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Hateful Eight, The

Info

OT:
The hateful Eight
AT:

The hateful 8 

Jahr: USA 2015
R, B: Quentin Tarantino
K: Robert Richardson
M: Ennio Morricone
D: Samuel L. Jackson, Walton Goggins, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh 

Quelle: TV (RTL)

 

Inhalt

Wyoming, ein paar Jahre nach Ende des Bürgerkriegs. Auf der Flucht vor einem Schneesturm flüchtet sich eine Kutsche zu „Minnies Miederwarengeschäft“, eine Mischung aus Kneipe, Krimskrams-Laden und Postkutschenstation. An Bord der Kalesche sind die beiden Kopfgeldjäger John „Der Henker“ Ruth (Kurt Russell) mit seiner Gefangenen, der Mörderin Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh), und „Major“ Marquis Warren (Samuel L. Jackson) mit einer Rutsche Leichen, die er im unweit gelegenen Weiler Red Rock versilbern möchte. Zudem gesellt sich noch Chris Mannix (Walton Goggins) dazu, designierter neuer Sheriff von Red Rock.
Als die Kutsche eintrifft, hocken bei Minnie schon weitere Gäste ein: der britische Henker Oswaldo Mobray (Tim Roth), der schweigsame Cowboy Joe Gage (Michael Madsen) und Sandy Smithers (Bruce Dern), Ex-General und lebende Legende der Konföderation. Nicht da sind allerdings Minnie und ihr Ehegespons „Sweet“ Dave, angeblich über die Weihnachtstage zu Minnies Eltern unterwegs. In ihrer Abwesenheit schmeißt der Mexikaner Bob (Demián Bichir) den Laden.
Und gerade die Abwesenheit Minnies macht Marquis stutzig, zumal diese Mexe hasst wie Pickel am Arsch und kaum einem von denen ihr Allerheiligstes anvertraut hätte. Und es ergeben sich weitere Indizien, dass sich in der abgelegenen Kaschemme Finsteres zusammenbraut.

Zitate

Ruth (zu Daisy): „Kleine, weißt du nicht, dass es Schokos nicht mehr mögen, wenn sie Nigger genannt werden? Sie finden das beleidigend.“

Jodie (Channing Tatum): „Sag adios zu deinen Eiern.“

Daisy: „Was hast du getan?! Er wollte sich ergeben!!“ – Warren: „Dauerte zu lange, also hab‘ ich das für ihn übernommen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nach „Django unchained“ erweist Quentin Tarantino auch in seinem folgenden Streifen, dem Western eher italienischer Prägung seine Referenz. Nicht nur ließ er Maestro Ennio Morricone einen eigenen Score verfassen. Sonst ist der gute Quentin ja eher dafür bekannt ist, stilsicher die Rock-Archive zu akustischen Untermalung heranzuziehen. Auch Sergio Corbucci, einer der Tarantino-Faves, bekommt seine Credits: Die Szene, als Kopfgeldjäger Warren mitsamt dreier Kalter der Kutsche zusteigt, ist deutlich vom großartigen Corbucci-Schnee-Western „Leichen pflastern seinen Weg“ inspiriert.
Ansonsten nutzt Quentin Tarantino die Gunst der Stunde, sich ausgiebig selbst zu zitieren: Mit dem schwarzen Kopfgeldjäger knüpft er an den schwarzen Gunslinger aus „Django unchained“ an, die beide den weißen Rassisten zeigen, wo der Bartel den Most holt. Das fast theaterartige Setting findet sich deutlich auch in „Reservoir Dogs“; die Redseligkeit der Charaktere, in „Pulp Fiction“ zum ersten Mal auf die Spitze getrieben, kennzeichnet eigentlich alle Tarantino-Streifen. Ebenso wie die Struktur des Films, der seine Geschichte auch hier nicht linear erzählt. Unterteilt wie zum Beispiel auch „Kill Bill“ in einzelne Kapitel, katapultiert uns eine lange Rückblende in der Mitte des Streifens einige Stunden vor die aktuellen Ereignisse. Damit erklären sich die Motivationen der Charaktere, und wir gehen dann als Checker in die letzte Runde des blutigen Tanzes, in dem auch wieder Peckinpah’sche Zeitlupen zum Einsatz kommen.
Gerne wird hier auch die Agatha-Christie-Karte gezogen. Und tatsächlich gemahnt Marquis Warren an den Privatdetektiv Hercule Poirot, der die Schar der Verdächtigen um sich scharrt und mit messerscharfem Verstand auflöst. So kommt Marquis allein durch seine scharfe Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, eins und eins zusammen zu zählen, der Lösung des Falls ziemlich nah. Dies gelingt John Ruth nicht, der zwar irgendwie auch den Braten riecht, aber die Fäden nicht zusammenkriegt.
Das Ensemble setzt sich vor allem aus bewährtem und nicht zum ersten Mal für Tarantino-Filme gebuchtem Personal zusammen. Von Samuel Jackson über Tim Roth, Walton Goggins, Kurt Russell bis hin zu Michael Madsen ... da gibt’s nüscht zu mäkeln. Tarantino-Novizin Jennifer Jason Leigh macht ihre Sache ebenfalls gut, allerdings ging mir bei ihr ein wenig die deutsche Synchro auf den Zeiger. Für die Höchstnote reicht’s auch nicht, weil das exzessive Gelaber über „Blau gegen Grau“, „verdammte Nigger“ und Eintopfgerichte nicht die Klasse früherer Tarantino-Werke erreicht und für meinen Geschmack zum Teil zu fad daher kommt.

Rating: $$$$

Bodycount:

12

Explizite Brutalitäten:

  • Ruth und Warren fassen Daisy nicht gerade mit Samthandschuhen an. Da schnackelt’s bei etlichen Maulschellen schon mal heftig im Gebälk
  • Morde werden gerne ausgiebig durch Schüsse ins Gekröse zelebriert
  • Ein Schuss direkt in die Kronjuwelen ist auch nicht fein

Liebe:

Es zählt nur Geschwisterliebe, die hier fast sowas wie eine treibende Kraft ist: 2/10


Splatter:

7/10


 

 

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