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Stunde der grausamen Leichen, Die

Info

OT: 
El Jorobado de la Morgue

Jahr: SP 1973
R, B:
Javier Aguirre
B:
Jacinto Molina Alvarez („Jacinto Molina“)
K:
Raul Perez Cubero
M:
Carmelo Bernaola
D:
Jacinto Molina Alvarez ("Paul Naschy"), Alberto Dalbés, Victor Alcázar (“Vic Winner”), Maria Perschy

Quelle: DVD (Anolis/Ascot-Elite) Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Gotho (Paul Naschy) hat nicht nur einen beschissenen Namen, sondern ist aufgrund von Buckel, suboptimaler Optik und auf Sparflamme köchelndem Gehirn auch sonst ein gar rechter Outcast: verlacht und verachtet von der Bevölkerung im kleinstädtischen Örtchen Feldkirch. So fristet er sein Auskommen damit, dass er in der Leichenhalle des Hospitals arbeitet und dort die neuen „Gäste“ schon mal um die eine oder andere Extremität erleichtert, die er dem Anatomiekursus von Professor Orla (Alberto Dalbés) zuführt. Dann stirbt auch noch mit Ilsa (Maria Elena Arpón) der einzige Mensch, der ihm Zuwendung geschenkt hatte.
Nachdem er zwei freche Hospitals-Angestellte und einen Studenten, die ihm dumm kamen, mittels Beil und bloßer Hand zur Raison gerufen hat, lagert er Ilsa in den Katakomben eines verfallenen, mittelalterlichen Klosters. In seiner Not bittet er Professor Orla, Ilsa wieder zu erwecken. Der Professor, dem gerade die staatlichen Mittel für seine abseitigen Experimente mit künstlichem Leben gestrichen wurden, sieht eine Chance, diese fortzuführen. Er verspricht Gotho das Unmögliche und verlagert sein Labor in den Klosterkeller.
Leider entsorgen aber ein paar Assis Ilsas inzwischen etwas müffelnden und von Ratten zerstörten Körper im dafür vorgesehenen Säurebad. Doch Orla verspricht dem Buckligen, eine ganz neue Ilsa zu erschaffen. Und in der Tat: Der Zellklumpen, den der Professor mit von Gotho zu beschaffenden Leichenteilen füttert, wächst und gedeiht, benötigt aber bald humanes Lebendfutter, und zwar viiiiiiel. Auch hierfür ist Gotho der richtige Mann, der nun Stammgast im nahen Sanatorium für gestörte Frauen wird und für einen gewissen Patientinnenschwund sorgt. Doch der grölende und immer hungrige Homunculus, den Orla hinter geschlossener Tür heranzüchtet, hat so gar keine Ähnlichkeit mit Ilsa, so dass selbst Gotho Zweifel an der Richtigkeit seines Wirkens kommen.

Zitate:

„Gotho vergisst nie etwas, und heute wird die Rechnung bezahlt.“ (Ein Mann, ein Wort)

„Für mich sind meine Experimente wichtig, auch wenn ich mich damit außerhalb der Legalität stelle.“
(Orla)

„Wir haben ein Wesen erschaffen … und ich, Professor Orla, bin sein Schöpfer!!“

Die Kritik des Gunslingers:

Sehr atmosphärischer spanischer Horrorfilm, der von mir allerdings Abzüge erhält für das Verbrennen lebendiger Ratten. Ich bin bei aller Aufgeschlossenheit fürs Abseitige nun mal entschiedener Gegner von Tier-Snuff-Szenen. Lässt man dies außer Acht, so ist dem Regisseur Javier Aguirre, inspiriert durch einschlägige Vorbilder wie „Mad-Scientist-Filme“ oder „Frankenstein“, ein achtbarer Grusler mit handfesten Splattereien gelungen. Aguirre, der wiederholt mit dem spanischen „Man of Horror“, Paul Naschy, kooperierte, hätte allerdings auf Szenen wie das exploitative Geißeln zweier Patientinnen des Sanatoriums verzichten sollen. Sie werden zwar gerne genommen ;-), sind aber total überflüssig und bremsen unnötig den Erzählfluss.
Sympathieträger sucht man unter den Hauptcharakteren vergeblich: Gotho – relativ mau: Paul Naschy - ist ein Killer, dem bei aller Beschränktheit bewusst ist, was er da tut. Dabei gehen die ersten Rache-Morde sogar noch „in Ordnung“; später allerdings tötet er, ohne rot zu werden nur auf das vage Versprechen Orlas hin, Ilsa neu zu erschaffen. Womit wir zu Orla selbst kommen, fulminant dargestellt durch Alberto Dalbés: oberflächlich ein netter, kultivierter Mensch, unter dessen bürgerlicher Fassade aber die aus Wahnsinn geborenen wüstesten Allmachtsfantasien schlummern. Schön ist auch Rosanna Yanni in der Rolle der einsamen Krankenschwester Elke, die mit Gotho ein Techtelmechtel anfängt und ihm letztlich nicht nur die Samenstränge sondern auch die Augen öffnet.
Ausleuchtung und Kameraführung sind besonders gelungen und stimmungsvoll in den Sequenzen, die in den unterirdischen Klosterverließen spielen, und auch die Special Effects lassen sich sehen. Wie gesagt, Abzug gibt’s für die Ratten, und zwar einen halben Punkt.

Rating: $$$$

Splatter:

5/10

 

 

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