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Glut der Sonne

Info

OT: 
Dove si spara di più
AT:

La Furia del Johnny Kidd (SP)

Jahr: I/SP 1967
R: Gianni Puccini
B: Bruno Baratti, Maria del Carmen Martínez Román
K: Mario Montuori
M: Gino Peguri
D: Karl Hirenbach (“Arthur Grant”), Cristina Galbo, Andrés Mejuto, Pietro Martellanza (“Peter Martell”), Piero Lulli

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Seit Generationen rappelt’s zwischen den Mounters auf der einen und den Campos auf der anderen Seite, die sich gegenseitig ihr Bleiberecht in Kalifornien streitig machen. Aber nun soll endlich Schluss sein mit dem Verpassen gegenseitiger Bleieinläufe, und so verabredet man sich zum finalen Showdown unter höchstrichterlicher Aufsicht: Wer verliert, soll endgültig das Feld räumen, so die Abmachung. Doch noch bevor sich der Richter vom ordnungsgemäßen Zustand der Ziehungsgeräte überzeugen kann, landen die Mounters entgegen der Regeln in einem Hinterhalt der hinterfotzigen Mexikaner und werden entscheidend dezimiert. Vom Sheriff Cooper (Piero Lulli) der aufgrund eines geradezu paranormalen Ereignisses unauflösbar mit dem jüngsten Campos-Sohn Rodrigo (Pietro Martellanza) verbandelt ist, können die Mounters keine Hilfe erwarten. Noch komplizierter wird die verfahrene Lage, als sich Johnny Mounters (Karl Hirenbach) in Julieta Campos (Cristina Galbo) verliebt, die wiederum dem Sheriff versprochen ist. Mehr als ein paar flüchtige Treffen an geheimem Ort sind nicht drin, dann werden die Liebenden durch die eifersüchtige Barsängerin Rosalind (Maria Cuadra) an die Campos verpfiffen. Eine Tragödie wahrhaft griechischen, oder zumindest Shakespeare’schen Ausmaßes nimmt ihren Lauf.

Zitate

„Tote haben immer unrecht.“ Lefty (Andrés Mejuto) schenkt uns noch 'ne Lebensweisheit)

„Die heilige Mutter Colt kennt sechs Gebote: Lade nach jedem Schuss nach; schieß immer als erster; schieß, um zu töten; pass auf die auf, die sich tot stellen; pass auf einen zweiten Colt auf; dreh nie einem Schießeisen den Rücken zu.“ (Lefty trainiert den etwas unbedarften Johnny)

„Der ist gut! Der putzt die Mandeln gleich mit weg.“ (Ein begeisterter Deputy über Rosalinds Schnaps)

Die Kritik des Gunslingers:

Eigentlich wollte Regisseur Gianni Puccini mit diesem Italowestern nur seinem Produzenten zu Gefallen sein, mit dem er zuvor einige anspruchsvollere Projekte realisieren konnte. Doch heraus kam ein Werk, das wenngleich nicht rundum gelungen, so doch sehr ungewöhnlich ist. Dabei geht’s gar nicht mal um die klassische Storyvorlage – auf Shakespeare wie hier oder Prosper Merimée bezogen sich auch andere Italowestern (beispielsweise „Johnny Hamlet“ oder „Mit Django kam der Tod“) – als vielmehr um die paranormalen Elemente. So sind beispielsweise Rodrigo und der Sheriff dadurch verbunden, weil sie seinerzeit gleichzeitig aufeinander feuerten und die Kugeln sich mittig trafen, so dass beide überlebten. Und am Ende tritt dann sogar noch der Tod (Paul Naschy) in persona als schwarz gekleideter Killer auf.
Die Geschichte selbst, die das „Romeo-und-Julia-Thema“ verarbeitet, erlaubt nicht viel Gestaltungsspielraum, obwohl Pucchini immerhin das durch Shakespeare vorgegebene Ende auf links dreht. Doch spannend ist das alles nicht, zumal auch die Action-Sequenzen eher müde inszeniert sind. Die darstellerischen Leistungen dagegen gehen in Ordnung, wenngleich ich im Diesseits wohl kein Freund mehr werde von Karl Hirenbach, der meiner Meinung nach ein limitierter Schauspieler ist. Gegen bewährte Charaktermimen wie Luis Induni oder Piero Lulli stinkt er einfach ab. Überraschend war für mich dagegen die starke Leistung „Peter Martells“, über dessen Qualis als Sidekick ich mich aber bereits mal geäußert hatte.
Die Kameraarbeit von Mario Montuori ist abwechslungsreich und gekonnt. Gino Peguris melancholischer Score fährt zwar die üblichen Verdächtigen auf - von Gitarren über Bluesharp, Bläser oder Banjo bis hin zu Chören, Whistling und Orgel - ist aber ansonsten von der Melodieführung eher „spaghetti-untypisch“ und am klassischen Kino orientiert.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 45 Gringos, ca. 35 Mexikaner, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

  • Die Campos hetzten ihre beiden Gefangenen Johnny und den Banditen „Left Hand“ (Andrés Mejuto) zu ihrem Vergnügen aufeinander. Dem Sieger winkt die Freiheit. Doch amüsieren tun sich schließlich andere
  • Julieta kassiert durch Rodrigo eine Tracht Prügel, als ihre Liebe zu Johnny auffliegt

Liebe:

Zwischen Johnny und Julieta schnackelt’s beim ersten Blick, doch auf Johnny ist auch Barsängerin Rosalind scharf: 4/10

Apropos: Bei den Dreharbeiten lernten sich Hirenbach und Galbo kennen und lieben. Sie heirateten anschließend, und blieben dies auch bis zu seinem frühen Tod, 1974.

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

Johnny ist fanatischer Abstinenzler

 

 

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