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Gruft der lebenden Leichen, Die

Info

OT: 
La Vergine de Norimberga

AT:
Das Schloss des Grauens

Jahr: I 1963
R, B:
Antonio Margheriti („Anthony Dawson“)
B:
Edmond Gréville („Edmund Greville“); Ernesto Gastaldi („Gastad Green“)
K:
Riccardo Pallotini („Richard Palton“)
M:
Riz Ortolani
D:
Rossana Podestà, Georges Rivière, Christopher Lee, Anny Degli Umberti

Quelle: DVD (Koch)

 

Inhalt

Eigentlich residiert das Ehepaar Burt (George Rivière) und Mary Garson (Rossana Podestà) in London, doch gelegentlich zieht’s Burt aufs Land. Hier nämlich hat er ein Schloss erstanden, um das er sich regelmäßig kümmert. Eines Tages nun besucht Mary den Gatten zum ersten Mal auf dem Anwesen und verbringt gleich eine schlaflose Nacht: Es tobt ein veritables Unwetter, als Mary – geweckt durch Frauenschreie – in einer ollen Eisernen Jungfrau eine nackte, um ihre Augen erleichterte Frauenleiche findet.
Am nächsten Tag versuchen Bedienstete und Gatte Burt der Geschockten das Ereignis als „bösen Traum“ zu verkaufen. Eine Leiche gibt’s selbstredend auch nicht. Doch Mary lässt sich nicht einwickeln und geht auf Spurensuche: Hier stößt sie auf die Geschichte des Vorbesitzers des Schlosses, eines Sadisten, der 400 Jahr zuvor sein Hobby zum Beruf gemacht hatte und als Richter bevorzugt Frauen über den Styx schickte und das ziemlich blutig. Ist der Verblichene etwa zurückgekehrt, wie es ihr die Gesinde-Chefin, Miss Maureen (Anny Degli Umberti), weis machen will, deren These ein durchs Schloss geisternder Kapuzenmann stützt, der sich gerne an Frauen vergreift. Oder gibt’s am Ende eine weltliche Erklärung für die Geschehnisse, wofür der effektive Einsatz eines Steakmessers spricht, das Mary dem ihr zu nahe tretenden Unhold nachts darauf beherzt in den Griffel rammt. Doch der anfängliche Mord war nicht das Ende der Fahnenstange.

Zitate:

Mary: „Ein Gespenst, das blutet, gibt es nicht.“ (wohl wahr … oder doch nicht?)

Die Kritik des Gunslingers:

In seinem ersten Horrorstreifen reiht sich Antonio Margheriti ein in die europäische Horrorfilmtradition der Marke Hammer oder auch eines Mario Bavas. Bereits die ersten Einstellungen, die vor den Credits laufen, atmen reinen Gothic-Horror: In wehendem, weißen Nachthemd durchstreift die aufgeschreckte Mary mit flackernder Kerze die ihr unbekannten Hallen des Schlosses, draußen donnert’s und blitzt’s, Fenster springen auf, eine Frau schreit von irgendwo her. In einem rot dominierten Raum stehen Rüstungen, Kostüme, alte Folterwerkzeuge, am Kopfende die Eiserne Jungfrau, aus der Blut läuft. Mary öffnet die Jungfrau, Close-up auf die leeren Augenhöhlen der Leiche. Ein jazziges Saxophon setzt ein. Vorspann.
Zwar hält der Streifen dieses Niveau nicht über seine gesamte Länge, doch haben wir’s hier mit einem wirklich gelungenen Genre-Vertreter zu tun: gut ausgestattet, schön fotografiert von Margheritis Stamm-Kameramann Riccardo Pallotini und stimmungsvoll ausgeleuchtet. Damit kommt das Innere des Schlösschen mit seinen üppig ausgestatteten Kammern, Geheimtüren, winkligen Treppen und der spinnwebigen Gruft hervorragend zur Geltung. Riz Ortolanis Score lässt auch keine Wünsche offen: Er pendelt zwischen klassischer 6Ts-Orchesteruntermalung, jazzigen Zwischenspielen und schrillen Bläser-Crescendi.
Hinzu kommt die skurrile Schlossbesetzung: angefangen vom durch eine Kriegsverletzung gezeichneten, schroffen Verwalter Edward/Erich (Christopher Lee) bis zu Miss Maureen, die dem Mrs-Danvers-Typ zu entsprechen scheint, wenn ihr wisst, was ich meine ;-). Der guten und teilweise erstaunlich handfesten Umsetzung ist es zu danken, dass die diversen Ungereimtheiten in der Geschichte und das wirklich schräge Nazi-Ende nicht weiter ins Gewicht fallen.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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