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Im Staub der Sonne

Info

OT: 
Spara, Gringo, spara
AT:

Tire, Django, tire (F)

Jahr: I/F 1968
R: Bruno Corbucci (“Frank B. Corlish”)
B: Mario Amendola
K: Fausto Zuccoli
M: Sante Maria Romitelli
D: Brian Kelly, Fabrizio Moroni, Keenan Wynn, Folco Lulli

Quelle: DVD (Cine Plus Media/Koch)

 

Inhalt

Nach acht Monaten Knast in Yuma hat Gunslinger Stark (Brian Kelly) die Faxen dick: Er schmiert sich `ne Rutsche Lehm ins Gesicht, macht so auf Leprakranker und schmiert im Zuge der aufkeimenden Panik des Gefängnispersonals die Hacken. Seine neu gewonnene Freiheit nutzt er sinnstiftend dafür, in Mexiko seinen Ex-Komplizen Warner (Roland Bartrop) zu verbleien, der ihm die Auszeit hinter Gittern eingebracht hat. Leider arbeitete Warner für den reichen Rancher Don Quintaras (Folco Lulli), so dass bei der Aktion Starks einige weitere Angestellte Quintaras’ als Kollateralschaden zu beklagen sind. Der Mex verpasst Stark daraufhin ein schickes Hanf-Collier, sieht aber im letzten Moment von der Exekution ab. Stattdessen bietet er ihm einen Job: Söhnchen Fidel (Fabrizio Moroni) ist nämlich über die Grenze verduftet und treibt sich mit der Bande des „Majors“ (Keenan Wynn) rum. Für fünf Riesen plus Freiheit soll nun Stark das Bürschchen zurückbringen. Der „Major“ ist ein alter Kumpel Starks aus Armeetagen, so dass die Kontaktanbahnung schon mal leicht fällt. Dann nutzt Stark auch die Beschränktheit des alten Kameraden aus, der es in Armeetagen nicht umsonst nur zum Corporal gebracht hatte: Mithilfe eines Bauernfänger-Tricks löst er Fidel aus der Bande, doch der hat nicht die Spur von Lust, seine Stiefel wieder unter den heimischen Tisch zu strecken. Nun muss sich Stark mit den dauernden Fluchtversuchen des Jungen abplagen; zudem sind ihm natürlich des Majors Mannen auf den Fersen, und drittens läuft ihm auch noch eine Armee-Patrouille über den Weg, deren Offizier (Rik Battaglia) ihn als Deserteur wiedererkennt und entsprechend behandeln möchte. Als Stark, der sich im Lauf der anstrengenden Reise mit Fidel angefreundet hat, diesen endlich bei Papa abliefert, um die hart erarbeiteten Scheinchen zu kassieren, gibt’s noch mal eine unliebsame Überraschung.

Zitate

Stark: „Ich bin ein Revolvermann. Wissen Sie, was das heißt? Ich werde dafür bezahlt, dass ich Dinge tue, die selbst zu tun meine Auftraggeber zu feige sind. Es ist eine Arbeit wie jede andere.“

Die Kritik des Gunslingers:

Diesen im allgemeinen gut beleumundeten Streifen des jüngeren Corbuccis, Bruno, empfand ich als gelinde Enttäuschung. Atmosphärisch ist der Film zudem uneinheitlich geraten: Solider Staub und Dreck wechseln ab mit sattgrünem Laubwald-Ambiente, was im mexikanischen Grenzland eher selten zu finden ist. Hier ist zu merken, dass Corbucci wohl einige Szenen in Italien nachschießen musste, was dem Ganzen nicht gut bekam. Schauspielerisch köchelt man ebenfalls eher auf Sparflamme. Während Keenan Wynn als Enten liebender Bandit durchaus gekonnt Chargieren vermeidet und Brian Kelly einen passablen Revolverschwinger abgibt, bleibt der Rest des Casts blass bis schwach. Hier ist zuallererst Fabrizio Moroni zu nennen, an dessen Performance lediglich sein knappes Leder-Bolerojäckchen und seine Hipsterfrisur bemerkenswert sind. Zudem fehlen mir persönlich Emotionen und Drama, Baby. Und schließlich, um das Gemoser hier mal abzuschließen, sind die wiederholten Fluchtversuche Fidels leider so unspannend wie unwitzig.
Der Film hat allerdings durchaus seine Qualitäten. Die Wüstenpassage beispielsweise ist atmosphärisch sehr stark und beinhaltet auch gleich eine der zahlreichen skurrilen Episoden: So beschwert sich der an den Händen gefesselte Fidel, dass er zu Fuß latschen muss. Stark hat daraufhin nichts eiligeres zu tun als abzusatteln und sein Pferd *lach* in die Wüste zu schicken, um fortan gemeinsam mit seinem Gefangenen durch den Sand zu stapfen. Ein schönes Beispiel für die aufkeimende Männerfreundschaft.
Auch die Humorismen des ja eher auf hemdsärmelige Komödien spezialisierten Corbucci gelingen, wie etwa der Tierarzt (Ignazio Leone), der einem kranken Schwein ein Bein fürs Abendessen amputiert oder eben der Major, der am liebsten mit seiner Ente Sydney schnäbelt. Dazu liefert Kameramann Fausto Zuccoli viele feine Einstellungen, wenngleich mir’s im Ganzen doch zu glatt fotografiert ist. Der gelungene Score von Romitelli bietet in erster Linie Orgel, elektrische Gitarre und Vibraphon zu kleinem Orchester.

Rating: $$$

Bodycount:

ca. 10 Gringos, 35 Mexikaner, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

Als Fidel wieder auf der Farm seines Vaters aufkreuzt, schlagen ihn erstmal dessen Männer zusammen. Anschließend soll er ans Kreuz geschlagen werden. Des Rätsels Lösung: Fidels Mama (Linda Sini) hatte fremd geknattert. Dafür gibt’s für sie auch ein Stück Blei.

Liebe:

Eine verwitwete Siedlersgattin (Erica Blanc) auf der Durchreise nach Kalifornien wanzt sich verschärft an Stark ran, der davon nicht ganz unbeeindruckt bleibt. 1/10

Splatter:

1/10

 

 

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