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Info

OT: 
Viral

Jahr: USA 2016
R: Henry Joost, Ariel Schulman
B: Barbara Marshall, Christopher Landon
K: Magdalena Gorka
M: Rob Simonsen
D: Sophia Black-D’Elia, Analeigh Tipton, Travis Tope, Colson Baker

Quelle: DVD (Capelight). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Die Schwestern Emma (Sophia Black-D’Elia) und Stacey (Analeigh Tipton) verschlägt es nach Shadow Canyon, ein Kaff in der kalifornischen Provinz. Hier hoffen ihre ehekriselnden Eltern, einen Neuanfang starten zu können. Aber so viel Zeit bleibt nicht. Als Emmas Klassenkameradin Gracie (Linzie Gray) eines Tages blutkotzenderweis‘ zusammenbricht, ist schnell klar, dass dies nicht am Mensaessen liegen kann. Vielmehr ist die weltweit grassierende „Wurmgrippe“ auch in Kalifornien angekommen.
Hierbei handelt es sich um einen infektiösen Parasiten, der über das Rückenmark die Kontrolle über seine Opfer übernimmt. Diese sind fortan Sklaven des Wurms und nur noch auf Nahrungsaufnahme programmiert: Menschenfleisch. Die Armee riegelt Shadow Canyon bereits am nächsten Tag von der Umgebung ab, um die Infektion in den Griff zu bekommen. Da Vater Michael (Michael Kelly) gerade unterwegs war, um Muttern vom Flughafen abzuholen, wird die Familie getrennt. Emma und Stacey sind auf sich allein gestellt.
Der Wurm breitet sich unter den Einwohnern recht zügig aus, und so geht’s selbstredend flottamente ums nackte Überleben.

Zitate

Evan: „Das Buddeln wird zur Gewohnheit.“ (.. und wieder ‘ne Zombie-Leiche im Garten (Zwinkern))

Die Kritik des Gunslingers:

Der neueste Streifen der Regie-Buddies Ariel Schulman und Henry Joost kramt mal wieder das Parasiten-Motiv aus der Klamottenkiste. Zwar fügen die Beiden dem einschlägig bekannten Kanon nix Neues hinzu, doch jonglieren sie dergestalt mit den Versatzstücken, das eine unterhaltsame B-Movie-Sause das Ergebnis ist.
Für einen solchen Genre-Film ungewöhnlich, beschäftigt sich der Plot recht ausführlich mit der Charakterzeichnung der drei Protagonisten. Zu Emma und Stacey stößt im weiteren Verlauf noch Emmas Schulschwarm Evan. Im Unterschied zum Feld-Wald-und-Wiesen-Teenie-Horror entsteht so eine Bindung zu den Figuren und damit ein Interesse an ihrem Schicksal. Während in vielen anderen Filmen dieser Couleur jedes Ableben der gesichtslosen Opfer, die einem dazu noch meistens gehörig auf die Nüsse gehen, grölend abgefeiert wird – darauf noch ein Dosbier –, entsteht hier echte Spannung.
Der Streifen ist nicht originell, dafür aber atmosphärisch sorgfältig angerichtet. Zwar verzichtet auch er nicht auf die typischen Jump Scares, setzt diese aber wohl dosiert ein. Es geht hier tatsächlich nicht um eine Zombie-Metzel-Party, womit ich an dieser Stelle dem Gorebauern empfehle, sich anderweitig umzutun, um Enttäuschungen zu vermeiden. Ziemlich ausführlich beschreibt der Film die einzelnen Eskalationsstufen und Begleiterscheinungen im Seuchenfall. Abriegelung der Gemeinde, erstmal noch ein Abenteuer und vor allem durch die Jugend nicht ernst genommen, Suchen und Isolation von Infizierten, Fluchtbewegungen, Verschwörungsorakler in den sozialen Medien, Verstärkung der Militärpräsenz und der angewandten Gewaltmittel. Was wiederum der Atmo zugutekommt, genauso wie der eher dezente Elektronikscore.
Es gibt etwas Wurmzombie-Action und einige nette Schreckeffekte – die oben erwähnten Jump Scares. Allerdings leistet sich das Buch einige Ungereimtheiten: Warum beispielsweise können sich die Zombies im Keller eines Hauses verstecken, ohne durch das omnipräsente Militär entdeckt zu werden? Das vielerorts als „total dämlich“ gegeißelte Verhalten der Jugis, die trotz Seuchenwarnung auf eine große Party gehen, kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Das habe ich als „Tanz auf dem Vulkan“ oder zwanghaftes Streben nach Normalität verbucht.
Die Darsteller sind durch die Bank in Ordnung. Insbesondere Sophia Black-D’Elia und Analeigh Tipton schaffen es mühelos, den Streifen fast im Alleingang ins Ziel zu bringen. Da bleibt für Travis Tope, der die einzige männliche Rolle mit etwas mehr Screentime bekleidet, nur der Part des Sidekicks.

Rating: $$$$-

Splatter:

4/10