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Haus der blauen Schatten, Das

Info

OT: 
La Casa del buon Ritorno

Jahr: I 1986
R, B:
Beppe Cino
K:
Antonio Minutolo
M:
Carlo Siliotto
D:
Stefano Gambrini, Amanda Sandrelli, Lola Ledda, Fiametta Carena

Quelle: VHS (Ascot)

 

Inhalt

Luca (Stefano Gambrini) und seine Verlobte Margit (Amanda Sandrelli) schieben wenige Wochen vor ihrer Hochzeit noch einen Aufenthalt in dem Haus ein, in dem Luca weite Teile seiner Kindheit verbracht hatte. Das ländliche Anwesen steht zwar seit Jahren leer, ist aber ansonsten gut in Schuss. Luca selbst hat die Butze seit 15 Jahren nicht mehr betreten, genauer gesagt, seit dem Tod seiner geliebten Spielkameradin Lola (Lola Ledda), die damals vom Dach gestoßen worden war. Diesbezüglich hat Luca seine Festplatte im Kopf auch nahezu komplett gelöscht und somit keine detaillierten Erinnerungen mehr an seine Kindheit.
Doch mit Betreten des Hauses kehren die alten Phantome zurück, angestoßen durch Aljesha (Fiametta Carena), eine Jugendfreundin, die den beiden Turteltäubchen schon direkt bei der Ankunft ihre Aufwartung macht. Von da an setzt bei Luca eine schleichende Veränderung ein in Richtung, nennen wir es mal vorsichtig Merkwürdigkeit. Diese manifestiert sich vor allem an einer alten Kleiderpuppe, die er schrittweise mit Lolas im Haus noch reichlich vorhandenen Plünnen ausstaffiert. Dazu plagen ihn Visionen akustischer und visueller Natur, die sich insbesondere um Lola drehen und ihren späteren Tod.
So hat die gute Margit bald schon genug von den Marotten ihre immer übellauniger werdenden Verlobten. Als ihr dann auch noch ein Unbekannter an die Wäsche geht, dem sie nur mithilfe eines Rasiermessers entkommt, sucht sie fürs Erste das Weite. Das Gespenst Lola gewinnt nun immer mehr Macht über Luca, und auch Aljesha scheint nicht unbedingt an einer Erdung des abdriftenden Ex-Spezls interessiert zu sein.

Die Kritik des Gunslingers:

Wer sich hier ein gialleskes Schnetzelfest erwartet, ist definitiv auf dem falschen Dampfer. Stattdessen serviert Regisseur und Autor Beppe Cino einen ruhigen Grusler, der komplett auf Stimmung setzt und damit zumindest bei mir ordentlich punktet.
Die Atmo nimmt bereits beim ersten Betreten des Hauses durch das Liebespaar gefangen. Schön gemacht ist, wie sich Lucas langsames Verabschieden in den Wahnsinn auch durch kleine Äußerlichkeiten manifestiert, etwa die Kleiderpuppe, deren Outfit im Verlauf des Films immer kompletter wird oder auch Lucas äußerliche Veränderung. Dazu flicht das Buch immer wieder Rückblenden ein, die so in den Erzählfluss integriert sind, dass sich erst mit dem zweiten Blick offenbart, wenn sich die Realitätsebene wieder verschoben hat.
Schauspielerisch bewegt sich der Streifen zwar nicht in der Top-Liga, doch an der technischen Umsetzung gibt’s nicht viel zu mosern. Die Kameraführung, dazu Licht und Farbgebung, ist sehr gelungen und hält schon für sich ein gewisses Spannungslevel hoch. Dies unterstützt der Score mit kleinem Orchester, vorsichtig angereichert mit Synthie-Klängen und Chor sowie Trompete und Klarinette in Solo-Position. So kann es sich der Streifen leisten, die Blutkonserven weitgehend im Schrank zu lassen und auf Effekte zu verzichten.
Viele werden sagen: laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Ich halte dem entgegen: Hier wird gehobene Gruselkunst serviert, bei der auch das etwas dünne Ende zu verschmerzen ist.

Rating: $$$$-

Splatter:

1/10

 

 

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