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Gier

Info

OT: 
Gier

Jahr: D 2009
R:
Helmut Brandl, Günter Brandl, Monika Brandl
B:
G.B., H.B.
K:
G.B.
M:
Michael Donner
D:
H.B., M.B., Martin Eherer, Katrin Rau

Quelle: DVD (Brandl Films / Wide World Entertainment). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als Adrian Perkins (Helmut Brandl) auf dem Flughafen das stille Örtchen aufsuchen muss, stellt er fest, dass das Örtchen so still leider gar nicht ist. Auf dem Herrenklo nämlich fällt ihn ein Freak (Martin Faltermeyer) an, der ihm nicht nur an die Wäsche, sondern vor allem an den Hals geht. Adrian entkommt mit knapper Not und stellt an sich kurze Zeit später einschneidende Veränderungen fest: Lichtempfindlichkeit, nächtliche Schlaflosigkeit, keine Lust mehr auf feste Nahrung abseits von rohem Fleisch.
Dann gesellen sich zur vermeintlichen Grippe noch eine unstillbare Gier auf Blut sowie ein Ruhepuls von 0, und für Adrian liegen die Dinge klar. Da Katzenblut bekannterweise recht nährstoffarm ist, sieht er sich gezwungen, in die nächstgelegene Großstadt umzuziehen, um ohne Furcht vor Entdeckung seinen Blutyieper am menschlichen Objekt zu stillen. Seine vorwiegend weiblichen Opfer findet er auf Bahnhöfen, dem Straßenstrich, in Clubs oder Pornokinos, im Junkie-Milieu und später auch im Internet. Doch nun ist der Vampir des Tötens müde.
Das ist zumindest die Geschichte, die Adrian der Psychologin Helen (Monika Brandl) erzählt, die er eines Tages mit Bitte um Soforthilfe aufsucht. Die lässt sich nach anfänglicher Skepsis von der blut- und sexdampfigen Geschichte einfangen und findet bald tatsächlich Hinweise, dass Adrian mehr ist als bloß ein paranoider Spinner.

Zitate:

Iwan (Martin Eherer): „Alter, du bist echt heftig!“ (Adrian hat gerade seine Freundin Jeanne (Katrin Rau) um die Ecke gebissen)

Die Kritik des Gunslingers:

Moderner Horrorthriller aus der niederbayerischen Brandl-Schmiede, der für meinen Geschmack jedoch zu stark auf dem eigentlichen Horrorplot herumreitet. Die Geschichte hätte eine noch größere Kraft entwickeln können, hätte sich der Streifen mehr auf die Interaktion Adrian/Helen und die daraus resultierenden Gewissenskonflikte der Ärztin konzentriert. Wie etwa die Medizinerin auf die Enthüllungen des mutmaßlichen Vampirs reagiert, was diese in ihr auslösen, das bleibt leider etwas nebulös. So sehen wir eine reichliche Latte von blutigen Morden, die eher an einen Slasher gemahnen, denn an vampirische Freuden und die sich zudem zwangsläufig wiederholen. Leider wird auch Iwan, der zwischenzeitlich als Adrians voyeuristischer Komplize und irgendwie Kumpel auftaucht, als Charakter nicht ausgeleuchtet. Als letztes, und damit bin ich auch schon fertig, macht der Streifen den Fehler, seine Handlung zu verorten: Wenn Autos durchs Bild fahren, die deutlich sichtbar PAN – also Rottal-Inn – auf dem Nummernschild tragen, ist Montreal als Ort der Handlung schlichtweg unglaubwürdig.
Ihr seht schon, liebe Gemeinde: Es gibt einiges zu Kacken. Doch dass ich mir dafür überhaupt die Mühe mache, soll euch auch zeigen, dass die Brandls mit „Gier“ einen richtig gut gemachten Streifen vorgelegt haben, der's wert ist, sich mit ihm zu beschäftigen, weil er definitiv in der No-Budget-Indie-Oberklasse spielt. Der Rhythmus passt, die Kameraarbeit ist souverän, die Atmo überzeugend, auch dank des Scores von Michael Donner, der mal einen elektronischen Teppich legt, mal sparsam mit Piano, Geige und Schrammelgitarre daherkommt. Dazu bieten Helmut Brandl und seine Schwester Monika, die den Film weitgehend tragen, durchweg überzeugende Leistungen. Und noch eins zeigt sich an diesem Streifen, etwa verglichen mit seinem Nachfolger „Castle of Horror“, überdeutlich: Gerade im No-Budget-Bereich sollte man auf budgetstrapazierendes Kostüm-Chi-Chi verzichten, um an Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit zu gewinnen.

Rating: $$$$+ von fünf Fandollars

Splatter:

kunstblutige 5/10

 

 

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