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Train to Busan

Info

OT: 
Busanhaeng

Jahr: SKOR 2016
R, B: Sung-ho Yeon
B: Joo-Suk Park
K: Hyong-deok Lee
M: Young-gyu Jang
D: Yoo Gong, Yu-mi Jung, Dong-seok Ma, Su-an Kim

Quelle: TV (RTL 2)

 

Inhalt

Seok-woo (Yoo Gong) ist Fondsmanager und als solcher Tag und Nacht damit beschäftigt, seinen reichen Privatkunden und vor allem sich die Taschen zu füllen. Konsequenz: Ehe in den Fritten; die Beziehung zu seiner kleinen Tochter Soo-an (Su-an Kim) auf dem Tiefpunkt. Als er einmal mehr den Geburtstag der Kurzen vergeigt, willigt er ein, trotz einer Schütte voll Termine Töchterchen zur Mama ins entfernte Busan zu begleiten.
Die Beiden besteigen also noch in derselben Nacht in Seoul den Schnellzug Richtung Norden. Allerdings begannen die Dinge schon geraume Zeit vorher, noch weitgehend unbemerkt schief zu laufen: Die Leckage in einer Biotech-Firma ist Auslöser einer Seuche, die die Infizierten in hirnlose Untote verwandelt, die für eine kräftige Schlachtplatte töten würden *lach. Der Erreger ist hochansteckend und wird mittels Beißkontakt übertragen (Zwinkern).
Klar, dass sich auch im Zug von Seok-woo und Soo-an bereits Infizierte befinden, für deren Appetit das Angebot des Borderestaurants bei weitem nicht ausreicht. So greift die Seuche unter den Passagieren rasend schnell um sich, und ein munterer Überlebenskampf beginnt.

Zitate

Posten: „Es geht nicht um Maul- und Klauenseuche. Es gab nur ein winziges Leck in der Biotech-Firma. Kein Grund zur Sorge.“

Sang-hwa (Dong-seok Ma): „Die Kleine sagt, du bist ein Fondsmanager. Dann bist du ja Experte darin, überflüssige Menschen abzuservieren.“

Durchsage des Lokführers: „Wenn Sie noch unter den Lebenden sind, seien Sie vorsichtig beim Umsteigen.“ (Danke, dass Sie Corean Rail gewählt haben (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Regisseur Sang-ho Yeon folgt in seinem Mix aus Drama und Horror-Actioner dem Muster klassischer und moderner Zombie-Streifen. Das macht er allerdings so gut, dass sein Film einer der großen südkoreanischen Blockbuster des Jahres 2016 war.
Der Film baut sich in typischer Manier langsam auf. Die exponentiell steigende Anzahl der Infizierten kriegt die landesweite Öffentlichkeit erst einmal gar nicht mit. Hier und da gibt es eine Straßensperre mehr, die TV-News und Online-Portale berichten von „Ausschreitungen“ und „Randalierern“. So geht’s auch den Passagieren des Zuges, bis sich zusammen mit Seok-woo und Soo-an eine schon schwer derangierte Frau an Bord schleppt.
Dann allerdings nimmt der Streifen fulminant Fahrt auf. Im Zug beginnt eine fröhliche Metzelei, die die Anzahl der noch nicht zombifizierten Passagiere im Verlauf drastisch reduziert. Parallel dazu sind die Bahnhöfe auf der Strecke ebenfalls bereits in der Hand von Zombies, die Städte Sperrgebiet. Lediglich Busan ist aufgrund einer starken Militärpräsenz noch sichere Zone. Doch der Weg dahin ist weit.
Das Setting ist ebenfalls bekannt: Eine Gruppe Normalos, die einen gesellschaftlichen Querschnitt repräsentiert, muss sich in einem relativ abgeschlossenen Raum gegen die Invasion der Zombies behaupten. Letztere übrigens weit von den eher apathischen Ur-Zombies Romeros entfernt, sondern blitzschnell und fast unkaputtbar. Dabei legt der Film aber seine Schwerpunkte – und dies ist für einen Genrevertreter eher untypisch – nicht auf appe Gliedmaßen, zermatschte Birnen oder opulente Fressszenen. Das sollten Gorebauern bereits an der FSK 16 sehen (Zwinkern).
Es geht tatsächlich einmal um die persönliche Entwicklung der Charaktere, in erster Linie Seok-woo und seines etwas prolligen Opponenten, dem Mittelschichtstypen Sang-hwa. Ersterer entdeckt, dass durch sein bis dato konsequent egoistisches Handeln seinem Dasein eine wichtige Komponente fehlte. Das betrifft natürlich in erster Linie die Beziehung zu seiner Tochter, aber auch das Sich-Einsetzen für Mitmenschen. Sang-hwa wiederum beurteilt andere ausschließlich nach Äußerlichkeiten wie Job oder Aussehen. Seine schwangere Frau (Yu-mi Jung) betrachtet er als selbstverständlichen Besitz. Auch er hat am Ende eine Lektion gelernt.
Zweiter wichtiger Aspekt ist das Verhalten von Gesellschaften in Extremsituationen. Auch dieser Film zeichnet eher ein düsteres Bild. Blitzartig zerfallen Strukturen, bleiben Mitleid und Hilfe für Bedrängte auf der Strecke. Hier ist die Seuche – das Wort „Zombie“ taucht übrigens nur bei Suchanfragen auf den Smartphone-Displays auf – Anlass; in Filmen wie „Die Gejagten“ ist es das horrende Kopfgeld auf einen Serienkiller. Gesellschaft ist also, das kann Botschaft sein, ein fragiler Komplex, der sich nur zu schnell in seine Einzelteile auflöst.
Große Klasse sind hier die Darsteller. Insbesondere Yoo Gong und die kleine Su-an Kim liefern spitzenmäßig ab, so dass der Streifen nicht an möglichen Rührseligkeitsklippen scheitert.

Rating: $$$$$

Splatter:

6/10

 

 

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