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Sauna - Wash Your Sins

Info

OT: 
Sauna

Jahr: FIN/CZ 2008
R: Antti Jussi-Annila
B: Iiro Küttner
K: Henri Blomberg
M: Pann Aaltio
D: Ville Virtanen, Tommi Eronen, Viktor Klimenko, Kari Ketonen

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Nach Ende eines der vielen russisch-schwedischen Kriege soll im Jahr 1595 eine aus Delegierten beider Staaten zusammengesetzte Kommission die gemeinsame Grenze im unwegsamen Karelien abstecken. Dabei gilt es, ein riesiges, weitgehend unerforschtes Sumpfgebiet zu durchqueren.
Die Schweden werden vertreten durch die Brüder Erik (Ville Virtanen) und Knut (Tommi Eronen) Spore, die gleich bei der ersten Übernachtung im Sumpf über die Stränge schlagen: Erik, Landsknecht aus Leidenschaft, tötet ihren Gastgeber, einen russischen Bauern, als Verräter, während sie seine Tochter im Keller einschließen und ihrem Schicksal überlassen.
Beim weiteren Weg durch den Sumpf plagen insbesondere Knut fürchterliche Visionen von einer gesichtlosen Frau, die seinen Namen ruft. Rache für das durch seinen Bruder und ihn begangene Verbrechen? Bald hat die Kommission völlig die Orientierung verloren, als sie seltsamerweise auf eine Siedlung stößt. Die jetzigen Bewohner waren, wie sich später herausstellt, vor dem Krieg in den Sumpf geflohen und auf den lediglich noch durch ein paar halb durchgedrehte Mönche besiedelten Weiler gestoßen.
Der Ort, so raunen alte Schriften, war einst ein orthodoxes Kloster, errichtet um einen noch bestehenden, seltsamen alten Bau. Diesen hatten die Mönche als Sauna genutzt, von der sie glaubten, sie könne Sünden wegwaschen. Ganz ohne Gebete, ohne Bitte um Vergebung, ohne Gott. Und schon zu bald werden alle feststellen müssen, dass die panische Angst der jetzigen Dörfler vor der Sauna nicht ganz unberechtigt ist

Zitate

Iwan (Rain Tolk): „Was ist, wenn die Hölle kein unterirdisches Flammenmeer ist, sondern nur ein dreckiger, gottverlassener Ort?“

Semenskij (Viktor Klimenko): "Hauptmann Spore, mit dieser Brille sehen Sie fast zivilisiert aus. Dabei sind Sie nur ein Invalide, der zu lange überlebt hat."

Die Kritik des Gunslingers:

Den Streifen von Jussi-Annila als Horrorfilm zu bezeichnen, wird ihm nicht ganz gerecht. Denn in den fantastischen Gruselplot um Schuld und deren unmögliche Vergebung, sind einige kleinere Dramen eingewebt. Zuerst die Beziehung der beiden ungleichen Brüder Erik und Knut: Erik hat den ganzen Krieg an vorderster Front mitgemacht und dabei Schuld auf sich geladen, die für mehr als zwei reicht. Der jüngere Knut, der der Kommission als Kartograph angehört, hingegen konnte abseits der Kriegsereignisse in Ruhe studieren. Trotz seiner knallharten Schale trägt Erik an seiner Last und macht dies Knut, den er im Übrigen abgöttisch liebt, wenn der moralisch auf dicke Hose macht, zum Vorwurf nach dem Motto „Das haben wir nur für euch gemacht“. Knut wiederum befindet sich in einem latent homoerotischen Spannungsfeld mit dem russischen Kommissionsmitglied Hauptmann Musko (Kari Ketonen). Um hier nur die wichtigsten zu nennen.
Der Streifen legt ein nordisch-gemächliches Tempo vor, besitzt dabei aber eine latent unheimliche Atmosphäre. Das bewirkt nicht nur die schön fotografierte, trostlose Sumpf-Einöde, die das letzte sein wird, was die letztlich verdammten Menschen zu Gesicht bekommen werden. Auch die eigentlichen Gruselmomente sind zwar unsplattrig – wo Blut in größeren Mengen fließt, ist es geschwärzt – doch atmosphärisch stimmig und überzeugend umgesetzt. Das mir völlig unbekannte Ensemble ist im übrigen ebenfalls einer der Pluspunkte des Films.
Wer keine Lust hat auf immer die gleichen Ratsch-Bumm-Rübe-ab-Streifen, dem sei dies hier als kleiner, feiner Gruselstreifen nahegelegt.

Rating: $$$$

Splatter:

1/10

 

 

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