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Gejagten der Sierra Nevada, Die

Info

OT: 
El Rancho de los Implacables
AT:
5000 Dollari sull’Asso (I)
Los Pistoleros de Arizona

Jahr: SP/I/D 1964
R, B:
Alfonso Balcazar
B:
José Antonio de la Loma, Sandro Continenza, Helmut Harun
K:
Roberto Reale, Carlo Carlini
M:
Angelo Francesco Lavagnino
D:
Robert Woods, Maria Sebaldt, Helmut Schmit, Richard Häußler

Quelle: TV (Das 4.)

 

Inhalt

Gunslinger und Profizocker Jeff Clayton (Robert Woods) gewinnt beim Pokern den hälftigen Anteil an einer Ranch. Da er aber den ursprünglichen Besitzer in Notwehr umlegen muss, fliegt er direkt aus der Stadt. DIE Gelegenheit also, ins vier Tagesritte entfernte Nest Creek Town aufzubrechen, um dort das gewonnene Anwesen in Augenschein zu nehmen.
Creek Town allerdings ächzt unter der der Knute des üblen Jimmie Black (Helmut Schmit) und seiner Mannschaft: Mit Wucher-Krediten treiben sie die Kleinfarmer in den Ruin und nehmen ihnen dann den Besitz ab. Black allerdings ist nur Strohmann für den schmierigen Advokaten Dundee (Richard Häußler), der nun scharf ist auf eben die Ranch, die Clayton zur Hälfte erworben hat. Die andere Hälfte gehört den Geschwistern Greenwood – David (Giacomo Rossi-Stuart) und Helen (Maria Sebaldt) –, von denen besonders letztere dem neuen Teilhaber am liebsten direkt ein Loch ins Beinkleid brennen würde.
Clayton aber, unter dessen glatter Schale ein güldenes Herz puckert, schlägt sich dennoch auf die Seite der Greenwoods, die sich verzweifelt gegen die seehr offensiv vorgetragenen Avancen von Dundees Handlangern entgegenstemmen. Und dann hat David auch noch dank der Gangster eine Mordanklage am Hals, so dass unbedingt der wahre Mörder her muss, um einem Hanfcollier zu entgehen.

Zitate:

Sheriff: „Ich mache Ihnen keine Vorwürfe, aber ich schätze es nicht, dass es in der Stadt einen Revolver gibt, der schneller ist als meiner.“

Dundee: „Mit Streichhölzern kann man nicht nur Zigarren anzünden.“ (Darmwinde sind allerdings hier auch nicht gemeint)

Jeff: „Ein unschuldiger Mann steht unter Mordverdacht. Was meinst du, was mit ihm passiert, wenn du schweigst?“ – Carrancho (Fernando Sancho): „Ich bin kein neugieriger Mensch.“

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser europäisch produzierte Streifen des so emsigen wie talentierte Alfonso Balcazar trägt zwar noch deutliche Verweise in Richtung US-Western, weist aber bereits viele Schnittstellen zum Italowestern auf. So fehlen zwar einerseits die italotypischen Zynismen und Charakterzeichnungen; auf der anderen Seite gibt’s ein paar entsprechende Brutalitäten. Und auch Bud Spencer hatte sich anscheinend einige Anregungen für Klopperei-Choreos von Fernando Sancho geholt. Der Film überzeugt mit Atmosphäre und Fotografie, ist zudem ohne Längen und Hänger inszeniert.
Zwar hätte es für meinen Geschmack gerne die eine oder andere Prügelei weniger sein dürfen, zumal Robert Woods hier auch nicht wirklich überzeugt. Doch insgesamt gehen die Action-Szenen in Ordnung. Was aber gehörig auf die Spannungsbremse drückt, ist der Wissensvorsprung des Zuschauers gegenüber den Protagonisten. So versuchen diese, ab der zweiten Hälfte Sachverhalte aufzuklären, die uns bereits geläufig sind. Hier hat das Buch versäumt, die durchaus vorhandenen Spannungselemente etwas auszuarbeiten. Daran krankt auch der finale Showdown, der für meinen Geschmack zu „amerikanisch“ geraten ist. Was der „klassische“ Italowestern gerne genüsslich ausdehnt, mit zahlreichen Close-Ups garniert, als Höhepunkt geradezu zelebriert, läuft hier nüchtern wenngleich – wahrscheinlich – realistischer ab: Wham, Bam, thank you , Mam.
Während Robert Woods seine Sache zwar gut macht, aber doch noch ein wenig wie ein Giuliano-Gemma-Clon agiert, bietet der für den Plot streng genommen völlig überflüssige Fernando Sancho schon einen Großteil seines späteren Italowestern-Mex-Banditen-Repertoire an: verschlagen, leutselig, brutal, doch ohne die später häufiger zu beobachtende, fast schon sadistische Boshaftigkeit.
Der Score – in der deutschen Fassung mit einem von Ralf Paulsen gesungenen deutschen Titeltrack – weist ebenfalls unübersehbare Italoelemente auf: von den Whistling-Passagen, über entsprechende Gitarren-, Harp- und Tex-Mex-Gebläse-Garnierung. Die von mir gesichtete Fassung wirkt deutlich beschnitten, was insbesondere in einigen Gewaltszenen sichtbar ist. In wieweit diese Kürzungen noch über die sowieso schon gekürzte offizielle deutsche Kino-Fassung hinausgehen, weiß ich nicht.
Alfonso Balcazar kooperierte in den 60ern wie auch hier schon mal mit der Kölner Germania Film, für die er Streifen wie „Operation Taifun“ inszenierte und mitproduzierte.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 13 Gringos, 1 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Carrancho wird von seinen Kumpels angepflockt im heißen Wüstensand zurück gelassen. Er zahlt’s ihnen mit gleicher Münze heim. Nur härter ;-)
  • Jimmy Black lässt einen armen Farmer die Peitsche schmecken, der sich nicht
  • von seinem Hausrat trennen möchte

Liebe:

Helen und Jeff kommen sich gehörig näher. Bis zum Ende reicht’s aber nur
für 2/10

Splatter:

1/10

 

 

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