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Night Stalker, The

Info

OT:
The Night Stalker

Jahr: USA 1972
R: John Llewellyn Moxey
B: Richard Matheson, Jeffrey Grant Rice (Story)
K: Michel Hugo
M: Bob Cobert
D: Darren McGavin, Simon Oakland, Claude Akins, Ralph Meeker, Charles McGraw, Elisha Cook jr., Carol Linley, Barry Atwater

Quelle: youtube

 

Inhalt

Für einen hartgekochten Straßenreporter der alten Schule ist Las Vegas nicht gerade ein pulsierendes Zentrum, in dem schlagzeilenträchtige Nachrichten gemacht werden. Carl Kolchak (Barry McGavin) war in jüngeren Jahren bei allen großen Gazetten an der West- und Ostküste angestellt, aufgrund seiner Großschnäuzigkeit und seines Starrsinns jedoch nie lange. Nun schreibt er öde Geschichtchen abseits des Glitzer-Glamours des "Strip". Als ihm eines Tages Redaktionsleiter Vincenzo (Simon Oakland) die Recherche über den Mord an einer Barfrau ans Schienbein nagelt, rechnet Kolchak wieder mit einer Routine-Nummer. Doch schon ein kleiner Smalltalk mit dem Pathologen weckt wieder die Instinkte des Spürhundes. Das Opfer soll nämlich einen sehr hohen Blutverlust erlitten haben, dabei wurde überraschenderweise keine Tatwaffe benutzt. Die Story hat zwar noch nicht genügend Fleisch, um gedruckt zu werden, doch kurz darauf geschieht ein zweiter, ähnlich gelagerter Mord. Wieder hat die Tote eine Menge Blut verloren und verdächtige Bissspuren am Hals. Während die Polente übernatürliche Gründe kategorisch ausschließt, dünkt Kolchak langsam, dass der Mörder es auf die Lebenssäfte seiner Opfer abgesehen hat: ein Vampir. Ein mysteriöser Diebstahl von Blutkonserven aus einem Krankenhaus stützt seine These. Doch weder bei Vincenzo noch bei den Ermittlungsbehörden fällt seine Vampirgeschichte auf fruchtbaren Boden. Kolchak bleibt nichts anderes übrig, als auf eigene Faust seiner Spur zu folgen, derweil sich in Vegas ausgelutschte tote Frolleins im Leichenschauhaus stapeln...

Zitate

Einige aufheiternde Bonmots von Kolchak:

"Good morning, slaves!"

"Don't look now, baby, but Kolchak's coming back in style."

"Victim No. 4: Mary Brandon. Showgirl. 25. 5 feet, 8 inches tall. 125 luscious pounds. Plus the weight of 12 pounds of bloodloss, of course."

"What do you want, Vincenzo? A testimonial from Count Dracula?"

Die Kritik des Sargnagels:

1972 entsprangen der Filmreihe "Movie of the Week" des amerikanischen Senders ABC die besten Streifen. Neben "Duell" von Spielberg wurde auch John Llewellyn Moxeys "The Night Stalker" zum Straßenfeger und heimste den Zuschauerrekord des Jahres ein.
Fürs Drehbuch zeichnete in beiden Streifen Richard Matheson verantwortlich, der beim "Night Stalker" auf die Vorlage von Jeff Rice zurück griff. Während Jungfuchs Spielberg das Skript mit dem dünnen Budget für damalige TV-Verhältnisse regelrecht experimentell umsetzte, spielte Moxey gekonnt seine langjährige Mattscheiben-Erfahrung aus und spulte die straighte Horror-Thriller-Story routiniert auf hohem Fernseh-Niveau ab. Dabei bediente er sich einiger erprobter Elemente wie z.B. den aus dem Off sprechenden Hauptdarsteller, der diverse Lecks in der Logik der Handlung stopft. Da Werbeeinblendungen während der Filme im Ami-TV anno 1972 schon gang und gäbe waren, baute Moxey zwischendurch entsprechend kleine Cliffhanger ein, erkennbar an der typischen Überblendung ins Schwarze. Was bei der Glotzenausstrahlung die Zuschauer auf dem Programm halten sollte, funktioniert auch in der werbefreien Fassung; die inhaltlich gesetzten Zwischenspitzen sorgen dafür, dass keine Längen aufkommen. OK, bei einer Spielzeit von gerade mal 75 Minuten sollte man das auch hinbekommen (wink).
Der Look des Streifens wirkt heutzutage allerdings schon ziemlich angestaubt, die Studio-Atmo bei den Innen-Szenen müffelt schon etwas antiquiert: Bis auf Kolchaks Abschlussduell mit dem Vampir in dessen Abrissbutze hat der Schinken seine besten Szenen an der frischen Luft. Dort wirkt er dann auch gleich "wertiger". Bombig ist der Score von Bob Cobert, der in Spannungsszenen unterschwellig mit schrägen Streichern und tiefen Klaviertönen Schauer erzeugt und eine schön psychotische Stimmung verströmt.
Beim Cast ging Moxey ebenfalls keine Risiken ein und besetzte durchweg mit Althauern der Film- und Fernsehbranche. Darren McGavin galt schon damals als eines der bekanntesten Gesichter auf der Mattscheibe. Der umtriebige Reporter mit der scharfen Zunge sollte ein Karriere-Highlight für den Vielbeschäftigten werden und passt auch hervorragend in sein schauspielerisches Oevre, das auch etliche vielbeachtete Auftritte auf der Leinwand (u.a. unter Otto Preminger) und der Bühne beinhaltet. Ihm zur Seite agiert mit Simon Oakland, Claude Akins, Ralph Meeker, Charles McGraw und Elisha Cook jr. die Erfahrung von Hunderten TV-Rollen - durchweg solide. Carol Lynleys Part hätte man dagegen ruhig streichen können, da völlig überflüssig für die Story: Sie ist nicht mehr als Stichwortgeberin und Macho-Projektionsfläche für Kolchak. Darstellerischer Höhepunkt der unfreiwilligen Art ist jedoch Barry Atwater als Janos Skorzeny, der Vampir. Das lange Elend stakst eher wie Berufskollege Frankenstein auf Drogensucht durch die Szenerie, denn wie ein behender Blutsauger. Und zu seinen Opfern kommt er auch nicht geflogen, sondern fährt lieber per Familienschaukel. Die Kunstkalkleiste mit den spitzen Zähnen ließ wohl kein verständliches Sprechen zu, und so bleibt der Dracula-RipOff denn auch die ganze Zeit wortlos.
Wie schon erwähnt war "Night Stalker" ein Quotenhit, dem ABC ein Jahr später noch den "Night Strangler" folgen ließ, der genauso formidabel abschnitt. Die Senderbosse entschlossen sich daraufhin, gleich eine ganze Serie aufzulegen, wiederum mit Darren McGavin in der Hauptrolle. Es blieb zwar bei einer Staffel, die genießt jedoch in den USA inzwischen Kultstatus. Im Gegensatz zu den beiden Prime-Timern fand die Serie Anfang der 90er auf RTL unter dem Titel "Der Nachtjäger" das Licht des deutschen Fernsehens, ist allerdings seither nicht wiederholt worden, und auch eine DVD-Verwertung lässt leider auf sich warten.

Rating: $$$+ (der halbe ist Nostalgie-Bonus, Trash: $$$)

Splatter:

3/10

 

 

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