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Blutiges Blei

Info

OT: 
Il Prezzo del Potere
AT:
La Muerte de un Presidente (SP)

Jahr: I/SP 1969
R:
Tonino Valerii
B:
Massimo Patrizi
K:
Stelvio Massi
M: Luis Enriquez Bacalov
D: Giuliano Gemma, Benito Stefanelli, Warren Vanders, Ray “Rai” Saunders

Quelle: DVD (Best/Carol Media)

Poster, Lobbycards etc. von "Blutiges Blei"

 

Inhalt

Fast 20 Jahre sind seit Ende des Bürgerkriegs vergangen; doch noch immer ist besonders in Texas keine Ruhe eingekehrt. Hier arbeiten verschiedene Verschwörergruppen zusammen, die lediglich die geplante Beseitigung des liberalen Präsidenten Garfield (Van Johnson) eint: Die Gruppe um den stinkreichen Pinkerton (Fernando Rey) und den texanischen Gouverneur (Julio Peña) will „texanische“, sprich ihre eigenen, Interessen in der Bundespolitik durchsetzen, mit dem derzeitigen Vizepräsidenten (José Suarez) als Galionsfigur. Den nämlich hat Pinkerton durch belastende Dokumente in der gierigen Hand. Die andere Gruppe leiten der durchgeknallte Killer Wallace (Mike Harvey) sowie Jefferson (Benito Stefanelli), Sheriff von Dallas, die mit dem Tod des Präsidenten eine Neuaufnahme des Bürgerkriegs nebst Revision seiner Ergebnisse bezwecken wollen.
Zwar ist das Attentat auf Garfield als Gemeinschaftsaktion beider Gruppen im zweiten Versuch erfolgreich, doch dann beginnt’s schief zu laufen für die Verschwörer. Erstens weigert sich der inzwischen integer gewordene Vizepräsident mitzuspielen, und er vertraut sich stattdessen Garfields rechter Hand McDonald (Warren Vanders) an, um mit ihm zusammen die Schose gerade zu rücken. Zweitens rückt den Attentätern der junge Bill Willer (Giuliano Gemma) auf die Pelle, denn leider haben die Verschwörer seinen Vater (Antonio Casas) umgenietet und seinen besten Freund Jack (Rai Saunders) als Präsidentenmörder diffamiert und liquidiert. Das macht Bill gar nicht froh, oh nein, gar nicht. Drittens schließlich gibt’s ordentlich Stunk unter den Verschwörern selbst, denn der großbürgerliche Pinkerton-Arm möchte die nun überflüssigen, schmutzigen Gehilfen lieber heute als morgen loswerden. Also stellt man sie kurzerhand an den Pranger und zeitigt sie des Präsidentenmordes.
Dieses nahezu unentwirrbare Geflecht können nur die Colts noch ordnen … und auch dafür ist Bill Willer der richtige Mann.

Zitate

„Aber schuldig oder unschuldig … darum geht’s doch gar nicht. Er ist ein Schwarzer: Ihn knüpfen sie erstmal auf, und dann interessieren sie sich für seine Schuld.“ (So läuft’s bei den Dallas Cowboys)

Die Kritik des Gunslingers:

Mit „Blutiges Blei“ inszenierte der fähige Tonino Valerii einen politischen Italowestern, der seine Botschaft zur Abwechslung mal nicht in mexikanischen Revolten und Revolutionen verpackt. OK, „Botschaft“ ist vielleicht etwas dick aufgetragen, aber immerhin findet man hier so etwas wie einen Appell an Toleranz, gleiche Chancen und Rechte für alle sowie ein friedvolles Miteinander.
Der Film ließ sich klar inspirieren durch den Mord an Präsident Kennedy rund sechs Jahre zuvor: So verlegt Valerii den Schauplatz des tatsächlich geschehenen Attentats auf Garfield kurzerhand von Washington nach Dallas. Anstatt eines einzelnen Psychos bringt der Film außerdem verschiedene Pressure-Groups ins Spiel sowie einen Sündenbock, der als Mörder herhalten muss und selbst ermordet wird. Auch das Attentat an sich erinnert stark an die bekannten TV-Bilder aus Dallas von 1963.
Die Schauspieler sind allesamt bis in die Nebenrollen, die bewährte Kämpen wie Riccardo Pizzuti, „Pepe“ Calvo oder Francisco Braña bekleiden, auf der Höh’. Besonders hervorheben möchte ich hier den Amerikaner Warren Vanders: Sein McDonald verkörpert den Politiker neuen Schlages, der mit allen Seiten sogar gute Beziehungen pflegt, dessen Ziele aber bis zum Schluss im Dunkeln bleiben. Benito Stefanelli, der meistens nur grimmig durch seinen Bartwildwuchs schauen muss, kann in seiner Fluchtszene seine gesamten Stuntman-Fähigkeiten ausspielen und zeichnet auch für das Gunplay des Streifens verantwortlich.
Alles in allem merkt man dem Film an, dass Valerii mit größerem Budget arbeiten durfte. Keine Geldverschwendung, liebe Freunde. Freude macht auch der Score von Luis Enriquez Bacalov, dessen Hauptthema schwermütig mit Streichern, Frauenchor, Gitarren und Bluesharp dahergeritten kommt.

Rating: $$$$+

Bodycount:

ca. 40 + Jack

Explizite Brutalitäten:

  • Des Sheriffs Büttel walken den guten Jack mehrmals durch, zumeist just for fun
  • Bill und sein Kumpel Nick (Manuel Zarzo) befragen einen von Jeffersons Schergen mithilfe von Viehketten
  • Jefferson spielt mit Bill russisches Roulette - allerdings in einer zu seinen Gunsten leicht, aber entscheidend abgewandelten Variante

Liebe:

Hey, Freunde, hier geht’s um Politik: 0/10

Splatter:

3/10

 

 

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