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Finstere Tal, Das

Info

OT:
Das finstere Tal

Jahr: Ö/D 2014
R, B: Andreas Prochaska
B: Martin Ambrosch
K: Thomas Kienast
M: Matthias Weber
D: Sam Riley, Tobias Moretti, Paula Beer, Hans-Michael Rehberg

Quelle: DVD (Warner)

 

Inhalt

In einem so kleinen wie vom Rest der Welt abgeschnittenen österreichischen Gebirgsdorf geht Ende des 19. Jahrhunderts nix ohne Zustimmung des Brenner-Bauern (Hans-Michael Rehberg). Zusammen mit seinen sechs Söhnen, angeführt durch seinen Ältesten Hans (Tobias Moretti), herrscht er über den Weiler gottesgnadengleich. So muss dem ollen Lüstling zum Beispiel jede Braut solange beiwohnen, bis sie schwanger von ihm wird.
Eines Tages schneit kurz vor Wintereinbruch ein Fremder, Greider (Sam Riley), in das *hust* idyllische Tal. Greider ist Amerikaner und bittet um Aufnahme für den Winter, um Fotos vom Dorf und seinen Bewohnern zu machen. Die Brenner-Söhne wollen den ungebetenen Gast hochkant an die Luft setzen, lassen sich aber durch seine offensichtlich prall gefüllte Geldbörse umstimmen. Also wird Greider bei der Gaderin (Carmen Gratl) einquartiert, einer Witwe, die zusammen mit ihrer Tochter Luzi (Paula Beer) lebt.
Wie nicht anders zu erwarten, gerät Greider schon bald mit den Brenners aneinander, die den Fremden bald nur noch loswerden möchten, und zwar so rasch wie möglich. Und während er sich zunehmend mit Luzi anfreundet, wird klar, dass Greider nicht wegen schöner Fotos ins Dorf gekommen ist. Es gilt, eine alte Rechnung zu begleichen.

Zitate

Hans: „Du bist hie'. Des schwör' i' dir.“ (Man sollt nie zu schnell schwören *lach*)

Die Kritik des Gunslingers:

Mit „Das finstere Tal“ legt Andreas Prochaska tatsächlich einen lupenreinen Ösi-Western vor, der stimmig ist von A-Z. Gedreht in Tirol, feiert der Streifen insbesondere den Italowestern ab: Sets und Ausstattung erinnern schwer an „Leichen pflastern seinen Weg“, und auch „Keoma“ lässt sich in einigen Plotelementen und Kameraeinstellungen ohne Probleme wiedererkennen.
Der Film startet fulminant, als die Brenner-Söhne ein Pärchen, das sich in einem Keller vor den Nachstellungen versteckt, bei Fackelschein heraus zerren: Die Frau wird in die lüsternen Arme von Brenner-Senior geführt, der Bräutigam zur Abschreckung ans Kreuz genagelt. Dann nimmt der Film enorm an Tempo raus, ohne dabei aber an Spannung zu verlieren. Die Kamera verharrt in vielen Close-Ups auf den verhärmten und verhärteten Gesichtern der Dörfler, bietet als fast grausamen Kontrast grandiose, unkitschige Landschaftsimpressionen der Gebirgswelt an. Das Leben aber hier ist kurz, hart und freudlos. Worte verbieten sich von selbst, denn es gibt angesichts der aufgeblätterten Fakten und der sich daraus ergebenden Perspektiven nicht viel zu bereden. Während wir erst allmählich hinter Greiders eigentlichen Ziele kommen, führt uns die Geschichte von Luzi und ihrem Verlobten Lukas die absolute Macht der Brenners vor Augen. Selbst der trauende Pfaffe schwört in seiner Rede das Brautpaar auf die totale Unterwerfung ein. Hier begehrt niemand mehr auf. Wer's trotzdem schüchtern versucht, kriegt eins in die Zähne.
Neben der Kamera und dem düsteren Score wuchert der Film mit seinen Schauspielern. Hier jemanden herauszuheben, wäre vergebliche Liebesmühe. Toll gecastet und bis hinein in die Nebenrollen herausragend. Sehr schön allerdings die Performance von Florian Brückner als jüngster Brenner-Spross Edi, der in seiner Durchgeknalltheit an Typen vom Schlage eines Luciano Rossi gemahnt (wink). Klasse Showdown zudem, auf den näher einzugehen ich mir wegen möglicher Spoiler an dieser Stelle jedoch schenke.

Rating: $$$$$

Bodycount:

ca. 9

Explizite Brutalitäten:

  • Die Brenners kreuzigen zur Abschreckung einen renitenten Bräutigam
  • Greider lässt die gierige Wirtin (Johanna Bittenbinder) im wahrsten Sinne Geld fressen

Liebe:

Bei Lukas und der Luzi geht dieselbige ab, wenn ihr versteht (wink): 5/10

Splatter:

4/10

 

 

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