Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Arizona Colt

Info

OT:
Arizona Colt
AT:
Il Pistolero di Arizona
Halleluja, Companeros

Jahr: I/F 1966
R, B:
Michele Lupo
B:
Ernesto Gastaldi, Luciano Martino
K: Guglielmo Mancori
M: Francesco De Masi
D: Giuliano Gemma, Fernando Sancho, Roberto Camardiel, Corinne Marchand

Quelle: DVD (Movie Power)

Poster, Lobbycards etc. von "Arizona Colt"

 

Inhalt

Banditenfürst Torrez Gordo Watch (Fernando Sancho) überfällt mit seiner Gang, die sich etwas theatralisch „Die blutige Peitsche“ nennt, einen mexikanischen Provinzknast. Mit den befreiten Gefangenen will Watch die durch natürliche Fluktuation entstandenen Lücken in seiner Gefolgschaft auffüllen. Der augenscheinlich gelungene Coup erweist sich für die Banditen im weiteren Verlauf als folgenschwerer Fehler: Unter den Befreiten ist der Kopfgeldjäger Arizona Colt (Giuliano Gemma), der selbstredend keine Lust hat, sich der Blutigen Peitsche anzuschließen und hierzu handfeste Überzeugungsarbeit leistet.
Watch, der das fürs erste mal unter „Weg mit Schaden“ abbucht, hat bereits sein nächstes Projekt im Auge: den Überfall auf die gut bestückte Bank des Weilers Blackstone Hill. Zwar kann sein Kundschafter Clay (Nello Pazzafini) den Tatort weisungsgemäß ausbaldowern, doch wird er von der flotten Dolores (Rosalba Neri) aufgrund seines verräterischen Peitschen-Tatoos enttarnt, worauf er die Zeugin per Genickbruch stummmachen muss. Clay kann sich abseilen, und der Banküberfall wird am nächsten Tag ein voller Erfolg, doch Zeugen erkennen Clay wieder.
Nun kommt Arizona wieder ins Spiel: Da Dolores’ Vater (Andrea Bosic) nicht genug Bares besitzt, um die geforderten fünf Riesen zu zahlen, lässt sich Arizona auf 500 Mäuse plus eine Nacht mit Dolores’ spröder Schwester Jane (Corinne Marchand) runterhandeln und für die Rachetat engagieren. Den guten Clay kann er dann auch recht schnell eintüten, fängt sich dabei aber ein paar derbe Dinger von Watch persönlich. Dank des abtrünnigen Gangmitglieds „Whisky“ (Roberto Camardiel), der den gesamten Zaster der Banditen an sich genommen hat, überlebt Arizona die Spezialbehandlung, wird jedoch um Teil zwei seines Lohns geprellt. Ziemlich verschnupft verweigert er den Bürgern Blackstone Hills erst einmal jede Hilfe, als „Die blutige Peitsche“ den Ort wutschnaubend und leichenreich nach Whisky und dem abhanden gekommenen Bandenvermögen durchsucht.
Aber Arizonas Schnupfen ist ja schließlich nichts, was die Aussicht auf ein paar Dollars extra nicht wieder kurieren könnte.

Zitate

„Mein Vater hatte eine fantastische goldene Uhr; in die hatte ich mich richtiggehend vernarrt.. Eines Tages sagte er: ‚Wenn ich mal sterbe, gehört sie dir.’ Fünf Sekunden später war sie mein.“

Watch: „Wie hat deine Mutter dich genannt?“ – Arizona Colt: „Wie das Land, das ihr tyrannisiert: Arizona.“ „Arizona. Und wie weiter?“„Colt. Arizona Colt. Ein Land, eine Pistole.“ – „Der Name gefällt mir.“

Watch zu den Bankkunden: „So, jetzt seid alle schön lieb, sonst muss Papi das teure Blei verschwenden.“

„Was ist denn das?? Wer lässt denn so einen Liliputaner in einen Saloon?“ (Whisky kritisiert die Größe handelsüblicher Ausschank-Gläser)

