Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Drei Pistolen gegen Cesare

Info

OT: 
Tre Pistole contro Cesare
AT:
Trois Pistolets contre César (ALG/F)

Jahr: I/ALG 1966
R, B:
Enzo Peri
B:
Piero Regnoli („Dean Craig“)
K:
Otello Martelli
M:
Marcello Giombini
D: Thomas Hunter, James Shigeta, Nadir Moretti, Gianna Serra

Quelle: TV (RTL)

 

Inhalt

Whittaker „Whity“ Selby (Thomas Hunter) scheint das große Los gezogen zu haben: Kurz bevor ihn der Sheriff aus einem namenlosen Kacknest in Kansas hinaus expedieren kann, drückt ihm ein Notar ein Schreiben seines verstorbenen, ihm unbekannten Vaters in die Hand. Der Brief war zwar zehn Jahre unterwegs, doch der Inhalt ist höchst erbaulich: Er, Whittaker, erbt eine Goldmine in Laredo, Texas. Dazu ist noch das Foto eines unbekannten kleinen Mädchens enthalten.
Doch groß ist das Hallo, als Whity in Laredo eintrifft und sich an besagter Goldmine gleich mit zwei Figuren (James Shigeta, Nadir Moretti) prügeln muss, die ebenfalls behaupten, Besitzer der Bonanza zu sein. Nach ausgiebigem Befäusteln erkennt man sich als Halbbrüder und rauft sich zusammen, was angesichts der Umstände auch höchst ratsam erscheint. Nicht nur ist die Mine stocktaub, sondern sämtliches Land nebst Sheriff und Dorfzeitung in der Hand des dekadenten Despoten Julius Caesar Fuller (Enrico Maria Salerno). Fuller, der sich gern in weiße oder altrosa Tunikas kleidet und am liebsten mit einem Schock leicht bekleideter Frauen im Dampfbad seiner feudalen Villa plantscht, beherrscht die Gegend mit seinem schwarz uniformierten Mob. Zudem hat er offensichtlich den gemeinsamen Vater der drei verhinderten Glücksritter auf dem Gewissen und dementsprechend Watschen verdient. Das nehmen die Drei nun vehement in Angriff und sind am Ende dann doch noch überraschenderweis’ auf Gold gebettet.

Zitate:

Lester (James Shigeta): „Mein Name ist Lester Kato.“ – Schläger: „Deswegen bist du trotzdem nicht weiß. Beschwer dich bei deinem Alten, dass er mit einer Japanerin gebumst hat.“ (Wer hier gleich kräftig auf die Zwölf kriegt, ist wohl klar)

Die Kritik des Gunslingers:

Nach Verköstigung dieses Streifens musste ich mir auf die Lippen beißen, um nicht zu schreien: „Leck mich fett! Was für ein Kracher hätte das Ding in der Hand eines versierteren Regisseurs werden können??“ Schade, schade, denn der Film birst nur so vor originellen Ideen, die später in der einen oder anderen Form Einzug hielten in andere Genre-Beiträge – und das nicht von ungefähr. Den dekadenten, halbirren Obermotz, der sich ein eigenes Amüsieräffchen hält, findet man etwa in „Yankee" wieder, nur dass sich Fuller nicht von einem Hofmaler portraitieren, sondern von einem gebrochenen Professor (Ferrucio de Ceresa) aus dem Leben von Gaius Julius vorlesen lässt. Eine schwarzgewandete Banditentruppe taucht auch in "Töte, Django" auf. Weißgekleidete Perversos, wie Fullers rechte Hand Bronson (Umberto D’Orsi), erleben – wenn auch in anderer Form - ebenfalls in verschiedenen Streifen wie „Drei Vaterunser für vier Halunken" ihre Wiedergeburt.
Die verschiedenen Spezialwummen Shelbys: ein vierläufiger Colt, der alle Läufe auf einmal abfeuert, oder die Colts, die auch durch die Griffe ballern, bilden Vorbilder für so manches Waffenarsenal. Dazu kommen die detailliert gezeichneten Charaktere der drei Brüder, die alle eine Spezialeigenschaft besitzen: Waffentechnik, Hypnose und Telekinese, Karate. Nicht zu vergessen die subjektive Kamera aus Sicht des über dem Feuer schaukelnden Whity.
Eine Menge hervorragender Zutaten also, die aber in der Hand von Enzo Peri nicht zu einem Meilenstein reichen, sondern „nur“ zu einem unterhaltsamen Überdurchschnitter. Zu zerfahren ist die Inszenierung, die erst nach einer gewissen Zeit eine Linie in den Streifen bringt. Es gibt außerdem leider wieder mal störende Schlägereien, am schlimmsten das Damen-Wrestling zwischen Delia Boccardo und Gianna Serra. Und aus dem Showdown im Dampfbad hätte man mehr machen können.
Die Außenaufnahmen des Films entstanden größtenteils in Algerien: stimmige Optik, gute Atmo.
Gelungen ist auch der Giombini-Score, der ein schmissiges, mit Gitarren, Trompete und Chören bestücktes Titelthema vorhält, und auch darüber hinaus mit Flöte, Whistling und Posaunen recht gut putzt.

Rating: $$$$-

Bodycount:

ca. 47 Gringos

Explizite Brutalitäten:

Die Fullers rösten Whity kopfunter hängend auf kleiner Flamme

Liebe:

Nada: 0/10

Splatter:

1/10

Spezialitäten:

  • Whity führt unter anderem einen vierläufigen Colt mit, dessen vier Läufe nach Auseinanderklappen eine verheerende Wirkung entfalten, da sie zusammen feuern. Seine Colts können auch durch den Griff ballern
  • Whitys Bruder Etienne (Nadir Moretti) macht seine Gegner zum Teil durch Hypnose kampfunfähig. Seine telekinetischen Fähigkeiten setzt er ein, um ein Roulette-Rad zu manipulieren. Gold findet er ab und zu mit Hilfe seines Pendels
  • Der Zugang zu Fullers Villa läuft unter anderem über einen handbetriebenen Außen-Aufzug. Die Dampfleitungen fürs Römische Bad fungieren auch als Nebelmaschine und deren Austrittsöffnungen als Dampfgarer *Lach*

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien