Kritik des Gunslingers:

Euro-Horror, bei dem erst einmal das Kuddelmuddel auf dem Regiestuhl auffällt. Als Regisseur ist „Mel Welles“ kreditiert: Sowohl der Amerikaner Mel Welles, Drehbuch unter dem Pseudonym „Ira Meltcher“, als auch Ernst Ritter von Theumer, der ebenfalls am Buch mitschrieb, produzierte und als Regisseur unter dem Alias „Mel Welles“ wohl häufiger in Erscheinung trat als der wahre Mel Welles, waren am Set. Ist ja eigentlich auch wurscht.
Der Streifen präsentiert sich als langsame Mixtur aus Schauerkrimi à la Edgar Wallace, Mad-Scientist-Grusel und Vampir-Horror und hat neben seiner löchrigen Zehn-kleine-Negerlein-Geschichte etliche Schwachpunkte. So ziehen sich einzig der Amerikaner Cameron Mitchell als forschender Freak und Mike Brendel als gruseliges Faktotum achtbar aus der Affäre, während der Rest des Casts dagegen leider ziemlich abstinkt. "George Martin" bollert hilflos durch die Sets, und Elisa Montez darf häufiger in Ohnmacht fallen. Die dauerknipsende Matilde Munoz Sampedro soll die komischen Kontrapunkte setzen, doch letztlich ist man nur froh, wenn sie endlich - viel zu spät - ins Gras beißt oder umgekehrt (wink). Zweitens ist die Location schlicht und ergreifend völlig unrealistisch: Anstatt über ein kleines sumpfiges Eiland, schweift des Betrachters Blick über weitläufige hügelige Landschaften, was Klaustrophobie und damit Horror gar nicht erst zulässt.
Am Ende wird aber Gott sei Dank noch der Trash-Turbo zugeschaltet: Da wären zum Beispiel die plärrenden Opfer, die händeringend und Haare raufend so lange stehen bleiben, bis sie der schlängelnde Pflanzen-Vampir auch tatsächlich erwischt. Das erinnert an die Monster aus meinetwegen 30er-Jahre-Streifen, in denen schwerfällige Kreaturen ihre viel flinkeren, doch offensichtlich dusseligen Opfer IMMER in aussichtslose Ecken treiben. Und mal ehrlich gefragt: Gibt es aus Sicht eines potenziellen Opfers dankbarere Gegner als blutsaugende Bäume? Sehr schön auch Baldi, der Pappmachée-Steine-schleudernd und augenrollend auf dem ruinösen Kirchendachstuhl stehenbleibt bis er endlich darunter begraben wird. Oder die Verfolgungsjagd Drahtesel gegen Luxus-Limo.

Rating: $$+ (Trash: $$$$)

Splatter:

2/10

 

 

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