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Einer gegen Sieben

Info

OT:
Duello nella Sila

Jahr: I 1962
R: Umberto Lenzi
B: Ugo Guerra, Luciano Martino, Ernesto Gastaldi (nicht kreditiert)
K: Augusto Tiezzi
M: Gino Filippini
D: Fernando Lamas, Armand Mestral, Liana Orfei, Lisa Gastoni

Quelle: VHS (VPH)

 

Inhalt

Süditalien, 1855: Baron Carteri (Gino Buzzanca) beherrscht als Provinz-Grande sein Fleckchen Erde uneingeschränkt mit harter und korrupter Hand. Er hat nicht nur den Polizeiapparat unter seiner Fuchtel, sondern verfügt auch über einen privaten *hust* Sicherheitsdienst und macht unter der Hand gemeinsame Sache mit den Banditen von Rocco Gravina (Armand Mestral). Was nicht nur seiner Privatschatulle, sondern auch seiner Stellung zugute kommt.
Als Rocco mit ein paar seiner Jungs eine Postkutsche rippt, ruft dies Antonio Franco (Fernando Lamas) auf den Plan: An Bord des Gefährts war nämlich seine Schwester Dina (Daniela Igliozzi), die die Banditen wie auch die anderen Passagiere eintüteten. Und so geht die rote Sonne der Rache auf: Franco presst dem Baron zwar den Namen Roccos ab, der muss allerdings bei den Mittätern passen, weiß nur, dass noch sechs weitere Mörder beteiligt waren. Da sich Carteri renitent zeigt, muss Antonio ihn final still machen, was ihm einen Ehrenplatz in der Galerie sämtlicher Polizeiposten der Umgebung verschafft.
Über die heißblütige Maruzza (Liana Orfei) kann Antonio Kontakt zu Roccos Gang aufnehmen. Die sind zwar nicht begeistert vom vorzeitigen Ableben ihres Gönners Carteri, nehmen den Vogelfreien aber nach absolvierter Bewährungsprüfung in die Bande auf. Nun kann er in Ruhe Nachforschungen über die Beteiligten des tödlichen Postkutschenüberfalls anstellen. Dabei zupass kommt ihm die britische Journalistin Miss Barker (Lisa Gastoni), die ihre kitschig-romantischen Vorstellungen von den auch in England bekannten Banditen in einen entsprechenden Artikel fließen lassen will. Die sind aber gar nicht so nett, und so nimmt Missie gerne das Angebot Antonios an, sie zu beschützen, während sie ihm bei der Recherche nach den Mördern hilft. Aber Rocco hat natürlich schon längst Lunte gerochen.

Zitate

Rocco: „Noch etwas vergessen? Ich habe nämlich keine Lust, Leichen zu fleddern.“ (Bewegende letzte Worte an die todgeweihten Passagiere)

Miss Barker: „Und was war mit den Gendarmen?“ – Rocco: „Die sind gerannt wie die Hasen.“ – „Splendid!“ (Rocco erzählt Schwanks aus seinem Briganten-Leben)

Antonio: „Es gibt Dinge, denen ein Mann nicht ausweichen darf.“ (Bedeutungsschwere Nichtigkeiten)

Sila (Nilo Vingelli): „Mir scheint, die Postkutsche von Cavello müssen wir jetzt teuer bezahlen.“ (Irgendwann ist für alles Zahltag)

Die Kritik des Gunslingers:

Umberto Lenzi hat sich vom Peplum über den Italowestern, Krimi und Poliziottesco bis zum Horror in vielen Genres getummelt. Vorliegender Streifen ist seine dritte Regiearbeit, lässt aber schon seine Vorliebe für Härte zutage treten, wenngleich – der Entstehungszeit geschuldet – noch sehr zahm. Dazu baut er bereits Elemente des Italowesterns ein, der ja erst zwei Jahre später „offiziell“ aus der Taufe gehoben wurde.
Der Plot ist eine klassische Italo-Rachegeschichte, in deren Protagonisten wir ohne Probleme einen wenn auch deutlich weniger zynischen Vorfahren der späteren Gunslinger vom Schlage eines Ringo
oder die diversen Inkarnationen eines Antonio De Teffès wiedererkennen. Wenngleich dem Helden hier noch die Ambivalenz seiner Epigonen fehlt. Auch Atmo und Figurenkonstellation sind klar dem Western entlehnt: Gunslinger, Banditenboss, schweinöser Gouverneur; angefangen vom Kutschüberfall bis hin zum Revolverduell in einem dunklen Schuppen bei Kerzenschein. Überhaupt: Steckt Roccos Halsabschneider in Mexikanerkostüme und Antonio einen Zigarillo in die Futterluke … eh voilà.
Zwar ist der Streifen kein Kracher, denn dafür lässt er nach Einsickern Antonios in die Bande zu sehr die Zügel schleifen. Es dauert einfach zu lange, bis sich unser Rächer sortiert hat und zusammen mit seiner Verbündeten endlich zielgerichtet auf die Suche nach den Mördern macht. Aber am Ende, als es ans große Reinemachen geht, gewinnt der Film doch erheblich an Fahrt. Das angesprochene Duell im Schuppen und auch der Shootout unter „Wettkampfbedingungen“ *lach* sind schön umgesetzt. Dazu ist der Film gut fotografiert und wartet mit einem netten Ende auf, das ganz offensichtlich inspiriert wurde von „Duell in der Sonne“, einem Klassiker des Edelwesterns. Der Soundtrack hat allerdings gar nichts mit Western am Hut: ein sehr hörbarer, klassisch-orchestraler Action-Orchesterscore, wenn ihr versteht, was ich meine (wink).
Nicht nur Lenzi, auch seine Drehbuchautoren sind keinen Unbekannten im Genrefilm. So skriptete Martino später eine Menge Italowestern von „Arizona Colt“ bis „Mannaja“ oder auch den Pre-Giallo „Die Mörderklinik“. Guerra wiederum war beteiligt etwa an „Escondido“ oder „Um sie war der Hauch des Todes“. Und der hier nicht kreditierte, sich aber anscheinend mit an Bord befindende Ernesto Gastaldi ist eh Legende.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 21, 3 Frauen

Explizite Brutalitäten:

Roccos Männer legen bei ihren Überfällen immer alle Zeugen um; Dina wird vorher noch von der gesamten Truppe vergewaltigt

Liebe:

Zwischen Antonio und Maruzza geht Einiges, inklusive einer Blitztrauung: 6/10

Splatter:

1/10

 

 

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