Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Bis aufs Blut

 

Info

OT: 
Tierra brutal
AT:

The Savage Guns

Jahr: USA/SP/GB 1961
R: Michael Carreras
B: Edmund Morris
K: Alfredo Fraile
M: Antón Garcia Abril
D: Richard Basehart, Don Taylor, Alex Nicol, José Nieto

Quelle: TV (WDR)

 

Inhalt

Der Gunslinger Steve Fallon (Richard Basehart) will nur noch eins: Wumme an den Nagel und Beine hoch. Doch ausgerechnet in Sonora, einem mexikanischen Provinzkaff, macht sein Zossen völlig entkräftet die Grätsche. Denn Sonora ist eine Gegend, in der man sich zwar gepflegt ein raues, bleihaltiges Lüftchen um die Nase wehen lassen kann. Für den Ruhestand also eher ungeeignet.
Platzhirsch ist hier der Großbonze Ortega (José Nieto), der mit Hilfe seiner Banditentruppe, angeführt durch den Gringo Danny Stone (Alex Nicol), die lokalen Kleinfarmer um ihr Land bringt. Letzte Hoffnung der Gepeinigten ist Don Hernan (Fernando Rey), ehemaliger Grande der Ortschaft, den Ortega einst abserviert hat. Aber Hernan hat sich ganz gut eingenischt in seiner kleinen Butze am Meer und dem lockeren Hausarrest, den ihm Ortega verordnet hat. Sprich: Er denkt nicht daran, etwas zu unternehmen. Außerdem räumen ihn Ortegas Jungs eh schon bald aus dem Weg.
Hier landet also unser Stevie, und zwar auf der Hacienda von Mike Summers (Don Taylor), einem traumatisierten Kriegsveteran, der ebenfalls nicht zum Widerständler taugt. Und Fallon verspürt keine Lust, seinen Colt in den Dienst der Sache zu stellen. Erst die Romanze mit Summers’ Schwägerin Juana (Maria Granata) und diverse unliebsame Konfrontationen mit Stone und seinen Bandidos führen einen Gesinnungswandel herbei.

Zitate

Ortega: „Ich führe keinen Krieg gegen Frauen und Kinder.“ – Danny: „Das nicht, aber du lässt sie gern als Witwen und Waisen zurück.“

Ortega: „Na, Paco, das Ganze noch mal von vorn?“ (Die Rede ist von der durch Danny verabreichten Faustkur)

Steve: „Wer immer bloß Schutz sucht, wird niemals stark.“

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser amerikanisch co-produzierte und in Spanien gedrehte Eurowestern plätschert schon schüchtern der drei Jahre später mächtig losbrandenden Italowestern-Welle voraus. Zumindest technisch – Drehort – aber auch teilweise vom Setting her – Ort der Handlung, Mexikaner als Schurken – und einige ungewöhnliche Härten weisen bereits in Richtung Spaghettistan. Der Streifen ist zudem schön fotografiert und setzt die spanische Landschaft in teilweise auffallend brillanten Farben in Szene – nein, ich hatte keine Erfrischungen zu mir genommen *lach*.
Trotz seiner knapp bemessenen Laufzeit ist der Film leider mit etlichen Längen behaftet. So nervt beispielsweise das endlose, irgendwie arg keusche Süßholzgeraspel zwischen Steve und Juana, das nach dem ersten Viertel leider eingewoben wird. Überhaupt: Die Chemie zwischen Basehart und Granata stimmt einfach nicht. Und auch die Dialoge zwischen Steve und Mike über Gewalt, Gegengewalt, Feigheit und Mut sind nicht wirklich erhellend. Insgesamt verläuft die Handlung sehr straight bis zum vorhersehbaren Happy-End. Abrils Score bietet klassische, also streicher- und bläserdominierte, Orchesteruntermalung. Eine der stärksten Szenen kommt gleich zu Beginn: Die Banditen bauen sich vor einem Mex-Farmer (Victor Bayo) auf, der verzweifelt versucht, die Ladehemmung seines Gewehrs zu beseitigen. Das schauen sie sich kurz an, bewegungslos, ohne ein Wort zu sagen, bevor sie ihn umlegen.
Darstellerisch ist die Schose zwar nicht missglückt, doch recht uninspiriert. Ausgenommen bleibt José Nieto als verkrüppelter Fiesling. Ansonsten laufen etliche bekannte Spaghetti-Visagen auf und lassen sich zumeist vor Filmende eintüten: neben José Nieto beispielsweise José Manuel Martin oder Xan das Bolas.
Den Streifen mitproduziert hat die britische Firma Capricorn, die Michael Carreras leitete und die nur diesen einen Film machte. Carreras, hauptamtlich Produzent, ist Sohn eines der Gründer des Hammer-Studios, auf das er sich nach 1961 wieder voll konzentrierte. Als Produzent dieses Streifens zeichnete auch Drehbuch-Autor Jimmy Sangster, dessen Arbeiten für Hammer Legion sind. Unter den Beteiligten erwähnenswert ist noch Don Taylor, der überwiegend Regie führte. So drehte er mit „Die fünf Gefürchteten“ einen mehr als achtbaren Genre-Beitrag. Und auch Alex Nicol hat einige Bezüge zum frühen Western all’Italiana: Er spielte beispielsweise in „Gesetz der Bravados“.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 12 Mexikaner, ein Gringo

Explizite Brutalitäten:

  • Dannys Leute verschwarten Summers’ Schwiegervater Paco (Felix Fernandez), um Näheres über den Fremden zu erfahren, der sich später als Steve entpuppt
  • Fallon legt drei Mexikanos hinterrücks um, nachdem er ihnen kurz „Zieht!“ zugerufen hat.

Liebe:

Mike und seine Gattin Ranchea (Paquita Rico) sowie Steve und Juana schaffen es nicht, ein Feuer der Leidenschaft zu entfachen: 0/10

Splatter:

1/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien