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800 Bullets

Info

OT:
800 Balas

Jahr: SP 2002
R, B:
Alex de la Iglesia
B:
Jorge Guerricaechevarría
K: Flavio Martínez Labiano
M: Roque Baños
D: Sancho Gracia, Carmen Maura, Luis Castro, Ángel de Andrés López, Yoima Valdés

Quelle: DVD (e-m-s)

 

Inhalt

Der präpubertäre Carlos (Luis Castro) ist schon ein recht verzogenes Balg. Mami Laura (Carmen Maura) hat nur ihre Karriere als Immobilienmaklerin im Kopp und dauernd das Handy am selben; über den früh verstorbenen Vater weiß er so gut wie nichts. Als Carlos' Sippschaft mal wieder in eine neue, größere Butze umzieht, entdeckt der Kleine ein Bild seines Vaters - als Western-Darsteller! Von der Oma erfährt Carlos, das Vattern in den 70ern während gemeinsamer Dreharbeiten mit Opa Julián (Sancho Gracia) bei einem Stunt verstarb und Laura seither jedwegen Kontakt mit dem Altvorderen, der noch eine Westernshow in Almeria leitet, abgelehnt und verhindert hat.
Kino, Western, Stuntmen - Abenteuer! Carlos ist angefixt, muss unbedingt seinen Oppa kennen lernen und mehr über seinen Vater und dessen Metier erfahren. Die erstbeste Möglichkeit wird von ihm genutzt, um sich von einer Winterklassenfahrt abzuseilen und per Taxi an die spanische Südküste zu brettern - Mamis potenter Kreditkarte sei Dank.
Dort rauscht er mittenmang in eine Vorstellung von Juliáns Westernshow. Die Kinderäuglein glühen, doch Großpapa ist alles andere als begeistert vom Auftauchen des Blagen. Die Show läuft vor ein paar handvoll Touris gelinde gesagt kläglich, und nun reißt der Kleine auch noch alte Wunden aus der alkvernebelten Vergangenheit auf. Mit Chuzpe und Kreditkarte kann Carlos ihn dennoch umstimmen, ihn für ein paar Tage aufzunehmen. Er lernt die kuriose Stunt-Truppe kennen, die rauen, aber herzlichen Sitten, fühlt sich pudelwohl mitten in der Westernstadt, und auch Julián findet langsam zu seinem Enkel.
Mitten ins neue Familienglück platzt Laura: Ihr dämmert's ob der Kreditkartenabrechnung, die statt Heli-Skiing-Ausflügen heftige Besäufnisse in Almerias Rotlichtkneipen zu Tage fördert, was gespielt wird. Stinksauer auf ihren Schwiegervater plant sie nun, auf dem Gelände der Westernstadt ein Touristen-Ressort zu errichten. Als sie ihren Sohnematz abholen will und die ersten Bagger anrollen, hat Julián schon jegliche Munitionsvorräte des örtlichen Tante Emma-Ladens erworben und sich samt Gefolge in der Westernstadt verschanzt. Die Polente rauscht im großen Stil auf, doch davon lässt sich Julián schon lange nicht mehr beeindrucken...

Zitate

"Beim Film wird nur gevögelt. Hat mir einer meiner Neffen erzählt. Kennst du die Werbung, in der sich das Fett ganz einfach von der Pfanne löst? Mein Neffe ist der, der das Fett spielt." (Taxifahrer mit Insiderwissen)

"Ja, und gleich kommst du mir auch wieder mit dem Poncho von Clint Eastwood." (Juliáns Geschichten aus der guten alten Zeit fanden schon häufiger Abnehmer)

"So oft wie der vom Dach fällt - ich sag, das kann nicht gut für'n Kopp sein." - "Zuletzt hat er mal die Show in Unterhosen gemacht. Hat gesagt, es wär zu warm."
(Die letzten Leistungen des Aufprallspezialisten sorgen für Gesprächsstoff)

Die Kritik des Sargnagels:

Mit Hommagen ist's immer so 'ne Sache. Bei Auftragsarbeiten wirken sie oftmals peinlich gequält und gekünstelt (siehe diverse Bully Herbig/-Umfeld-Nummern), andererseits hat sich schon Mancher ob seiner Passion verrannt und einen Egotrip, aber keinen Streifen fürs Publikum abgekurbelt. Alex de la Iglesias Spaghettiwestern-Reminiszenz hat jedoch Herz, eine ordentliche Story, deftigen spanischen Humor sowie die nötigen Anspielungen für "Insider" parat und so werden die 120 Minuten auch zum Genuß für den Genre-Afficionado.
Das Budget war zwar lange nicht so fett wie z. B. noch bei "Perdita Durango", dafür war jeder Cent gut investiert. Handwerklich alles super sauber inszeniert, feine Kameraarbeit und flott geschnitten.
Die Handlung ist zwar keine eines griechischen Epos', aber straight erzählt und fast längenfrei, gespickt mit den von de la Iglesia geliebten Running Gags, wie z.B. der ewig malträtierte Nissan-Pickup der beiden Dorfbullen oder Manuel Tallafe mit seinem manischen Basken-Revoluzzer-Trip.
Das schauspielerische Ensemble ist wunderbar bis in die Nebenrollen, was vielleicht daran liegt, dass auch jeder eine kleine "eigene" Szene bekommt, in der er was zeigen darf und dem Charakter Leben einhaucht. Mit auch ein Grund dafür, warum der Streifen ob der eigentlich straighten Story auf beachtliche zwei Stunden kommt ohne dabei zäh zu werden.
Mich schrecken Kids in Adult-Movies normalerweise ja eher ab, hier kommt's völlig unpeinlich. Für Luis Castro dürfte manche Dreherfahrung genauso lehrreich fürs Leben (*hüstel) und abenteuerlich gewesen sein wie für den Carlos - das bringt er auch rüber. Sancho Gracia - spanisches Darstellerurgestein mit eigener kleiner Spaghettiwestern-Experience - er war bei ca. 3-4 Streifen in seiner Karrierefrühphase mit dabei und mit Raquel Welch hat er sogar in "100 Gewehre" wirklich gedreht ;-) - dominiert die Szenerie und auch Almodovar-Muse Carmen Maura hinterlässt ihre Spuren.
Mir ist's rundum eingefahren - kein Geniestreich, aber Spitzenunterhaltung.
Kann auch bei Genre-Unerfahrenen seine Schmunzler finden.

Rating: $$$$

Liebe:

0/10

Splatter:

2/10

 

 

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