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In der Gewalt der Riesenameisen

Info

OT: 
Empire of the Ants
AT:
Angriff der Nuklearmonster
Killer Termiten

Jahr: USA 1977
R, B:
Bert I. Gordon
B: Jack Turley
K: Reginald Morris
M: Dana Kaproff
D: Joan Collins, John David Carson, Robert Lansing, Pamela Susan Shoop

Quelle: VHS (Screentime), TV (Tele5)

 

Inhalt

Immo-Maklerin Marylin Fryser (Joan Collins) ist eine windige Welche: Zusammen mit ihrem Lover und Assistenten Charlie (Edward Power) versucht sie, dubiose Parzellen an einem öden Küsten-Sumpfstreifen, pompös „Traumküste“ genannt, an solvente Interessenten zu verscherbeln. Zu diesem Behufe chartert sie den Kahn von Captain Dan Stokely (Robert Lansing) und veranstaltet eine Besichtigungstour, kostenloses Besäufnis eingeschlossen, mit den Grundstücksbesitzern in spe. Doch entpuppen sich diese größtenteils mitnichten als reich oder gar investitionsfreudig: Die gute Marylin ist mit einem Haufen gescheiterter Existenzen, Alkis, armer Schlucker sowie einem barmenden Rentnerpaar unterwegs, die allesamt nur das Gratis-Animationsprogramm mitnehmen wollen.
Davon bekommen sie bald mehr als gedacht, denn an der „Traumküste“ braut sich atommüllinduzierter Ärger in Gestalt von mutierten und intelligenten Riesenameisen zusammen. Diese blasen zum Hallali auf unser schwindendes Grüppchen und treiben es durch die Sümpfe. Dabei fehlt den Ameisen aber der letzte Vernichtungswillen, denn sie verfolgen offensichtlich andere Ziele. Die Überlebenden erreichen zwar eine kleine Ortschaft, doch sind nur scheinbar in Sicherheit: Die örtlichen Behörden zeigen sich seltsam desinteressiert an der Ameisengeschichte, Mietwagen gibt’s nicht, die Telefonverbindungen nach außen sind tot, und auch die örtliche Zuckerfabrik hält eine unschöne Überraschung bereit.

Zitate:

„Da schleppt die `ne Schiffsladung dummer Schweine an und erzählt denen, hier sei das Paradies.“ (Arbeiter kommentieren Miss Frysers Geschäftsgebahren)

"Nicht gerade der beste Scotch, als Köder ganz schön billig." - "Seien sie ein wenig großzügig, sie zahlen ihn ja nicht. Und genau das reizt Velma und mich an solchen Ausflügen." (Butterfahrtromantik in Florida)

„Wenn wir jetzt großes Glück haben, meine Herrschaften, werden wir vielleicht einige der faszinierenden, wildlebenden Tiere, die hier leben, zu Gesicht bekommen.“ (Marylin)

„Nicht schlapp machen!“ (Auf der Flucht vor den Ameisen treibt Charlie das schwächelnde und weinerliche Rentnerpaar zur Eile an)

„Sie sind weg.“ (Letzte Worte von Rentner Harry (Harry Holcombe) an Gattin Velma (Irene Tedrow))

Die Kritik des Gunslingers:

Ein Bert-Gordon-Heuler, wieder mal nach einer Geschichte von H.G. Wells und wieder mal ein echter Trash-Spaß. Das Buch legt die Geschichte an wie die Katastrophenfilme, die zur gleichen Zeit Hochkonjunktur hatten: Zuerst kommt das etwas langatmige Exposée der einzelnen Beteiligten, was Gordon aus Kohlemangel allerdings nur im Dialog stattfinden lässt, wo andere auf Rückblenden setzen.
Dann geht’s an Eingemachte: Die Riesenameisen sind à la Gordonoise ins Bild gesetzt, also echte Ameisen abgefilmt, vergrößert und mittels Rückpro eingebaut, was nicht immer so richtig hinhaut. Putzig. Wahlweise kommen auch unübersehbar Miniaturmodelle zum Einsatz. Die subjektive Kamera schaut gerne schon mal durch eine Art umgedrehten Bierkasten, um den Blick durch die Facettenaugen zu simulieren. Die chargierenden Opfer indes fallen theatralisch über dünne Ästchen mit anschließender Knöchelverstauchung, verhaken sich mit ihren Plünnen im lichten Gestrüpp oder manövrieren sich selbst in ausweglose Sackgassen und lassen sich plätten.
Doch ist das alles auch schon viel schlechter und deutlich weniger unterhaltsam inszeniert worden.

Die Kritik des Sargnagels:

Bert "Vogts" Gordon gehört zu den klassischen Exploitern Hollywoods und muss eigentlich in einem Namenszug mit Roger Corman, Ed Wood jr., H. G. Lewis und Jack Arnold genannt werden. Die ersten 1 1/2 Jahrzehnte seines künstlerischen Schaffens widmete er sich dem Phänomen der "unnatürlichen Größenveränderung", d. h. er ließ Getier und Mensch nach Gusto entweder klein schrumpfen oder überdimensional aufblasen und garnierte den Trickfirlefanz aus dem Schneideraum mit Rahmenhandlung.
Ab Mitte der 60er wilderte er dann zwar vor allem anderen B-Genres - z.B. Mystik-/Hexen-Horror, Softsex und mit "Aus der Hölle gespuckt" sogar einen Revenge-Actioner - kehrte jedoch Mitte der 70er mit dem Aufkommen der Tierhorror-Welle für zwei Streifen zu seinen Wurzeln zurück. Traditionell übernahm er dabei wie sonst auch alle möglichen Pöstchen: Regie, Buch, Produktion, Effekte.
Beide überzeugen durch gnadenlos überalterte Postproduktions-Tricktechnik und billig-kitschigen Dialog- und Handlungssequenzen, im Gegensatz zur "Insel der Ungeheuer" wirken die Schauspieler bei den "Riesenameisen" allerdings professioneller und motivierter. Zumindest meint man, die ängstigen sich vor den Ameisen und nicht davor, sich in der unwirtlichen Prärie dreckig zu machen.
Sieht man vom langatmigen Intro ab (hätte echt keine zwei Minuten länger laufen dürfen...) schafft's die Streiflette wirklich, sich ohne größere weitere Längen bis zum Schluss durchzumogeln, auch wenn das schrecklich unbedrohliche Gezirpe der Ameisen mächtig auf die Klöten geht. Nach dem klassischen "10 kleine Negerlein"-Prinzip machen dann die vorhersehbaren Opfer (im Intro schon mit Mängeln wie Machismo, Abzockertum, Prahlerei und sonstigen verwerflichen Charakterzügen gebrandmarkt) mit laufender Spielzeit die Grätsche. Der hanebüchene Twist, mit dem das Schlussdrittel eingeleitet wird, ist natürlich ein Highlight für den Freund der offenen Kinnlade.
Auch wenn hier insgesamt im sanften Maße qualitativer gearbeitet wurde als beim Vorgänger, schmälert das nicht den Trash-Faktor.

Rating: GS $$- (Trash: $$$$$), SN $$ (Trash: $$$$$)

Splatter:

2/10

 

 

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