Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Livid - Das Blut der Ballerinas

Info

OT: 
Livide

Jahr: F 2011
R: Julien Maury, Alexandre Bustillo
B: Julien Maury, Alexandre Bustillo
K: Laurent Bares
M: Raphael Gasqua
D: Chloé Coulloud, Felix Moati, Chloé Marcq, Catherine Jacob

Quelle: DVD (Sunfilm). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Pratikantenjahre sind keine Herrenjahre. Aber das wusste die junge Lucie (Chloé Couloud) schon, bevor sie ein Praktikum bei einem ambulanten Pflegedienst begonnen hat. Zusammen mit ihrer resoluten Vorgesetzten Catherine (Catherine Jacob) klappert sie die häufig dementen Patienten ab und erweist sich als so patent wie menschlich.
Nur eine Patientin, die alte Madame Jessel (Marie-Claude Pietragalla), ist Chefinnensache. Doch Neugier ist auch eine Zier, und so stöbert Lucie erst auf dem verwilderten, parkähnlichen Anwesen herum, bevor sie wider der Anweisung das heruntergekommene Herrenhaus von Mme. Jessel betritt. Doch Catherine reißt ihr nicht den Kopf ab, sondern erzählt ihr kurz die Geschichte der seit Jahren im Koma liegenden, ehemaligen Tanzlehrerin. Und von den Gerüchten um einen Schatz, der irgendwo im Haus versteckt sein soll.
Nach Feierabend berichtet Lucie dies ohne Hintergedanken ihrem Freund William (Felix Moati), lässt sich aber von diesem breitschlagen, zusammen mit dessen Bruder Ben (Jeremy Kapone) in die Butze einzusteigen, um die wertvollen Pretiosen zu suchen. Der Einstieg durch ein unverschlossenes Kellerfenster gelingt reibungslos. Doch dann beginnt der Spaß, denn das alte Haus beherbergt allerhand Unerfreuliches. Als denn auch noch Mme. Jessel nicht mehr in ihrem Bett liegt und alle Ausgänge verschlossen sind, ist der unauffindbare Schatz das kleinste Problem des Trios.

Zitate

Lucie: „Bill, ich hab’ kein gutes Gefühl.“

William: „Das ist nichts … das Gebälk des Hauses arbeitet nur.“ (Lach)

Die Kritik des Gunslingers:

Hätte das auf heftige Stoffe spezialisierte Regieduo Maury/Bustillo seine zu Beginn an eingeschlagene Gangart beibehalten, wäre ein richtig guter Vampirstreifen herausgekommen. Doch leider kulminiert alles in einem recht seltsamen, wenn auch splattrigen Finale, in dem noch ein Mutter-Tochter-Konflikt, ein blutiger Identitätswechsel und eine Mädchenfreundschaft abgearbeitet werden.
Der Film beginnt „leise“, wie es so schön heißt ;-). Wir begleiten die beiden Frauen – Catherine und Lucie – auf ihrer Pflegetour, lernen Lucie und ihr Umfeld näher kennen. Sie selbst leidet unter Mutterverlust (Kurzauftritt: Beatrice Dalle) und dem Nachtschicht arbeitenden Vater. Ebenfalls nicht auf Rosen gebettet sind William und Ben, die ihren Eltern auf dem Fischerboot und in der familieneigenen Kneipe helfen müssen und die sich vom Schatz der alten Dame ein tragfähiges Sprungbrett in ein besseres Leben versprechen. Doch wir befinden uns schließlich nicht in einem Sozialdrama, sondern einem Horrorfilm. So gibt es also während der ganzen Zeit sachte Hinweise auf atmosphärische Störungen: zum Beispiel das „falsche“ Buch, das sich Lucie blind in der großen Bibliothek von Mme. Jessel auswählt, das Sankt-Elms-Feuer in der Heide, das dem Aberglauben nach Tod bedeutet, die unheimlichen Kinder, die sich zu Halloween maskiert haben. Und auch die so bodenständig erscheinende Catherine, die ihre Geheimnisse hat. Alles ist untermalt von einem ruhigen Score, den anfangs Streicher und Piano bestimmen.
Mit dem nächtlichen Betreten des Hauses geht die Geschichte in die nächste Runde: bizarre Rauminstallationen mit ausgestopften Tieren, eine offensichtlich präparierte, uralte Mädchenleiche, die im Tütü Ballerinaposition einnimmt, Mme. Jessel, die still auf ihrem Bett liegt, während die Beatmungsmaschine pumpt, laute Geräusche im weiten, dunklen Haus, die versperrten Fenster und Türen. Und zum Score gesellen sich jetzt zunehmend Elektrosounds.
Dann wird’s zunehmend körperlich, wenn ich das mal so vorsichtig ausdrücken darf, was für meinen Geschmack teilweise unnötig ist und ein wenig auf Kosten der Atmosphäre geht. Ich bin da eher Oldschool, liebe Gemeinde, und das Ende habe ich nicht so recht verstanden. Dennoch ein insgesamt sehenswerter Horrorstreifen.

Rating: $$$$

Splatter:

6/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien