Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Nachts, wenn Dracula erwacht

Info

OT: 
El Conde Drácula
AT:
Il Conte Dracula (I)
Il Demone nero (I)
Dracula 71

Jahr: SP/D/I 1970
R, B:
Jesús Franco Manera
B:
Augusto Finocchi, Harry Alan Towers
K:
Manuel Marino
M:
Bruno Nicolai
D:
Christopher Lee, Herbert Lom, Klaus Kinski, Maria Rohm

Quelle: TV (Das 4.)

 

Inhalt

Ende des 19. Jahrhunderts begibt sich der angehende Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker (Fred Williams) im Auftrag seiner Kanzlei nach Transsylvanien. Hier soll er Graf Dracula (Christopher Lee) eine Rutsche Papiere überreichen: Der Graf nämlich ist seiner Heimat müde geworden und möchte sich gern mal wieder ein anderes Lüftchen um die Nase wehen lassen, sprich: nach London auswandern.
Kaum an seinem Bestimmungsort angekommen, stößt Harker bei der einheimischen Bevölkerung auf die übliche Mischung aus ängstlichem Geraune, Abneigung und schrecklichen Prophezeiungen. Schon bald geht Harker selbst die Muffe stärker als vor dem zweiten Staatsexamen, zumal sich sein Gastgeber dann tatsächlich als, nun ja, unheimlich entpuppt.
Bereits nach seiner ersten Nacht auf Schloss Dracula gibt der alptraumgeplagte Jurist mit Bisswunden am Hals und flatterndem Beinkleid Fersengeld und kommt erst in der Budapester Nervenklinik von Professor van Helsing (Herbert Lom) wieder zu sich. Kurze Zeit später kommen Harkers Gattin Mina (Maria Rohm) und deren Freundin Lucy (Soledad Miranda) voll Sorge um den verschütt gegangenen Liebsten nach Budapest und nehmen ebenfalls Quartier in Helsings Etablissement. Als Lucy ein letztlich final endendes Kröschen mit Dracula begonnen hat, der inzwischen die leerstehende Butze gegenüber der Klinik bezogen hat, findet sich auch ihr Verlobter Quincy Morris (Jack Taylor) ein.
Erst gilt es, die Seele der nun kindermordenden, untoten Lucy per Holzkeil und Spaten zu befreien. Anschließend geht’s unter Führung des durch weitreichende schwarzmagische Studien gestählten van Helsing auf große Vampirjagd.

Die Kritik des Gunslingers:

Der Versuch Jesus Francos, einen komplett unsleazigen Horrorstreifen zu drehen, vermag nicht so recht zu überzeugen. Während der erste Teil noch stringent und sogar atmosphärisch inszeniert ist, verliert der Film mit Auftauchen Jonathans in Budapest zunehmend seine Linie. Zwar gibt’s auch hier noch ab und an sehr atmosphärische Passagen, die vor allem in der Klinik spielen, doch generell plätschert die Geschichte bis zum schwachen Ende dahin. Als recht effektvoll empfand ich beispielsweise die elektronischen Sounds, mit denen die jagenden Fledermäuse unterlegt sind. Ab und an unterbrechen zudem noch gewisse Ungereimtheiten den einlullenden Fluss: So sitzt der gute van Helsing auf einmal im Rollstuhl: „Leichter Schlaganfall“ mummelt er vor sich hin. Aha. Kurze Zeit später springt er wieder ohne Rolli durch die Gegend.
Die Darsteller sind’s nicht, an denen der Streifen krankt. Erstaunlich beispielsweise, was Kinski aus seiner nahezu komplett sprachlosen Rolle als Renfield rausholt. So effektvoll Insekten zu fressen und aus dem Fenster zu starren, ist schon große Kunst. Und das meine ich komplett unironisch. Ebenfalls einer separaten Erwähnung wert ist Herbert Lom, der einen ungewohnten, aber glaubhaften Helsing gibt. Ansonsten gibt’s ein Wiedersehen mit den „üblichen Verdächtigen“ aus dem Franco-Dunstkreis von Paul Müller über Fred Williams und Jack Taylor bis hin zur wieder hinreißenden Soledad Miranda.
Den Schnitt besorgte übrigens Bruno Mattei, der im gleichen Jahr seine eigene Regiekarriere begann, die uns bis zu seinem Tod, 2007, allerhand Kuriositäten bescherte.

Rating: $$$ (dank des ersten Teils und mit viel Wohlwollen)

Splatter:

3/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien