Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

In meiner Wut wieg ich vier Zentner

Info

OT: 
El kárate, el Colt y el impostor
AT:

La Dove non batte il Sole (I)
The Stranger and the Gunfighter (US)
Blood Money (US Video)
Kung Fu im Wilden Westen (BRD)

Jahr: Sp/I/HK 1974
R: Antonio Margheriti ("Anthony M. Dawson")
B: Barth Jules Sussman
K: Alejandro Ulloa
M: Carlo Savina
D: Lee van Cleef, Lo Lieh, Julian Ugarte, Manuel de Blas, Femi Benussi, Erica Blanc, Al Tung

Quelle: TV (3Sat)

 

Inhalt

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts dachte sich ein chinesischer Provinzfürst, dass er seine Kohlen in den USA zwecks steigender Renditen anlegen sollte; so schickte er den cleveren wie pummeligen Wang (Al Tung) ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um dort die Penunzen zu vervielfachen. Offensichtlich schien Wang dabei sehr erfolgreich zu sein, denn der Gentleman-Gunslinger und Tresorspezialist Dakota (Lee van Cleef) wird auf den fetten Braten aufmerksam und räubert nun alle Banken aus, in denen Wang ein Konto hält. Blöderweis' erbeutet er dabei nur Fotos von schicken, nackten Damenhintern und einen Glückskeks - Wang hatte nämlich den Ort seines Schatzes auf den Kaffeebohnen von vier Freudenmädchen verewigt, was Dakota erst mal nicht in den Sinn kommt. Beim letzten Rip überrascht ihn Wang nun "in flagranti". Dakota kann den kleinen Moppel nicht mehr davor schützen, in die bevorstehende Safe-Explosion zu rennen, und steht nun als Mörder kurz vor dem Strick.
Derweil in China: der Provinzfürst fühlt sich nach kryptischen Zwischenständen von Wang ziemlich veräppelt und nimmt deswegen dessen Familie in Sippenhaft. Der kampfkunsterprobte Enkel Wang Ho Chiang (Lo Lieh) soll nun überm Teich nach dem Rechten sehen. Dort angekommen erfährt er vom Tod seines Onkelchens, der mysteriösen Erbschaft und vom angeblichen Mörder. Wang jr. lässt sich auf eigene Provokation hin einbuchten, um Dakota in der der Zelle auszuhorchen. Der wiederum kann glaubhaft machen, dass der Tod des ollen Wang ein Unfall war, und so rettet ihn der junge Wang daraufhin vom Galgen.
Mithilfe des Kekses entschlüsseln sie das Geheimnis der Fotos und machen sich auf die Gäule, die vier knackigen Damenpopos aufzusuchen. Doch leider verhalten sie sich dabei nicht gerade unauffällig, so haben sie nach einiger Zeit den sadomasochistischen Laienprediger Yancey Hobbitt (Julian Ugarte), einen geldgeilen Bordellbesitzer (Manuel de Blas) und einen Haufen Mex-Banditen an der Backe...

Zitate

"Sag mal, was heißt denn Popo?" - "Popoooo! Arsch." - "Aha. Arsch." (Dialogwitz vom Feinsten)

"Keuschheitsgürtel... mit welchen Mitteln ihr Pfaffen denn so arbeitet?!" (Noch wundert sich Dakota...)

"Es ist sein Neffe. Arschgucken liegt in der Familie." (...später nicht mehr)

Die Kritik des Sargnagels:

Exploitation-Guru Antonio Margheriti war aber auch wirklich in jedem Metier zu Gange, von dem man sich in den 60ern und 70ern für fünf Pfennich Reibach erhoffte. Ob SciFi, Peplum, Agententhriller, Horror oder eben auch Spaghettiwestern - Toni war dabei und das meist sogar überm Schnitt.
Waren seine früheren Western (u.a. "Satan der Rache", "Fünf blutige Stricke") noch sehr morbide Revenger, verließ er in den 70ern die ausgetrampelten Pfade und versuchte sich in Crossovern wie dem Blaxploitation-Spaghetti "Einen vor den Latz geknallt" (ebenfalls mit van Cleef) oder der hier reviewten Wildeastwest-Klamotte, coproduziert von den Shaw Bros. aus Hongkong. Asia-Anleihen im Spaghetti-Universum waren zu dem Zeitpunkt nix Neues mehr. Mit der Yojimbo-Adaption bei "Für eine Handvoll Dollar" waren sie quasi gar Geburtshelfer des Genres; in "Heute ich ... morgen du!" z. B. funktionierte ein Bösewicht aus dem Land der aufgehenden Sonne schon in den 60ern sehr ordentlich.
Hier allerdings klappt der Zusammenprall der Kulturen leider nicht, zu grundverschieden und klischeehaft präsentieren sich die beiden Genres und wollen sich partout wie Wasser und Öl nicht mischen lassen. Die HK-Leihgabe Lo Lieh erweist sich dazu als darstellerisch unterirdisch und kampftechnisch eher mäßig talentiert. Ein Bruce Lee-RipOff der C-Kategorie, der meilenweit neben die Fresse schlägt, und die Gegner fallen trotzdem um wie die Scheißhausfliegen. Mangelnde Technik und die üblichen übermenschlichen Körperfähigkeiten wurden später noch im Schnitt bis zur Peinlichkeit optimiert, wie z. B. der Rückwärtshüpfer auf eine drei Meter hohe Mauer.
Der einzige Kleister, der die Melange zusammenhält, ist witzigerweise Lee van Cleef, der hier in die große Grabbelkiste greift und etwas mehr rüber bringt als nur den zynisch-coolen Mortimer-Verschnitt. Man glaubt's zwar nicht, aber bis zu einem gewissen Maße war Angel Eyes sogar komödientauglich. Der restliche Cast fällt nicht weiter unangenehm auf. Julian Ugarte bekommt den Priester mit der Inquisitionsmacke gut hin und die Frollein Blanc und Benussi dürfen sich hier von ihrer besten Seite zeigen. *hust
Bis auf den Umstand, Martial Arts nicht ordentlich in Szene zu bringen, ist der Streifen allerdings handwerklich solide auf gutem Margheriti-Niveau. Das zeigt sich bei der Kamera wie beim Score, hier verlässt er sich auch auf kompetente Kräfte wie Ulloa und Savina.
Summa summarum macht das einen zweispältigen Durchschnitter, dessen exotischer Mehrwert weniger im Asia-Mix bestand, denn beim "humorvollen" van Cleef.

Rating: $$$- (Trash: $$$+)

Explizite Brutalitäten:

  • Dakota bekommt von Yancey und seinen Schergen ein paar ordentliche Peitschenstriemen gezogen
  • Yancey versucht per Lagerfeuer unter einem Stahlkäfig einer Chinesin das Arschbackengeheimnis zu entlocken

Liebe:

1/10 - Wang Ho fängt ein überflüssiges Kröschen mit einer Landsmännin an und nervt damit den Zuschauer

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien