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Mord in der Rue Morgue, Der

Info

OT: 
The Murders in the Rue Morgue

Jahr: USA 1971
R: Gordon Hessler
B: Christopher Wicking, Henry Slezar
K: Manuel Berenguer
M: Waldo de los Rios
D: Jason Robards, Herbert Lom, Christine Kaufmann, Michael Dunn

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Ende des 19. Jahrhunderts genießen die Pariser die gorigen Gruseltheaterstücke des Grand Guignol. In diesem Fahrwasser schippert auch das Theater von César Charron (Jason Robards), das die blutige Adaption der Poe-Geschichte „Mord in der Rue Morgue“ vor dem sensationslüsternen Publikum aufführt. Doch dann wird aus Show blutiger Ernst: Nach einer Aufführung findet sich einer der Schauspieler tot in der Garderobe wieder. Das Gesicht von Säure zerfressen.
Es soll nicht das letzte Säureopfer bleiben: Der unbekannte Killer ätzt sich durch aktuelle und ehemalige Mitglieder von Charrons Ensemble. Und rasch taucht ein Name auf: René Marot (Herbert Lom). René war einst Charrons Partner und Nebenbuhler um die Gunst der Mutter (Lilli Palmer) von Charrons aktueller Gattin Madeleine (Christine Kaufmann). Bei einem grässlichen Bühnenunfall vor zwölf Jahren kippte Muttern ihrem Galan unabsichtlich Säure ins Gesicht: Jemand hatte die Requisite ausgetauscht. Daraufhin soll Marot sie mit der Axt entleibt und sich danach selbst umgebracht haben. Madeleine, damals noch ein kleines Mädchen, hat die Erlebnisse komplett verdrängt und kann sich an nichts erinnern.
Ist Marot aber am Ende gar nicht tot und übt nun Rache an seinen alten Kollegen? Oder gibt es eine ganz andere Erklärung? Und was haben die immer wieder kehrenden Alptäume Madeleines zu bedeuten? Der ermittelnde Inspektor Vidocq (Adolfo Celi) tappt jedenfalls im Dunkeln.

Die Kritik des Gunslingers:

Ohne seinen „Hausstar“ Vincent Price kurbelte der Brite Gordon Hessler in Spanien eine weitere Poe-Adaption für American International (AI) herunter. Zumindest auf dem Papier, denn mit Poe hat die wüste Geschichte nur insoweit zu tun, dass eine Poe-Story auf dem Spielplan der im Mittelpunkt stehenden Theatertruppe steht. Bereits in den frühen 1960er hatte American International die farbenprächtigen und oft expliziten Poe-Verfilmungen von Roger Corman produziert und das sehr erfolgreich.
Und in der Machart steht der Hessler-Film klar in der Tradition der Vorgänger. Kräftige Farben, gerne von Blutlachen und eine voyeuristische Kamera, die lieber hinschaut als wegblendet. Das gilt für Horrorelemente genauso wie die bei AI obligatorischen erotischen Bestandteile, die gemessen an heutigen Maßstäben allerdings allenfalls als „schüchtern“ einzustufen sind. So rückt sie zum Beispiel die Säurewirkungen – zischend und dampfend – prominent ins Bild. Ebenso wie das Dekolleté von Maria Perschy, auf das der Killer nach ihrem Kurzauftritt leider einen ganzen Schwenker Säure entleert. Sausende Äxte, rollende Köpfe. Ganz Grand Guignol halt *lach.
Mit Poe hat das unterhaltsame Treiben allerdings nix zu tun. Viel näher steht hier beispielsweise „Das Phantom der Oper“. Das gilt sowohl für den Schauplatz, den Aspekt „Verstümmelung“ als auch für die Anlage der letztlich tragischen Hauptfigur. Rund zehn Jahre zuvor hatte Herbert Lom übrigens auch in der Hammer-Verfilmung des Phantom-Stoffs die Hauptrolle gehabt. Während er seine Sache hier ordentlich macht, ist Michael Dunn als mysteriöser Zwerg Pierre Triboulet wieder einmal großartig. Hatte einfach eine fantastische Ausstrahlung, der Mann.
Einen sehr großen Raum nehmen im Film die Traumsequenzen ein. Nahezu jede Nacht durchlebt Madeleine den gleichen Alptraum: Ein Maskierter mit gezogener Axt verfolgt sie durch ein Herrenhaus und den angrenzenden Park. Schräge Kamerawinkel, verfremdete Geräusche und Musik sorgen für echt europäische Gruselatmo. Das liegt wahrscheinlich auch an Stab und Cast, in denen vor allem europäische Kräfte zu finden sind. Alles in allem: kein großartiger Klassiker, aber ein amtlicher Versuch, der auch heute noch Spaß macht.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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