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Alles fliegt dir um die Ohren

Info

OT: 
Comin’ at Ya’!
AT:

Yendo hacia ti (SP)

Jahr: I/SP/USA 1981
R, B:
Ferdinando Baldi
B:
Lloyd Battista, Gene Quintano, Esteban Cuenca Sevilla, Ramon Plana Castell, Wolf Lowenthal
K:
Fernando Arribas
M:
Carlo Savina
D:
Tony Anthony, Gene Quintano, Ricardo Palacios, Victoria Abril

Quelle: DVD (Rhino)

 

Inhalt

Das hatte sich H. Hart (Tony Anthony) etwas anders vorgestellt, seine Hochzeit nämlich. Noch während der Zeremonie tüten Banditen den Pfarrer ein, verpassen dem Bräutigam eine Rutsche Blei und entführen die Braut Abilene (Victoria Abril). Da hatten wohl ein paar Jungs das mit der Brautentführung falsch verstanden (wink).
Den um seine Trauung geprellten Fast-Ehemann jedoch hat’s nicht allzu schwer erwischt, so kann er sich schon bald aufmachen, um sein Gspusi wiederzuholen. Diese ist, so erfährt er kurze Zeit später von einem alten Mann  in einer Geisterstadt, in die Hände der Brüder Thompson gefallen. Pike (Gene Quintano) und Polk (Ricardo Palacios), so heißen die Tunichtgute, stehen einer Gang von Mädchenhändlern vor, die die Umgebung verwüstet und Nachschub für mexikanische Amüsierbetriebe beschafft.
Hart schnappt sich den fetten Polk, begibt sich nicht über Los, wohl aber zu Pike Thompsons Tupperparty mit Damen-Versteigerung, die er mit Hilfe seine Schrotflinte aufmischt. Doch was sich so schön anlässt, bleibt selbstredend nicht so: Pike Thompson dreht erst den Spieß um, dann Hart schön durch den Wolf, während die befreiten Ladies nicht allzu lange was von der wiedergewonnenen Bewegungsfreiheit haben. Doch Hart wäre nicht Hart, wenn er in seiner misslichen Lage verharren würde, und so sind die Karten alsbald wieder neu verteilt.

Die Kritik des Gunslingers:

1981 entsann sich das Team Ferdinando Baldi / Tony Anthony offensichtlich noch einmal an ihre wohl beste Western-Kooperation, namentlich „ Blindman - Der Vollstrecker“. Sie holten wieder Lloyd Battista ins Boot, der nicht nur an „Blindman“ beteiligt war, sondern auch den Baldi-/Anthony-Streifen „Time Breaker“ mit skriptete. So fabrizierte man einen Plot, der sich deutlich am zehn Jahre zuvor entstandenen „Blindman“ orientierte. Gedreht wurde in 3D, was diesen Film allein schon zu einer Genre-Besonderheit, oder –Kuriosität macht.
Der 3D-Effekt ist gleichzeitig Fluch und Segen dieses Streifens. So sind etliche Szenen offensichtlich nur entstanden, damit man die 3D-Kamera mal ordentlich „ausfahren“ konnte. Damit ist der Handlungsfluss natürlich immer wieder gebremst, und es entstanden unfreiwillig putzige Sequenzen, wie der Angriff der Vampirfledermäuse auf die gefangenen Ladies. Aber das ist halt auch irgendwie Baldi: Deswegen mag ich den Mann ja schließlich. Doch dafür gibt es immer wieder sehr schöne Einstellungen, wie z.B. die Szene in der Tony Anthony mit Lanzen und Pfeilen traktiert wird; ebenfalls originell ist der Vorspann, in dem Anthony durch eine Art Kramladen stromert, während die Credits auf Etiketten, Konserven oder Schildchen auftauchen.
Der Streifen legt eine besonders raue Gangart vor, was die Freigabe ab 16 zumindest erstaunlich erscheinen lässt. Wenn etwa Hart den guten Pike mit einem Knüppel brutal zusammenschlägt, ist das schon recht harter Tobak. Genauso wie die Schrotladung von unten in die Eier, die Anthony so ähnlich schon mal im „Ein Dollar zwischen den Zähnen“ verabreicht hatte. Klasse auch das Finale mit seinem explosiven Abgang. Tony Anthony gibt´, obwohl er diesmal einen Namen führt und andere Klamotten trägt, irgendwie wieder den „Stranger“. Vielleicht bestärkte mich in diesem Eindruck die Schrotflinte, die zu Anthonys Standardarsenal zu gehören scheint *Lach*. Doch auch der übrige Cast liefert ordentlich ab, besonders Ricardo Palacios, dem einmal sogar die Ratten fast den Sack abkauen, macht eine gute Figur sowie Goffredo Unger, der hier übrigens auch für die SFx zuständig war.
Der Savina-Score ist größtenteils unauffällig, aber nett anzuhören: akustische und halb-akustische Gitarren stehen neben Bluesharp und dem Gesang der göttlichen Edda Dell’Orso, ab und an entsetzt durch ein großes Orchester.
Der Streifen wurde im übrigen 2009/10 dank Tony Anthony neu abgetastet, lief aber hierzulande, glaube ich, nur auf der Berlinale 2011.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 20 Gringos, Mexikaner, Indianer, an die 30 Frauen

Explizite Brutalitäten:

  • Polk gibt Abilene ein paar amtliche Ohrfeigen, als die ihn als „dickes Schwein“ bezeichnet
  • Hart mischt Polk im Rahmen einer kleinen Fragestunde auf
  • Pike nudelt Hart durch, damit der ausspuckt, wo er Polk geparkt hat. Dabei kommt unter anderem ein glühendes Kantholz zum Einsatz
  • Polk vermöbelt Hart, um sich dafür zu rächen, dass ihm Ratten fast den Sack abgekaut haben
  • Hart vertrimmt Pike mit einem Holzknüppel

Liebe:

Keine Chance für die Liebe. Mit viel Wohlwollen: 1/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Hart führt eine Schrotflinte mit
  • Einer der Gangster nutzt ein tödliches Jo-Jo: eine Schlinge mit Stahlkugel am Ende und Rückholvorrichtung
  • Für Pikes Ende hat sich Hart was ganz Besonderes ausgedacht


 

 

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