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Tanz der Teufel

Info

OT: 
The Evil Dead

AT:
Book of the Dead (USA)
Sam Raimi's The Evil Dead


Jahr:
USA 1981
R, B:
Sam Raimi
K: Tim Philo
M: Joseph LoDuca
D: Bruce Campbell, Richard De Manincor („Hal Delpich“), Ellen Sandweiss, Betsy Baker

Quelle: TV (Tele 5)

 

Inhalt

Fünf 20-Somethings haben sich für ein paar Entspannungstage eine Ferienhütte im tiefen Tann gemietet, irgendwo in Tennessee. Die Butze sieht so aus, wie’s der niedrige Preis vermuten lässt und liegt dazu *hust* extrem abgelegen. Zwar verläuft schon die Hintour nicht ganz reibungslos, doch endlich erreicht man das Domizil, das zu allem Überfluss noch eine irgendwie ungute Atmo auszeichnet.
Gegen Abend finden Scottie (Richard De Manincor) und Ash (Bruce Campbell), die männlichen Teilnehmer der Landpartie, im Keller des Hauses eine Art Hobbyraum. Hier liegt nicht nur eine etwas gammelige, aber durchaus noch funktionsfähige Schrotflinte rum. Viel interessanter sind ein paar offensichtlich schwarzmagische Kunstgegenstände und ein uralter, in Hieroglyphenschrift verfasster Wälzer.
Glücklicherweise gibt’s auch ein Tonbandgerät mit einem durch den Vorbesitzer, einem Archäologen, besprochenem Band. Demnach handelt es sich bei den Gegenständen um Artefakte aus vorchristlicher Zeit, gefunden bei einer Ausgrabung im Irak. Die Schwarte ist das sogenannte „Buch der Toten“: gebunden in Menschenhaut, geschrieben mit Blut und voller Beschwörungsformeln, um Dämonen zu wecken. Im Anschluss hat der Akademiker gleich ein paar der Formeln aufs Tonband gesprochen.
Einmal laut ausgesprochen, entfalten die Sprüche ihre Wirksamkeit: Der geplante Erholungsurlaub mutiert zur Actionsause, in der Flinte, Beil und diversen Schlaginstrumenten eine größere Rolle als gewünscht zukommt.

Zitate

Ein wenig aus der Wortdrechsel-Maschine:
Cheryl (Ellen Sandweiss): „Ist jemand hier draußen?“
Scottie: „Es wird schon alles gut werden.“
Ash: „Keine Angst. Du wirst schon wieder.“

Linda (Betsy Baker): „Warum macht die bloß ständig diese furchtbaren Geräusche?“ (Die Rede ist von der besessenen Cheryl)

Die Kritik des Gunslingers:

Nach über 30 Jahren in Deutschland auf dem Index ist das Langfilmdebüt Sam Raimis seit Oktober 2016 hier wieder verfügbar. Ende der 1970er hatte die Clique um die Jugendfreunde Sam Raimi und Bruce Campbell angefangen, für ihr Filmprojekt die nötigen Mittel aufzutreiben. Mit rund 350.000 Dollar in der Kriegskasse ging’s schließlich 1980 ans Werk. Das Endergebnis überzeugte nicht nur den Untergrund, sondern stieß auch bei der Kritik vielfach auf Wohlwollen. Am Ende spülte das Werk sogar richtig Zaster rein: rund 2,6 Millionen Dollar.
Atmosphärisch ist der Film richtig gut gelungen. Insbesondere der erste Teil schafft mit klassischen Mitteln echten Horror: Gleich eingangs gibt’s beispielsweise eine rasche Fahrt durch den Wald auf die Hütte zu, eine roh behauene Schaukel schlägt im stupiden Rhythmus gegen die Außenwand, um auf einmal stehen zu bleiben, Türen springen auf, ein Uhrenpendel stoppt mitten in der Bewegung. Der Score ist sparsam und unterstützt die Spannungsbögen. Viel wichtiger sind elektronisch verfremdete Geräusche und Stimmen. Die erwähnte Kameraarbeit ist generell ein Pfund: Immer wieder sucht sie die Schräge und bietet verkantete Perspektiven als Sinnbild für die aus den Fugen geratene Normalität. Dazu gibt’s die subjektive „Dämonen-Cam“, Farbfilter und immer wieder Kamerafahrten.
Die Effekte sind samt und sonders gut geraten. Hier wird noch mit der Hand gearbeitet, liebe Freunde.Und so hatte die Prothetikabteilung offensichtlich alle Hände voll zu tun, um den Connoisseur mit reichlich Mettgut zu versorgen. In Ordnung gehen auch die Animationen wie die Vergewaltigung Cheryls durch den Wald: weird, aber selten *lach. Atmosphärisch lässt der Streifen ab der Mitte dann die Zügel schleifen zugunsten ungezügelter Dämonenaction. Bruce Campbell darf ordentlich auffahren, um die Untoten in ihre Schranken zu weisen. Das ist bei allem Tempo nach hinten raus etwas ermüdend, wird aber durch die kurze Spielzeit aufgefangen. Nicht vergessen darf man, dass es sich hier um einen Erstling handelt: Also, Hut ab. Den der Film selbst zieht, und zwar vor Referenzen wie Wes Craven oder „Der Exorzist“.
Die Darsteller machen ihre Sache im Rahmen des B-Movie-Kanons gut. Auch sie stammen wie Richard De Manincor oder Ellen Sandweiss aus dem Dunstkreis um Raimi und Campbell oder wurden über Zeitungsannoncen gecastet. Am Schnitt wirkte übrigens Coen-Bruder Ethan mit. Apropos Mitwirkung: Sehr häufig in Raimis Filmen mit dabei ist sein gelber 1973er Oldsmobile 88 Delta (Zwinkern).

Rating: $$$$

Splatter:

9/10

 

 

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