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Schach dem Roboter

Info

OT: 
Le Collectionneur de Cerveaux
AT:

Les Robots pensants

Jahr: F 1976
R: Michel Subiela
B: Michel Subiela
K: Claude Robin
M: Vladimir Cosma
D: Claude Jade, Francois Dunoyer, André Reybaz, Thierry Murzeau

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Frederic, Graf von Saint-Germain (André Reybaz), ist ein aristokratischer Sonderling, der seine Tage am liebsten damit füllt, Automaten zu bauen. Sein neuestes Projekt: ein automatischer Pianist. Zu diesem Behufe sucht er die von ihm verehrte, bekannte Klavierspielerin Penny Vanderwood (Claude Jade) auf, damit sie ihm Modell sitzt. Penny zögert, besucht aber am gleichen Abend eine Schachmeisterschaft, die zufällig in der Stadt stattfindet. Denn hier tritt auch das Flaggschiff des Grafen an, ein Schachroboter (Jean-Pierre Hercé), der auf Großmeisterniveau spielen soll.
Penny ist geschockt: Der Roboter zeigt Manierismen, die auch ihr kürzlich tödlich verunfallter Verlobter Robert, ein begabter und starker Schachspieler, an den Tag gelegt hatte. Auf ihr Bitten hin untersucht ihr Bekannter Lewis (Francois Dunoyer), der beste Freund Roberts, die Gruft des Verstorbenen und findet das darin befindliche Erdmöbel leer. Lewis forscht weiter und entdeckt, dass auch die Spielweise von Saint-Germains Roboter der von Robert frappierend ähnelt. Allerdings kann er trotz eingehender Untersuchung des Gerätes keinen Betrug feststellen und lässt von nun an die Nachforschungen etwas schleifen.
Penny hingegen lässt die Geschichte keine Ruhe, und sie gibt den Bitten des Grafen nach, ihm bei seinem Pianospieler zu helfen. Hier erhält sie in der Tat die erhofften Einblicke in die Kunst des Automatenbaus.

Zitate

„Ihr Vorhaben erscheint mir ein wenig … seltsam.“

„Jetzt brauch’ ich aber erstmal einen ordentlichen Schnaps, Messieurs.“

Die Kritik des Gunslingers:

Subielas TV-Verfilmung einer Kurzgeschichte von George Langelaan („Die Fliege“) bewegt sich von Look, Tempo und Atmosphäre im gleichen Bereich wie klassische, zeitgenössische Horrorfilme. Mir fallen da spontan etwa „Rosemaries Baby“ oder „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ein. In allen diesen Streifen geht’s letztlich auch darum, dass das Fantastische langsam in ein normales bürgerliches Leben eindringt und dieses zum Einsturz bringt – zumindest fast.
Entsprechend langsam ist auch das Tempo des vorliegenden Streifens. Anfangs unmerklich und schrittweise allerdings gerät Pennys Existenz aus den Fugen. Was ihr Freund Lewis bald als fixe Idee einer trauernden Frau abtut, nämlich, dass etwas nicht stimmt mit dem Grafen und seinen Maschinen, wird durch kleine Begebenheiten und Beobachtungen immer wahrscheinlicher. Die Atmo ist dabei weniger nervenfetzende Spannung, als vielmehr vergleichbar mit einem permanenten Unwohlsein, einem Frösteln vielleicht. Selbst im Showdown bleibt der Film ziemlich laid back, verzichtet auf Action und harsche Schockeffekte, ohne dadurch an Gruselpotenzial einzubüßen.
Die Szenen mit dem schachspielenden Roboter sind schlichtweg großartig geraten: Wie sich die Maschine bewegt und man dabei nur das leise Mahlen der Zahnräder hört, ist Schauder bester alter Schule. Durchweg gut auch die Schauspieler: Besonders Claude Jade hat mir gefallen, die in der Tradition zerbrechlicher 70er-Jahre-Horror-Frauengestalten steht, wie sie zum Beispiel Mia Farrow verkörperte. Einziges Manko ist für mich das klassisch-moderne Titelstück von Vladimir Kosma, das mir besonders als Klavier-Version in seiner fast schon penetranten Wiederholung auf den Zwirn ging. Aber das ist nun wirklich komplett Geschmacksache.

Rating: $$$$

Splatter:

0/10

 

 

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