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Bete, Amigo

Info

OT: 
Che c’entriamo noi con la Rivoluzione?
AT:

Die zwei glorreichen Halunken von Santa Cruz
¡Qué nos importa la Revolución! (SP)

Jahr: I/SP 1973
R, B: Sergio Corbucci
B: Massimo Franciosa, Sabatino Pupillo
K: Alejandro Ulloa
M: Ennio Morricone
D: Vittorio Gassman, Paolo Villagio, Eduardo Fajardo, Leo Anchoriz, Riccardo Garrone

Quelle: TV (ZDF)

 

Inhalt

Der italienische Schauspieler Guido Guidi (Vittorio Gassman), gesegnet mit mehr Herzblut als Talent, tourt Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinem Ensemble durch Texas. Als sich die Truppe mal wieder aufgrund finanzieller Querelen aufzulösen droht, kommt Rettung in Gestalt des mysteriösen Peppino Garibaldi (Riccardo Garrone). Der bietet eine Menge Zaster, wenn sich Guidi stantepede ins mexikanische Vera Cruz aufmacht, um dort Shakespeares „Richard III“ aufzuführen. Da lassen sich die Schauspieler selbstredend nicht zweimal bitten.
Doch Peppino hat andere als kulturelle Interessen: Er unterstützt den Revolutionär „General“ Carasco (Leo Anchoriz), der nun die pompöse Theater-Premiere nutzt, um Vera Cruz im Handstreich für Comandante Zapata einzunehmen. Kurze Zeit später rückt allerdings schon die Armee in Gestalt von Colonel Herrera (Eduardo Fajardo) an, der zur Begrüßung jede Menge Kanonen im Schlepptau hat und die Dinge wieder gerade rückt.
Guidi kann nun zusammen mit dem ebenfalls italienischen Padre Albino (Paolo Villaggio) fliehen und bewahrt nebenbei und aus Versehen Carasco vor dem Erschießungs-Peloton. Während Carasco seinen revolutionären Kampf fortsetzt, beginnt für Guidi und Albino eine Odyssee durchs strauchelnde Mexiko, die sie mal in die Hände Carascos, dann wieder in die Gewalt seines Widersachers Herrero oder sogar die von handabschneidenden Banditen spielt.

Zitate

Carasco: „Wir fordern Freiheit. Was fordert ihr?“ – Guidi: „Die Rückkehr nach Italien.“

Herrero: „Erste Schwadron … Aufsitzen und in die Stadt einrücken!“ – Offizier: „Dann werden sie von unseren eigenen Kanonen massakriert.“ – „Es werden schon genug übrig bleiben, um Carrasco und seine verlauste Bande zu stellen.“

Herrero: „Ich rekapituliere: Sie haben mein Exekutionskommando mit einem Maschinengewehr niedergemäht und dem Rebellen Carrasco zur Flucht verholfen. Dennoch behaupten Sie, dass die beiden Vorfälle nur aus Versehen geschehen sind.“

Offizier: „Sie haben 30 abgehackte Hände von Rebellen gebracht, das Stück zu 30 Pesos. Wollen Sie zählen, bevor ich zahle?“

Die Kritik des Gunslingers:

In diesem, seinem letzten von insgesamt drei Revolutionswestern, verstärkt sich der Eindruck, dass Sergio Corbucci sein Pulver weitgehend verschossen hatte. Er bietet uns wieder die bereits in „Mercenario“ und „Zwei Companeros“ eingeführte Figurenkonstellation an, in dem er einem engagierten Charakter – Revolutionär, Kirchenmann – einen opportunistischen – Söldner, Waffenhändler, Schauspieler – mit massiv ausgeprägtem Eigeninteresse zur Seite stellt.
Hier allerdings ist die Schose von Beginn an auf witzig gebürstet, was phasenweise auch funktioniert. Besonders Vittorio Gassman als manirierter, eingebildeter und von der eigenen Größe restlos überzeugter Schauspieler macht eine gute Figur. Hier beleuchtet Corbucci sogar ein wenig ein oft diskutiertes Thema, nämlich die Vereinahmung sich unpolitisch gebender Künstler für Propagandazwecke. So lässt sich Guidi von beiden Seiten immer wieder für Scharaden anheuern, um die eigene Haut zu retten. Doch ihm gestattet Corbucci wiederum eine charakterliche Entwicklung, in dem er ihn am Ende endlich seine Position finden lässt.
Wie nicht anders zu erwarten, kriegen wir auch hier ordentlich was auf die Augen und, was Gunplay und Action betrifft, die Ohren. Sowohl Alejandro Ulloa, als auch Ennio Morricone waren auch bei den anderen Revolutionsepen Corbuccis dabei. Während Ulloa wieder amtlich liefert, fand ich den leicht swingenden Score Morricones mit seinen Maultrommeln, Banjo- und Whistlingeinlagen ein wenig zwiespältig. Damit passt er sich allerdings dem uneinheitlichen Gesamteindruck des Streifens an. Es gelingt nicht, die humoristischen und tragischen Aspekte der Geschichte zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen. Da stehen heftige Szenen, wie der Verkauf abgehackter Bauernhände oder Massaker und Massenexekutionen neben beispielsweise Vittorio Gassman, der sich als angemalter Othello mit Weihwasser reinigt, um einem rassistischen Lynchmob zu entfliehen.
Etwas gewöhnungsbedürftig, wenn auch nicht schlecht, ist auch die TV-Neusynchro, an die man sich erst mal gewöhnen muss.

Rating: $$$+

Bodycount:

> 70 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Herrero bezahlt einer üblen Truppe 30 Pesos für jede abgehackte Hand eines Revolutionärs. Klar, dass sich die Banditen vor allem bei harmlosen Peones bedienen
  • Als einer von Herreros Nutten eine Schellack-Platte mit einer Verdi-Oper zerbricht, kriegt sie eine saftige Abreibung
  • Massenexekutionen mal mit, mal ohne Grammophon-Beschallung und einige Massaker

Liebe:

klare 0/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

Nicht nur die Luftrettung, auch die Babyklappe hält Einzug ins Genre ;-)

 

 

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