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El Topo

Info

OT: 
El Topo

Jahr: MEX 1970
R: Alejandro Jodorowsky
B: Alejandro Jodorowsky
K: Rafael Corkidi
M: A.J., Nacho Mendez
D: A.J., Jacqueline Luis, Mara Lorenzio, Paula Romo

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Unter der flirrenden Sonne Mexikos reitet Gunslinger El Topo (Alejandro Jodorowsky) – Der Maulwurf – mit Sonnenschirm in der Faust und nacktem Sohnematz (Brontis Jodorowsky) im Sattel hinter sich durch die Wüste. Die beiden gelangen in ein abgelegenes Kaff, Schauplatz eines unglaublichen Blutbades: Mensch und Tier sind aufgeschlitzt; dem letzten Überlebenden gibt das nackte Söhnchen auf dessen Bitten hin den Gnadenschuss.
„Der Colonel“ (David Silva) und seine Gang sind Urheber des Massakers, wie El Topo aus drei todgeweihten Gangmitgliedern rausquetscht. Die restlichen Banditen haben sich in eine Franziskanerabtei zurückgezogen, morden, foltern und vergewaltigen, dass es eine Pracht ist. El Topo beraubt den Colonel daraufhin erst um sein Gemächt und danach wie alle übrigen Bandidos ums Leben.
Zur Weiterreise schließt sich ihm Mara (Mara Lorenzio) an, Ex-Sklavin und –Konkurbine des Colonels, während Söhnchen bei den Mönchen verbleibt. Mara hat nun einen ganz besonderen Job für Topo: Er soll gegen die vier Meister antreten, nahezu unbesiegbare Virtuosen – nicht nur an der Wumme – die sich meditierend an verschiedene Orte in der Wüste zurückgezogen haben. El Topo macht sich auf den Weg, um die Liebe Maras zu erringen. Damit beginnt eine kathartische Reise.

Die Kritik des Gunslingers:

Wow! Was für ein monströser, seltsam zeitloser Streifen, der zwar im Gewand eines italoinspirierten Westerns daherkommt, aber vollgepackt ist mit Zitaten, Anspielungen und Bildern, die eine Unmenge an Deutungsmöglichkeiten zulassen. Da finden sich zum Beispiel immer wieder geradezu blasphemische Sequenzen: gekreuzigte Ziegen, der Bandit, der sich mit Bibelseiten die Nase putzt, die von einer fundamentalistischen Sekte entweihte Kirche usw., die die Abwesenheit von Gott zu beklagen scheinen. Auch die einzelnen Abschnitte sind bibelähnlich übertitelt. Immer wieder blitzt Surrealismus à la Dali durch, gibt sich die Hand mit wirklich kranken Bildern, die später Pasolini mit seinem „Die letzten 120 Tage von Sodom“ in verschärfter Form wieder aufgreifen sollte. Amerikanische Stummfilm-Comedy und Exploitation-Film gehören ebenfalls zu dem Brocken, den uns Jodorowsky angedaut vor die Füße kotzt.
Der Regisseur, eh nicht bekannt für massenkompatible Kost, verzichtet nahezu komplett darauf, Erwartungen eines Publikums an Erzählstrukturen zu erfüllen. Während der erste Teil, mal abgesehen von einigen wirklich seltsamen Szenen, noch vergleichsweise konventionell erzählt ist, ufert’s ab der Suche nach den vier Meistern aus. El Topo lernt von den „Meta-Killern“, bevor er sie zumeist mit einem üblen Trick ins Jenseits schickt. Des Tötens müde, lässt er sich von seinen Begleiterinnen (Mara Lorenzio, Paula Romo) zusammenschießen, wobei er die gleichen Male wie weiland Jesus davon trägt. Jahre später kommt er in einer Gemeinde von durch Inzucht verkrüppelten Aussätzigen wieder zu sich, die in einem abgeschotteten Höhlensystem haust. Dieser verhilft er in seiner neuen Inkarnation und mit dem Wissen der vier Meister als eine Art Guru zu Freiheit und Tod. Man könnte noch Unmengen über den Streifen schreiben, aber das soll für heute reichen.
Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Die meisten werden mit diesem eindeutig erfrischungsbefeuerten Streifen wenig bis gar nüscht anfangen können, von mir kann’s an dieser Stelle nur die Höchstnote geben.

Rating: $$$$$

Bodycount:

unzählbar

Explizite Brutalitäten:

  • Topo durchlöchert einen Banditen (Alfonso Arau) schrittweise, damit dieser die Urheber des Massakers nennt
  • Die Banditen des Colonels morden, foltern und schänden nach Herzenslust
  • Topo kastriert den Colonel öffentlich, worauf sich dieser erschießt
  • Topos Begleiterinnen verabreichen diesem eine amtliche Dosis Blei
  • Die sektiererischen Dörfler halten sich Sklaven, die ermordet, gequält und zu bizarren Volksbelustigungen wie letale Boxkämpfe Verwendung finden. Die Behinderten werden ohne zu zögern umgenietet

Liebe:

El Topo liebt erst Mara, später eine Zwergin (Jacqueline Luis): 4/10

Splatter:

6/10

Spezialitäten:

  • Als Zeitmesser für das Shoot out zwischen El Topo und drei Banditen dient ein sich langsam quietschend entleerender, rosa Luftballon
  • Topo kann dank intensiven Betens Schildkröteneier im Wüstensand finden und mit seinem Colt Quellen aus Steinen zum Sprudeln bringen. Ach ja: Auch ungenießbare Plörre in bestes Trinkwasser zu verwandeln, gelingt unserem gottesfürchtigen Freund
  • Die Meister haben sich unterschiedliche, übernatürliche Kräfte anmeditiert

 

 

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