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Info

OT: 
Haunter

Jahr: KAN 2013
R: Vincenzo Natali
B: Brian King
K: Jon Joffin
M:
Alex Kharkin
D: Abigail Breslin, Peter Outerbridge, Michelle Nolden, Stephen McHattie

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Lisa (Abigail Breslin) ist 15 und hat am nächsten Tag Geburtstag. Hätte müsste man korrekterweis‘ sagen, denn Lisa und ihre Familie erleben in Endlosschleife den immer gleichen Tag: irgendeinen Sonntag in den 1980ern. Während dies Eltern und der kleine Bruder Robert (Peter DaCunha) nicht bemerken, wird Lisa irgendwann wach. Sie stellt auch fest, dass es kein Entkommen aus dem Haus gibt. Denn draußen ist außer dichtem Nebel nichts, und alle Wege führen wieder zu der vertrauten Haustür. Zwar versucht sie jeden Tag, ihre Familie mit der Nase in die Scheiße zu stippen, aber die hält Lisa einfach für überspannt.
Also stellt sie Nachforschungen an. Sie bemerkt, dass sie und ihre Familie schon verdammt lange tot sein müssen, mutmaßlich Opfer des geisterhaften Serienkillers Edgar Mullins (Stephen McHattie). Eddie, ehemaliger Besitzer des Hauses, liegt nun bereits ebenfalls über 30 Jahre unterm Torf, kann aber den Körper von Lebenden in Besitz nehmen. Er treibt sich auch hier rum und lässt Lisa Warnungen inklusive kleiner *hust* Machtdemonstrationen zukommen, um ihre Neugier zu zügeln.
Eddie hat es auf die aktuell in „seinem“ Haus lebende Familie abgesehen, zu deren ältester Tochter Olivia (Eleonor Zichy) Lisa hin und wieder Kontakt herstellen kann. Genauso wie zu Frances (Samantha Weinstein), einem von Eddies Opfern aus den 1950er-Jahren, die sich ihres Schicksals erstmal nicht bewusst ist. Aber wie den Killer stoppen, der sein Werk bereits begonnen hat?

Zitate

Lisa: „Es ist immer der Tag, bevor ich 16 werde. Das ist ziemlich frustrierend.“

Eddie: „Hör auf, Türen zu öffnen, die geschlossen sein sollten.“

Lisa: „Was wollen Sie mir tun? Ich bin doch schon tot.“

Eddie: „Es ist immer wieder ein Genuss, dich zu töten.“

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Vincenzo Natali gelingt es, aus einer Vielzahl von Komponenten ein sämiges Tellergericht zu zaubern. Da ähnelt Filmemachen dem Zubereiten von Erbsensuppe: Es erfordert schon ein wenig Können, damit sich die einzelnen Bestandteile zu einem homogenen Ganzen fügen.
Von „Täglich grüßt das Murmeltier“ über „The Others“ bis zu „Nightmare on Elmstreet“ und „Shining“ hat sich das Buch bedient. Dazu noch Grundsätzliches aus Spukhausstreifen und Besessenheitsthematik. Der Streifen verzichtet weitgehend auf sogenannte „Jump Scares“, ein Rummelplatzeffekt, gerne eingesetzt, um einer scheiß Geschichte etwas Rouge auf die Wangen zu zaubern. Vielmehr baut das Zusammenspiel aus starker Story, feiner Kameraarbeit und Ausleuchtung sowie einem weitgehend unauffälligem Score und unheimlicher Geräuschkulisse ein Gruselbettchen vom feinsten. Hier kann insbesondere Abigail Breslin in der Hauptrolle kräftig die Laken zerwühlen. Der Rest des sympathischen Casts steht rollenbedingt klar im Schatten der Hauptfigur.
Richtig toll gemacht ist der Einzug des Grauens in die vorhersehbare Monotonie der Zeitschleife. In den für Lisa sattsam bekannten Tagesablauf, in dem sogar immer die gleichen Dialoge gesprochen werden, mischen sich zusehends Störgeräusche, die nur ihr auffallen. Stimmen, die ihren Namen rufen, flackernde Glühbirnen, Geräusche, seltsame Änderungen im Verhalten ihrer Angehörigen. Immer wieder überschneiden sich die Zeitebenen, so dass sich Lisa beispielsweise auf einmal in der Gegenwart befindet und Olivia kontaktieren kann. Ein anderes Mal katapultiert sie der Fund eines alten Highschoolrings im Keller des Mordhauses 30 Jahre zurück. Hier begegnet sie Mullins‘ erstem Opfer, das nicht weiß, dass es schon lange tot ist.
Bis man als Zuschauer in der Spur ist, hat’s bei mir zumindest etwas gedauert – auch ohne Pilsette an der Gurgel *lach. Die Geschichte ist doch so komplex, dass man erst ein wenig dröseln muss, bis man den Plotfaden vor sich hat. Lohnt sich aber.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10