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Info

OT: 
It follows

Jahr: USA 2014
R, B: David Robert Mitchell
K: Michael Gioulakis
M: Rich Vreeland („Disasterpeace“)
D: Maika Monroe, Keir Gilchrist, Lili Sepe, Olivia Luccard

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Nachdem Jay (Maika Monroe) das erste Mal mit ihrem neuen Freund Hugh (Jake Weary) geknattert hat, ändert sich ihr Leben radikal. Nicht, dass sie sich beim Gerangel auf der Rückbank der Karre einen Hexenschuss holte, nein: Hugh betäubt seine Gespielin überraschend mit Chloroform.
Jay erwacht gefesselt an einen Rollstuhl und muss sich eine unglaubliche Geschichte anhören: Hugh habe durch die Vögelei einen Fluch an sie weitergegeben. Zukünftig werde „Es“ Jay verfolgen und zu töten trachten – so lange, bis Jay den Spuk an den nächsten Lover weiterreicht. Und selbst dann ist man nicht aus dem Schneider, denn erwischt „Es“ den letzten Verfluchten, wird es sich wieder dessen Vorgänger zuwenden. „Es“ kann dabei jede Gestalt annehmen und ist nur für die aktuellen und ehemaligen Träger des Fluchs zu sehen.
Als Jay die ersten unangenehmen Erlebnisse hat, ahnt sie, dass Hugh keinen Scheiß erzählt hat. Sie vertraut sich ihrer Schwester Kelly (Lili Sepe) und ihren Freunden an, die erst einmal Mühe haben, ihr zu glauben. Doch die Fakten sprechen für sich. Und so heißt es bald: Was tun?

Zitate

Hugh: „Geh‘ nie in einen Raum, der nur eine Tür hat.“

Jay: „Stimmt etwas nicht mit mir?“

Die Kritik des Gunslingers:

Hier hat David Robert Mitchell offensichtlich ganz tief den Hut gezogen vor John Carpenter und seinem Slasher-Klassiker „Halloween“. Nicht nur die formidable Kameraarbeit gemahnt phasenweise stark an den Carpenterstreifen. Besonders in den Szenen, in denen die Kamera beispielsweise in subjektiver Perspektive beobachtend vor einem Haus verharrt, oder durch Vorstadtstraßen streift, fühlt man sich an Michael Myers erinnert.
Auch die Musik, ein leise wummernder Elektroteppich, geht klar in die 80er-Jahre-Richtung. Ein sehr geschickter Schachzug von Mitchell, den hauptamtlichen Videospiel-Komponisten Rich Vreeland aka Disasterpeace um einen Score zu bitten. Denn dieser ist es auch, der bis zum Schluss die Spannung hält, auch als sich gegen Ende der über Plot und Kamera gebaute Grusel ein wenig rund zu schleifen beginnt.
Die unerbittliche und fein ausgetüftelte Ausgangsposition funktioniert famos, um sofort eine entsprechende Atmo aufzubauen. Die gnadenlose Verfolgung durch „Es“ – nie hektisch, da „Es“ weder rennt, noch Transportmittel benutzt – ist allein schon grauslich. Flucht ist aussichtslos, denn irgendwann taucht „Es“ wieder auf, zumeist nach wenigen Stunden. Darüber hinaus ist „Es“ für den Betroffenen leicht zu erkennen, weil es immer allein ist und direkt auf den Unglücklich zusteuert. Und du wirst „Es“ niemals wirklich wieder los.
Der Streifen nimmt sich viel Zeit, bevor es endlich „losgeht“. So kann der Zuschauer schon mal die Protagonisten kennenlernen und so die nötige Empathie entwickeln. Denn hier gibt es keine Charaktere vom Schlachtplattenreißbrett, sondern „normale“, sympathische Um-die-Zwanziger. Selbst Hugh, der für Jay den Stein ins Rollen bringt, ist kein Unsympath, sondern ein Getriebener, der aus höchster Not heraus handelt. Erwachsene tauchen lediglich als Staffage auf, manchmal auch als „Es“. Es ist also keine Hilfe zu erwarten.
Der Streifen liefert dabei keine Erklärung für „Es“. Geht’s um die Warnung vor Promiskuität, sexuell übertragbaren Krankheiten? Eher nicht, weil du durch deren Weitergabe keine Besserung erwarten kannst. Mitchell selbst gefällt wohl die Lesart am besten, dass man sich durch Sex eine gewisse Zeit lang von der Angst vor Tod und Verfall befreien kann. Angeblich ist ein Sequel geplant, das versucht, die Herkunft von „Es“ zu ergründen, den „Patienten 0“ sozusagen (Zwinkern).
Ist aber eigentlich auch recht egal. Unabhängig von allen Interpretationsversuchen bleibt ein klasse gemachter, effektvoller Gruselstreifen.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10