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Friss den Staub von meinen Stiefeln

Info

OT: 
Three Bullets for a long Gun
AT:

Three Bullets

Jahr: SA 1970
R: Peter Henkel
B: Keith van der Wat, Beau Brummell (Story)
K: Andre Lieberberg
M: Keith Mansfield
D: Beau Brummell, Keith van der Wat, Patrick Mynhardt, Tullio Moneta

Quelle: VHS (Focus Film)

 

Inhalt

Wenn’s allein nach dem nach geradezu salomonisch zu nennenden mexikanischem Gerechtigkeitssinn ginge, hätte der notorische und man sagt wohl schlitzohrige Kleinkriminelle Gomez (Keith van der Wat), genannt „Lucky“, sein letztes Burrito bereits gegessen, als er sich vor den Läufen eines Erschießungskommandos wiederfindet. Doch eine höhere Gewalt hat ein Einsehen und schickt einen Gringo (Beau Brummell) vorbei, der potztausend auch ein Tütchen Blei mitgebracht hat, um dieses qua Winchester den Soldaten zu verabreichen.
Doch der „Major“, wie er sich nennt, handelte selbstredend nicht uneigennützig: „Lucky“ soll ihm bei der Suche nach zwei Kisten Gold helfen, die einst dessen Vater irgendwo in einer alten Mine verbuddelt haben soll. Ebenfalls am Start im Rennen um den Zaster ist der durchgeknallte mexikanische Bandenführer „Hawkeye“ (Patrick Mynhardt) , der zudem noch ein Kröschen mit dem Major fest eingeplant hat: Schließlich hat dieser ihm einst ein fehlendes Auge beschert.
Wie es im alten Westen nun mal Brauch ist, hat jeder der Beteiligten nur einen Teil der nötigen Informationen, so dass man aufeinander angewiesen ist oder sich die fehlenden Details mittels Folter zu beschaffen sucht. Am Ende ist klar, wo die Penunzen liegen, damit aber noch nicht geklärt, wer den Zaster aus dem Loch bergen soll.

Zitate

Hawkeye: „Wo ist die andere Hälfte?" – Lucky: "Warum leckst du mich nicht am Arsch, Amigo? Por favor.“

Moses (Tullio Moneta): „Falls du nach Regen schaust: Hier hat’s seit vier Jahren nicht mehr geregnet.“ – Bandit: „Irrtum, Moses: seit acht Jahren.“

Bandit: „Scheiß dir nicht gleich in die Hosen, Moses. Wir sind zu sechst. Er ist allein.“ (Ein Irrtum, dem schon andere aufgesessen sind)

Die Kritik des Gunslingers:

Mit überwiegend südafrikanischem Stab entstand dieser Cheapo-Italowestern-Verschnitt, der den Gunslinger jedoch in weiten Teilen zu unterhalten wusste. Inhaltlich macht der Streifen deutliche Anleihen an Filmen wie „Zwei glorreiche Halunken“, in denen die Beteiligten über unterschiedliche Allianzen reich zu werden versuchen. Handwerklich und atmosphärisch ist der Film zudem überaus solide gemacht: So bietet die gute Kameraarbeit unter anderem einige nette Zeitlupen sowie typische Ingredienzien wie Detailschüsse von Gesichtern und Waffen, und auch das südafrikanische Hinterland erweist sich als Kulisse für mexikanische Landschaften durchaus als tauglich.
Es gibt einige Schwachpunkte, die den Filmgenuss entscheidend eintrüben. Vor allem die unterdurchschnittlichen Darsteller scheitern mit Ausnahme vielleicht vom fast schon karikaturesken Patrick Mynhardt daran, echte Stimmung rüberzubringen. Doch sowohl Beau Brummell als auch Keith van der Wat spielen mindestens eine Liga unter ihren italo-amerikanischen Vorbildern. Der Score ist zudem seeeehr uneinheitlich geraten: In seinen stärksten Momenten bietet er eine passende Mixtur aus verfremdeten Pianopassagen, Fuzz-Gitarren und Trompeten an. Doch allzu oft zerschießt er die Stimmung durch völlig missratene Mucke, die eher einer 60s-Seicht-TV-Serie zu Gesichte stünde. Besonders schmerzlich fällt dies beispielsweise auf beim Shoot-Out zwischen dem Major und Hawkeye-Bandido Moses. Geht gar nicht, so was. Schließlich weist der Plot doch zahlreiche Logiklücken auf, die ich trotz heftigsten Nachgrübelns nicht schließen konnte … und, nein, es lag nicht am Rotwein, Compadres ;-).

Eine Lanze brechen muss ich ausnahmsweise mal für die deutsche Synchro, die trotz des ja eher schlappen Casts kräftig Stimmung macht, indem sie alte Spaghetti-Bekannte auffährt und das bis in die Nebenrollen. So war's beispielsweise ein guter Schachzug, Klaus Kindler, die Eastwood-Stimme, auf Beau Brummell zu legen und einen der gewohnte Fernando-Sancho-Synchroner, Martin Hirthe (?), auf Keith van der Wat.
Für den Trash-Afficionado gibt’s neben der schrägen Hawkeye-Figur immer wieder mal kleine Scherze, die auch einem Demofilo Fidani gut zu Gesicht gestanden hätten. Wenn etwa der Major auf eine in die Luft geworfene Erdnuss ballert und diese geschält wieder auffängt … das hat schon was. Oder Moses, der ins Duell mit dem Major mit einer lädierten rechten Hand geht und diesen dazu bringt, aus Fairnessgründen ebenfalls auf links zu wechseln. Ist klar, dass Moses Linkshänder ist. Alter Schwede!

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 22 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Hawkeyes Gang traktiert Lucky mit einer Peitsche und benutzt ihn als Zielscheibe für Wurfmesser-Übungen
  • Dörrpflaumen-Alarm: Hawkeye lässt den verletzten Major im Wüstensand aufspannen

Liebe:

Nope: 0/10

Splatter:

0/10

 

 

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