Die Kritik des Gunslingers:

Nach etlichen Peplums und einer Westernkomödie mit Franco und Ciccio stellt dieser Streifen das eigentliche Western-Debut Michele Lupos dar, dessen Genre-Beitrag insgesamt eher schmal bleiben sollte. Er legt dabei eine Gangart vor, die man nur als robust bezeichnen kann mit ihren fast ausschließlich vom diesmal Minipli tragenden Fernando Sancho ausgehenden Härten und einem Bodycount, der schlichtweg beachtlich ist.
Bei aller Brutalität verzichtet Lupo nicht auf komödiantische Elemente. In einer Szene beispielsweise zwingt der nur noch Unterstrampler tragende Gemma Pazzafini, seine Klamotten abzulegen, weil die noch nicht bleidurchlöchert sind. Unter seiner Kluft trägt der üble Schurke dann auch noch zartrosa Unterwäsche. Dazu gibt’s zahlreiche Nebenfiguren, die Lupos Faible fürs Lustige im Schrecklichen widerspiegeln, wie beispielsweise den an Don Camillo gemahnenden Priester (Pietro Tordi), den verrückten Totengräber (Renato Chiantoni) oder natürlich Whisky, der seinem Namen alle Ehre macht.
Gemma selbst, der ja eh’ häufig mit einer gehörigen Prise Selbstironie auftritt, zeigt wieder eine ziemlich körperbetonte Performance und bietet eine etwas weniger zynische Version seines Ringo. Fernando Sancho glänzt einmal mehr in seiner Paraderolle als barocker, sadistischer Mordbube mit Sinn für geschmacklose Scherze auf Kosten anderer. Fein etwa, wie er eine Geisel umlegt, nur weil der Typ alle anderen um Haupteslänge überragt.
Der überaus gelungene Showdown in der Sargtischlerei ist eine Mischung aus Hütchenspiel und „Gilda“, wenn ihr wisst, was ich meine ;-).
Abzüge gibt’s allerdings aus meiner Sicht für die Länge des Streifens, die die Story nicht unbedingt trägt, was zu phasenweise störendem Tempoverlust führt.
Das Gunplay ist ordentlich, und auch die Sounds kommen zumindest in der deutschen Fassung schön fett. Dazu liefert Guglielmo Mancori eine klassische Spaghetti-Kamera, die nicht nur die staubige Umgebung wirkungsvoll einfängt, sondern uns auch mit etlichen Closeups erfreut. Der schöne Score von De Masi serviert in erster Linie Bluesharp und Streicher mit gelegentlichen Whistling- und Choreinlagen.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca 110 Gringos und Mexikaner, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

Für Brutalitäten, die expliziten vor allem, ist fast ausschließlich Torrez Gordo Watch zuständig:

  • Einem alten Mann, der seiner Gang nicht beitreten will, schießt er erst in die Hände, dann in den Schädel
  • Er legt einen Bankkunden allein deswegen um, weil er zu groß ist
  • Trotz gegenteiligen Versprechens schickt er sechs Viehhändler ins Jenseits
  • Er zerballert Arizona die Extremitäten und lässt ihn liegen

"Die blutige Peitsche" durchkämmt auf der Suche nach Whisky und dem entschwundenen Zaster Blackstone Hill und lässt dabei kräftig Dampf ab

Liebe:

Jane steht schon auf den charmanten Arizona, der allerdings erst spät sein Herz entdeckt: 2/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Whiskys Spezialität sind zu Handgranaten umfunktionierte Feldflaschen
  • Um einen fliehenden Mann zu erschießen, nutzt Watch einen seeehr langläufigen Colt
  • Arizona ist Milchtrinker; Bier geht aber auch … zur Not. Er ist zudem „Kartenkünstler“, andere würden’s vielleicht Falschspieler nennen
  • Anstelle von Geiern lässt Lupo einen Marabu über der Szenerie kreisen, ohne zu beachten, dass es Marabus nur in Afrika gibt ;-)

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien