Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Vier im rasenden Sarg

Info

OT: 
Race with the Devil
AT:

Urlaub in der Hölle

Jahr: USA 1975
R: Jack Starrett, Lee Frost
B: Lee Frost, Wes Bishop
K: Robert C. Jessup
M: Leonard Rosenman
D: Peter Fonda, Warren Oates, Loretta Swit, Lara Parker, R.G. Armstrong

Quelle: Video (CBS/Fox)

 

Inhalt

Speedway-Profi Roger Marsh (Peter Fonda) und Rennstallbesitzer Frank Stewart (Warren Oates) wollen nach fünf erfolgreichen, aber auch anstrengenden Jahren auf den Rennpisten endlich mal ein bissle Freizeit genießen und planen mit ihren Liebsten Alice (Lara Parker) und Kelly (Loretta Swit) einen Skiurlaub in Colorado. Frank hat hierfür extra einen topmodernen Wohnwagen angeschafft, der den Vieren höchstmöglichen Komfort während ihres Roadtrips von Texas in die Rockies garantieren soll.
Vorfreudig brettern sie auf die Landstraße, doch schon bei der ersten Übernachtung unter freiem Himmel entwickeln sich die Dinge anders als geplant: Roger und Frank werden zufällig Zeugen eines Satanisten-Rituals, bei dem ein junges Mädel erstochen und geopfert wird. Blöderweis' werden die Frischlüftler von den Schwarzmagiern entdeckt und verfolgt, nur mit Glück können sie sich noch ins nächstliegende Kaff retten und bei der Polente den Mord anzeigen. Dorfsheriff Taylor (R.G. Armstrong) und seine Mannen wiegeln den Vorfall jedoch herunter, bezweifeln aufgrund einer fehlenden Leiche die Aussagen und halten das Ganze für den Mumpitz durchgeknallter Hippies, die wahrscheinlich einen räudigen Hund umgebracht haben. Roger und Frank wollen dennoch an der Sache dran bleiben und in Amarillo die am Tatort gefundenen Blutproben in einem unabhängigen Institut testen lassen.
Wieder auf der Straße, häufen sich nun mysteriöse Vorfälle: An einem kaputten Fenster des Campers klebt eine Drohung mit Runensymbolen, die Telefone an den Tankstellen funktionieren grundsätzlich nicht mehr, die Wegbeschreibungen von Passanten führen ins Ungewisse. Dafür mehren sich die Anzeichen, dass die Vier von Unbekannten verfolgt und beobachtet werden...

Die Kritik des Sargnagels:

Schwarze Magie und Teufelsanbeter waren schon in den 60ern gern auf der Kinoleinwand gesehen, gehörten damals jedoch meist zum Repertoire der  mittelalterlichen Gothic Horror-Flix. Ende des Jahrzehnts bekam das Thema durch Polanskis "Rosemary's Baby" und den satanisch motivierten Morden von Charles Manson und seiner Family von der Spahn Ranch wieder tagesaktuelle Relevanz und wurde popkulturell zuhauf in Film und Musike verbraten. Altertümlicher Mummenschanz war out, der Ritualmörder konnte nun der nette Nachbar sein oder das vermeintlich harmlose Blumenkind.
So auch in "Vier im rasenden Sarg", wobei das teuflische Element nur als Aufhänger für die eigentliche Manhunt-Story herhalten muss und im Laufe der Spielzeit eigentlich nicht mehr explizit auftaucht. Die beiden Pärchen werden ja nicht als ausgesuchte Opfer oder geflüchtete Renegaten gejagt, sondern weil sie zufällig Zeuge eines Mordes wurden, den man zu vertuschen versucht. Die Satanisten geben sich auch nie als solche zu erkennen (bis auf den Maskenball beim Ritual); das mag gewollt gewesen sein, um eine allgemein bedrohliche Atmosphäre zu schaffen - die stellt sich leider nur nicht ein. Ein paar Blicke hinter die Kulissen der Satanisten oder ein charismatischer Gegenspieler wären dienlicher gewesen. Es fehlt einfach das Spannungsfeld zwischen den anonymen Angreifern und den Vieren im rasenden Sarg.
Insofern ist der okkulte Background eigentlich austauschbar, die Handlung hätte man IMO mit einem anderen Setting ebenfalls hinbekommen. US-Exploiter Lee Frost, der auch die Story lieferte, wurde während des Drehs abgesetzt, weil den Produzenten die Daily-Shots nicht gefallen hatten; Jack Starrett, verantwortlich für diverse schräge Biker-Streifen und Blaxploitation-Bomben (u.a. "Slaughter" und "Ein Fall für Cleopatra Jones"), kurbelte dann den großen Teil des Rests fertig. Das gelang ihm routiniert, wenn auch ohne größere Überraschungen, die Abzüge gibt's da eher für's unspektakuläre Skript.
Nach einem meinem Gusto etwas zu langen Intro mit diversen überstrapazierten Szenen - die minutenlange, völlig handlungsbefreite Motocross-Ausfahrt diente wohl nur dazu, die Kawasakis schön ins Bild zu bringen, auch der damals brandneue Mikrowellenherd wird mehrfach erwähnt - nimmt der Streifen dann endlich mit der Ritualszene Fahrt auf und erreicht im letzten Drittel eine angenehme Reisegeschwindigkeit. Die Grusel-Elemente verpuffen leider ein einigen Fällen ob ihrer biederen Inszenierung und Vorhersehbarkeit, dafür überzeugt die Action umso mehr. Verfolgungsjagden, Angriffe auf den Winnebago oder Klapperschlangen-Alarm im Camper sind astrein und temporeich fotografiert und mit flottem Schnitt auf die Mattscheibe gezaubert.
Peter Fonda gehörte Ende der 60er/Anfang der 70er zur Speerspitze des "New Hollywood", doch im Gegensatz zu seinen Spezis Hopper, Nicholson und Stanton blieb er beim B-Movie hängen und reüssierte in den 70ern in etlichen "Grindhouse"-Produktionen. Ich bin jetzt mal so böse - das lag wohl vor allem an seiner schauspielerischen Limitiertheit. Ausdrucksstark ist anders, das zeigt sich vor allem im Zusammenspiel mit Warren Oates. Der liefert zwar auch nicht das Glanzstück seiner Karriere ab, aber es ist schon ziemlich spürbar, wer die Szenen dominiert. Mit Loretta Swit und Lara Parker wurden für die weiblichen Rollen erfahrene TV-Kräfte engagiert (Swit dürfte vielen noch als Major "Hot Lips" Houlihan aus der Serie "M.A.S.H." bekannt sein), sind aber eher Begleitwerk. Mehr als Herumplärren bei den Actionsequenzen und zwischendurch den Herd bedienen war für die beiden Gutsten nicht drin. Doch. 'nen Bikini-Auftritt hatten sie auch noch.
Alles in allem ein durchschnittlicher Horror-Actioner mit leichten Spitzen durch das flotte Schlussdrittel. Dank ein bis zwei Gute-Nacht-Pilsetten noch leicht bekömmlich; wer auf US-70s-Grindhouse steht, kann hier eh nix falsch machen.

Rating: $$$+

Splatter:

2/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien