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OT: 
Incident in a Ghostland

Jahr: F/KAN 2018
R, B: Pascal Laugier
K: Danny Nowak
M: Todd Bryanton, Georges Bonkott, Antonio D’Amario
D: Emilia Jones, Taylor Hickson, Mylène Farmer, Crystal Reed

Quelle: DVD (Capelight). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Pauline (Mylène Farmer) zieht mit ihren beiden halbwüchsigen Töchtern Beth (Emilia Jones) und Vera (Taylor Hickson) in das Haus ihrer verstorbenen Tante, um einen Neuanfang zu finden. Leider liegt das verschrobene Anwesen mitten in der kanadischen Provinz, sehr zum gesteigerten Verdruss der quirligen Vera. Ihre Schwester Beth hingegen, die sich in ihrer Freizeit als Autorin von Schauergeschichten im Stil von H.P. Lovecraft versucht, ist auf den ersten Blick fasziniert von der mit Krimskrams vollgestellten Butze.
Doch lange haben die Schwestern eh keine Zeit, ihren Zickenkrieg zu pflegen: In der ersten Nacht bereits überfallen zwei Perversos (Rob Archer, Kevin Power) die Kleinfamilie und gehen ihr heftig an die Wäsche. Nur der beherzte Einsatz von Frau Mamá mit Messer und Glasscherbe rettet allen das Leben. Äh, natürlich nicht allen (Zwinkern).
Jahre später ist Beth (Crystal Reed) tatsächlich eine erfolgreiche Verfasserin von Horrorromanen, mit denen sie sich ihr Trauma von der Seele schreibt. Eines Tages ereilt sie der telefonische Hilferuf ihrer Schwester (Anastasia Phillips), die mit Mutter Pauline nach wie vor in dem besagten Haus lebt. Beth macht sich auf die Socken und ist entsetzt über Veras desolaten körperlichen und geistigen Zustand. Sie entschließt sich, ein paar Wochen zu bleiben, auch aus schlechtem Gewissen heraus. Aber die Vergangenheit ist auch für sie noch nicht ausgestanden und kehrt vehement zurück. Allerdings ganz anders, als von Beth erwartet.

Zitate:

Vera: „Mom, hier drin riecht’s nach alten Frauen.“ – „Hier drin riecht’s nach Schimmel, Vera.“ – „Sag‘ ich doch.“

Beth: „Gott, seh‘ ich beschissen aus.“

Beth: „Vera, hier IST niemand.“ (... dann schau besser nochmal richtig hin (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Pascal Laugier ist hierzulande noch vor allem durch seinen „Martyrs“ bekannt. Doch auch bei diesem, seinem vierten Streifen macht er vieles, wenn auch nicht alles richtig. Von Beginn an zieht die creepige Atmo des Hauses in ihren Bann. Das verstorbene Tantchen hatte zu Lebzeiten jede Menge Puppen angehäuft. Die bevölkern nun die Butze bis unters Dach: viele davon mechanisch, etliche dazu schauerlich anzusehen. Hier ist der italienische Giallo nicht fern: Regisseur Langier ist ausgewiesener Fan von Dario Argento.
Dazu ist das Haus per se schon reichlich verbaut: Gänge, Treppen, dunkle Nischen, ein großer Keller schaffen die richtige Bühne für die schauerlichen Geschehnisse. Klassische Jump-Scares wie die auf einmal losratternde Puppe, verfehlen hier ihre Wirkung nicht, auch wenn sie für den erfahrenen Zuseher erwartbar sind. Das erste, ruhige Drittel des Streifens, in dem wir die Protagonistinnen etwas näher kennenlernen, endet mit dem Überfall als erstem schrillem Höhepunkt. Nachdem wir heftiger Inhouse-Gewalt-Body-Action zuschauen durften, mündet der Film wieder in sanfteres Fahrwasser: Wir begleiten die erwachsene Beth (Crystal Reed) in ihrem Schriftstellerdasein.
Den dritten Teil leitet dann ein wirklich fieser Twist ein, und damit endet gleichzeitig die stärkste Phase des Streifens. Jetzt geht’s auf der anderen Seite aber richtig ans Eingemachte: Zwar gibt’s jetzt keine nennenswerten Überraschungen mehr, doch dafür jede Menge 70s-Slasher-Atmo, wenn auch ohne zu viel physische Gewalt. Nicht neu, aber gut gemacht und mörderisch unterhaltsam (Zwinkern).
Zusammengefasst überzeugt mich der Streifen vor allem in seiner ersten Hälfte, die vom großartigen Setting lebt. Dazu kommen ein erstklassiger Score und ein prima Sounddesign. Horror pur. In der deutlich schwächeren zweiten Hälfte bietet der fast barock ausgestattete Süßigkeiten-Verkaufswagen der beiden Fieslinge eine großartige Kulisse, die leider viel zu selten auftaucht. Insbesondere die beiden Darstellerinnen der jungen Beth und Vera liefern amtlich ab, und auch die Sängerin Mylène Farmer als Pauline hat mir gut gefallen.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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