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Saat des Teufels, Die

Info

OT: 
Hansel e Gretel

Jahr: I 1990
R, B:
Giovanni Simonelli
K:
Silvano Tessicini
M:
Lanfranco Perini
D:
Lucia Prato, Gaetano “Ronald” Russo, Silvia & Massimiliano Cipollone, Maurice Poli

Quelle: DVD (MIB Horrorbox)

 

Inhalt

Nach der Bibelstunde machen sich Hansel und Gretel (Silvia & Massimiliano Cipollone ) – ja, die heißen auch im Original so – auf den weiten Heimweg zu ihrem Stiefvater. Doch der Finsterling hat die Kinder an eine Organhändler-Organisation verscherbelt, die stets neue Ersatzteillager für reiche Patienten benötigt. Die Schergen der Kinderhändler fangen die Kleinen also unterwegs ab, chloroformieren und entführen sie. In der Villa der Orga-Chefin Solange (Elisabete Pimenta Boaretto (?)) befindet sich die getarnte, voll ausgestattete Klink, in der Hansel und Gretel (aus-)geschlachtet werden. Anschließend „beerdigt“ man die Reste im Stall unter einer großen Betonplatte.
Doch die Kinder sind zwar tot, aber noch lange nicht begraben, extreeeem übellaunig dazu, was man ja irgendwie verstehen kann, und so machen ihre Geister sich auf, Rache zu nehmen an den Schurken. Aufgrund der nun einsetzenden Serie ungeklärter Todesfälle tritt die Polizistin Silvia (Lucia Prato) frisch von der Polizeischule auf den Plan. Die findet trotz ihrer Dusseligkeit zwar schnell Ursache und Wirkung, doch Glauben schenkt ihr niemand, denn die Leichen lassen sich irgendwie allesamt auch auf natürlichem Wege erklären: Bei Häckselmaschinen, die ihrem Namen alle Ehre machen, tiefgründigen Jauchegruben, vorwitzig aus der Wand stehenden Metallspieren oder rollenden Fässern denkt man ja auch nicht gleich an Geisterhand, nech.

Die Kritik des Gunslingers:

Um es gleich vorweg zu schicken: Diesen Streifen kann man nur unter dem Prädikat „Trash“ überhaupt ansehen. Neee, was für ein Murx.
Dabei geht’s eigentlich ganz gut los. So sind Entführung und Tod der Kinder auf dem OP-Tisch richtig beklemmend umgesetzt. Doch dann werden die vielversprechenden Ansätze mit den Leichen der Kleinen unter Beton beerdigt. Doch im Gegensatz zu den ermordeten Kindern stehen erstere, die guten Ansätze nämlich, leider nicht wieder auf. Was wir von nun an zu sehen kriegen, sind dilettantisch umgesetzte „Morde“, eher Unfälle respektive Selbstmorde, mit immerhin einer netten Splatterszene. Ursächlich dafür sind die beiden Geister-Kinder, denen kurz vor Vollzug der jeweiligen Tat zwecks Panikmaximierung des ausgewählten Opfers ein munter Geisterliedchen über die kalten Lippen perlt. Dazu legt ihnen der Beleuchter einen roten Spot auf die Klüsen, was hier den Gipfel an Grusel-Atmo darstellt. Weiters haben wir eine zwar scharf aussehende, aber völlig unfähige Polizistin, die hilflos durch die Villa stolpert, ab und zu mal in ihr Walkie-Talkie bellt und dämliche Fragen stellt.
Womit wir auch schon bei den Dialogen wären. Hier hat uns der Große TRASH gar reich beschert und ein paar unfreiwilliger Lacher für uns bereit. Wirklich Spitzenklasse sind beispielsweise die Dialoge zwischen Polizistin und Geistern: „Ihr dürft keine Rache nehmen, oh nein, das ist böse.“ *Gröhl! Verschärft wird das Ganze noch durch eine oberpeinliche deutsche Synchro. Da musste der Gunslinger erstmal die nächste Pilsette köpfen, um ausreichend Wegzehrung für den zweiten Teil der Wegstrecke zu haben und die geradezu grotesken schauspielerischen Bemühungen zu bestaunen. Nicht einmal Urgesteine wie Paul Muller und Maurice Poli, die anscheinend was für ihre Altersbezüge tun mussten, können sich hier der allgemeinen Konfusion entziehen. Hier hat sicher auch das *Hust* Skript mit allerhand Ungereimtheiten sein Scherflein beigetragen. Gruselig fürwahr. Am Ende jedenfalls winken die beiden Geister unserer wackeren Polizistin zu, bevor sie wieder in die Grube fahren. Apropos zuwinken: Vom Tisch winkt mir jetzt meine fast leere Pilsette zu. Dich mach ich gleich platt, meine Liebe, und dann husch, husch ins Körbchen.
Ach ja, noch was zur Regie: Der Streifen läuft zwar unter der Flagge Lucio Fulcis, doch als Regisseur kreditiert ist Drehbuchautor Giovanni Simonelli, dessen einzige Regiearbeit dies sein soll. Vielleicht ist’s dem Meister während der Dreharbeiten einmal mehr schlecht geworden, und der überforderte Simonelli musste in die Bresche springen. Oder zeichnete Fulci nur für die „Gore“-Szenen verantwortlich? Zumindest das durchbohrte Auge trägt deutlich Fulcis Handschrift. Jedenfalls taucht er in den Credits nur als „Präsentator“ des Films auf. Wie auch immer: Ein Ruhmesblatt ist’s für keinen der Beteiligten.

Rating: $ (Trash: $$$+)

Splatter:

5/10

 

 

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