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Colorado Charlie

Filmausschnitt(e)

Info

OT: 
Colorado Charlie

AT:
Un Meticcio chiamato Cimetiero

Jahr:
I 1965
R: Roberto Mauri („Robert Johnson“)
B: Nino Stresa
K: Edmondo Affronti
M: Angelo Giocacchino
D: Jacques „Jack” Berthier, Livio Lorenzon („Charlie Lawrence”), Brunella Bovo („Barbara Hudson”), Luigi Batzella („Paolo Solvay”)

Quelle: VHS (Polygram)

 

Inhalt

Sheriff „Wild“ Bill Danders (Jacques Berthier) ist eine Legende unter den Revolverschwingern. Doch jetzt hat er die Nase voll und will mit seiner frisch Angetrauten Nora (Brunella Bovo) dem waffenfreien Landleben frönen. Aber Bills Nachfolger Jim hat nicht lange Freude am Blechstern: Die Emeritierung Bills ist nämlich nicht unbemerkt geblieben, und so zieht die Gang von Colorado Charlie (Livio Lorenzon) in den bis dato friedlichen Weiler ein und macht kräftig Stunk. Jim tut zwar sein Bestes, doch das ist eindeutig zu wenig. Und statt „Setzen, sechs“ springt für ihn nach bester Westmanier eine Beerdigung auf Staatskosten raus.
Das wiederum ruft Bill noch vor Vollzug in der Hochzeitsnacht von der darob zornigen Gattin runter und an die Colts zurück. Zwar kann er Charlie nach Austausch bleierner Höflichkeiten recht schnell festsetzen, um ihm eine Hanfkrawatte anpassen zu lassen. Nach fairem Prozess selbstredend. Doch Ruhe kehrt nicht ein.
Der Rest der Gang nämlich macht sich aus dem grenznahen Laredo auf, um ihren aus dem Verkehr gezogenen Boss zu befreien. Und der möchte jetzt an Bill sein Mütchen kühlen. Allerdings hat der sich auf Betreiben der Gattin zwischenzeitlich als Krämer und unter falschem Namen in einer waffenlosen Gemeinde in New Mexico niedergelassen. Aber was so ein echter mexikanischer Kampfhund wie Colorado Charlie ist, gibt so schnell nicht auf, auch wenn am Ende der Zufall helfen muss, um den Gesuchten aufzuspüren. Und dann kann es nur noch einen geben …

Zitate

Timmie (Gerlando Martelli): „Bill, oh, bitte, lass mich deinen Colt nur einmal in die Hand nehmen.“„Meinetwegen, aber danach gehst du sofort schlafen.“ (Der Colt, der singt ein Wiegenlied (wink))

Bill: „Es tut mir leid, Nora. Es gibt Dinge, die ein Mann tun muss.“ (Aaaaah, ja)

Colorado: „Pete, nimm dir was von dem Wein.“ – „Davon schwellen mir die Füße an.“

Colorado: „Eine Frau zu verletzen ist gegen meine Natur … außer, es ist unbedingt nötig.“

Die Kritik des Gunslingers:

Ich muss ja zugeben, dass Streifen mit Roberto Mauri auf dem Regieschemel auf mich ähnlich anziehend wirken wie Autan auf Mücken. Einerseits. Aber andererseits ist dieser Streifen, Mauris Genre-Debüt, wirklich verdammt selten (wink), und zweitens, hey, es ist halt unsere Mission und irgendwie auch Passion, alle Italos zu knipsen, die uns vor die Flinte kommen. Auch wenn da doch die eine oder andere Fahrkarte dabei ist *lach.
Also, gleich mal vorausgeschickt: Erstaunlicherweis‘ ist dieser Film so übel nicht. Am überraschungslosen Plot entlang entwickelt sich sogar ein geradliniger Actioner mit Besinnungsmomenten. Die schauspielerischen Anstrengungen tragen Früchte. So sind insbesondere die beiden Hauptrollen gut besetzt: auf der einen Seite der mir bis dato völlig unbekannte Franzose Jacques Berthier und als sein Gegenspieler Livio Lorenzon, eine der bekannteren und oft gebuchten „Charakterfressen“ des Italowesterns.
Insgesamt ist der Mix ganz unterhaltsam. Dem Handlungsstrang um die Kabbeleien der beiden Kontrahenten fehlt zwar die nötige Tiefe. So ist der zeitliche Ablauf nicht stimmig, und auch die angedeutete „alte“ Bekanntschaft zwischen Colorado und Bill wird nicht weiter ausgeführt. Auf der anderen Seite sorgt dieser Teil der Geschichte für die nötigen Action-Elemente.
Gegengewicht ist der besser ausgeleuchtete Plot um die Beziehung Nora/Bill. Die beiden fechten den schon fast biblischen Konflikt um Gewaltlosigkeit und (männlichen) Stolz aus. Nora, gebranntes Kind, ist fast schon fanatische Pazifistin, während Bill zwar guten Willens ist, sich aber immer wieder hinreißen lässt und zur Kanone greift. Die Motive mögen vordergründig immer unterschiedlich sein, drehen sich aber letztlich immer darum, die Ehre zu bewahren. Der Zwist gipfelt darin, dass Nora Bills Revolvergurt heimlich entsorgt, so dass er erst einmal nicht zum Showdown mit Colorado antreten kann und als letzte Flasche dasteht. Zumal ihn die Bürger der Gemeinde, anstatt ihm gegen die Banditen zu helfen, noch aus dem Örtli schmeißen, als sie mitbekommen, wer da eigentlich ihren lokalen Einzelhandel betreibt. Hier hat der Streifen offensichtlich von „12 Uhr mittags“ genascht.
Der Film hat zwar ein dem frühen Entstehungsdatum geschuldetes, eher amerikanisches „Look and Feel“. Was Atmo und Stil betreffen, tauchen klassische Italo-Elemente nur sehr schüchtern auf. Allerdings ist der Score von Angelo Giocacchino sehr genretypisch und goutabel geraten: ein melancholisches Trompetenthema, gespielt von Michele Lacerenza, der für verschiedene Italos u.a. „Sartana“ (1966) selbst als Komponist in Erscheinung trat. Akustische Gitarren, die sich ab und an von der Bluesharp begleiten lassen, sorgen für den mexikanischen Zungenschlag. Und für die Stimmung ist noch ein Chor dabei.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 17 Gringos, ca. 4 Mexikanos

Explizite Brutalitäten:

  • Colorado säbelt dem verwundeten Dick (Alberto Cevenini) ein Stück Blei aus der Schulter und brennt die Wunde mit Schießpulver aus. Richtig viel Schießpulver (wink)
  • Colorados Banditen befragen Noras Vater (Ugo Sasso), allerdings sehr moderat, wenn man die üblichen mexikanischen Standards zugrunde legt
  • Bill durchläuft da einen schon etwas härteren Abreibungsparcours

Liebe:

Bill und Nora: Was sich liebt, das neckt sich 3/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

Colorado kann blöderweise keine Uhr lesen, was zu Schwierigkeiten bei der Terminierung des Shoot outs führt (wink)


 

 

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