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Johnny Yuma

Info

OT: 
Johnny Yuma

Jahr: I 1966
R: Romolo Girolami („Romolo Guerrieri“)
B: Fernando di Leo, Sauro Scavolini, Giovanni Simonelli
K: Mario Capriotti
M: Nora Orlandi
D: Mark Damon, Lawrence Dobkin, Luigi Vannucchi (“Louis Vanner”), Rosalba Neri

Quelle: DVD

 

Inhalt

Der reiche Rancher Thomas Felton (Leslie Daniels) hat in seinem Leben mindestens zwei Fehler gemacht: Erstens hat er die so gierige wie scharfe Samantha (Rosalba Neri) geheiratet und sich so gleichzeitig ihren fiesen Bruder Pedro (Luigi Vannucchi) an die Backe genagelt. Zweitens hat er einen Unfall erlitten und muss sich jetzt auf zwei Rädern fortbewegen.
Felton will nun sein Lebenswerk, eben besagte Ranch und den von ihm gegründeten Weiler Santamargo in jüngere Hände legen, und zwar nicht in die schmierigen Griffel seines Schwagers Pedro. Stattdessen vermacht er alles seinem Neffen Johnny (Mark Damon), den alle nur Yuma nennen. Yuma, Flinkfinger an der Kanone mit gehörig Schlag bei den Ladies, ist auf dem Weg nach Santamargo, muss aber bei seinem Eintreffen feststellen, dass Onkelchen bereits im heißen Wüstensand ruht, genauer gesagt darunter: Samantha und Pedro haben schon für klare Verhältnisse gesorgt und den Mord einem nichtsahnenden Mex (Franco Lantieri) angehängt, sowieso unerwünschter Augenzeuge des Verbrechens.
Nun vergällen den mörderischen Geschwistern noch zwei Dinge das Leben in Saus und Braus, und das ist erstens Johnny und zweitens das unauffindbare Testament Feltons, was Samantha daran hindert, das Anwesen an die Bank zu verscheuern. So heuert sie für 20 Riesen ihre alte Flamme an, den Kopfgeldjäger Carradine (Lawrence Dobkin), um den Nachforschungen anstellenden Yuma zu eliminieren, instruiert aber Pedro, den Gunslinger nach getaner Arbeit gleich mit weg zu räumen. Dem Testamentsproblem versucht sie mit Hilfe ihrer unzweifelhaft vorhandenen Reize beizukommen.
Aber Johnny ist nicht nur fix südlich des Äquators, wenn ihr wisst, was ich meine ;-), sondern lässt sich auch sonst nicht für dumm verkaufen. Und Carradine ist eh eine unberechenbare Größe in dem schmutzigen Spiel.

Zitate

Yuma: „Begrab sie.“ – Sorrito (Fidel Gonzales): „Sie begraben?? Das wäre eine Sünde! Wie kann man 360 Dollar begraben?“ – „Mit einer Schaufel."

Samantha: „Man kann nicht glücklich sein, wenn man arm ist.“

Samantha: „Du hasst mich, nicht wahr?“ – Carradine: „Ich empfinde nicht einmal so viel.“

Carradine zu Pedro: „Hast du was gesagt? ... Dacht' ich’s mir doch: Es gibt nichts zu sagen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Romolo Girolami, Onkel von Enzo Girolami aka Castellari, drehte diesen phasenweise knüppelharten Western unter dem Pseudonym Romolo Guerrieri. Optisch und atmosphärisch klasse in Szene gesetzt und fotografiert, bleiben nur ein paar Ansatzpunkte für Mäkeleien.
Für mich entscheidender Negativpunkt ist hier die Figur des durch Fidel Gonzales verkörperten Mexikaners Sorrito, der für die rudimentär vorhandene Komik zuständig ist. Er dient sich Yuma gleich zu Beginn als Partner in Sachen Kopfgeldjagd an und läuft ihm im Verlauf der Handlung immer wieder über den Weg. Feige, schlitzohrig und etwas weinerlich, nervt er nicht nur kolossal: Der Charakter ist nicht ausreichend entwickelt, so dass er im Film wie ein Fremdkörper wirkt, den man sogar rückstandsfrei hätte weglassen können. Nicht stringent ist auch die Figur des Johnny Yuma: Er wird eingeführt als glatter Revolverschwinger mit Spaß an der Bambule, während er in Wirklichkeit ein Ehrenmann mit Prinzipien ist.
In seinen Figuren, wenn auch nicht vom Look, hat der Streifen fast eine „amerikanische“ Anmutung: Es ist immer klar, wo die Charaktere stehen, ob gut oder böse. Einzige Ausnahme und insofern der einzige „richtige“ Spaghetti-Charakter ist Carradine, der bis zum Schluss indifferent bleibt. Doch die Brutalitäten, etwa der wirklich grausliche Mord an dem kleinen Mexikaner-Jungen oder das Ableben von Pedro sind natürlich Italowestern pur.
Darstellerisch gibt’s keine Ausfälle, selbst der von mir oben gedisste Fidel Gonzales macht seine Sache gut. Klasse gefällt mir wieder Mark Damon, dem ich wie Giuliano Gemma oder natürlich Schorsch Hilton aber sowieso für nüscht richtig böse sein kann. Der Amerikaner Lawrence Dobkin wirkte auf mich anfangs recht farblos, gewinnt aber im Verlauf des Films enorm an Kontur. Dobkin war nicht nur viel beschäftigter Darsteller, sondern seit Ende der 50er-Jahre erfolgreicher Serien-Regisseur, beispielsweise bei „77-Sunset.-Strip“, „Cannon“, „Straßen von San Francisco“, „Munsters“, „Dallas“ und so weiter.
Der Score von Komponistin Nora Orlandi beinhaltet nicht nur einen feinen Titelsong, sondern bietet dazu alles auf, um dem Affen Zucker zu geben, von diversen Gitarren, Trompeten, Harp und Kirchenglocken über Chöre und melancholische Flöteneinlagen bis hin zu Whistling und Banjo. Dazu hat sie den beiden Hauptprotagonisten – Yuma und Carradine – jeweils ein musikalisches Thema zugeordnet.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca. 41 Mexicanos und Gringos, 1e Frau, 1 Kind

Explizite Brutalitäten:

  • Yuma, der sich aufgrund einer Verwechselung als Carradine ausgibt, fliegt nach der Begegnung mit Samantha natürlich auf, und es setzt kräftig Dresche von Pedros Schlägern. Pedro selbst versucht ihn mit einer Holzlanze nach Art der alten Rittersleut' zu killen
  • Pedros Schergen legen Peones nur zum Spaß um
  • Yuma schallert der guten Samantha ein paar, dass fast das Gebiss fliegen geht
  • Pedro ermordet mit Faust und Stiefel einen kleinen Mexikanerjungen, der Yuma nicht verraten will
  • Johnny bricht Pedro laut krachend einen Arm, um ihn kurz darauf mit fein dosierter Bleizuführung umzulegen

Liebe:

Es gibt Sex, aber Liebe? Oder ist das vielleicht doch das Gleiche? 0/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Die Saloontheke besitzt einen „Radau-Schutz“ zum Herunterkurbeln, um die Pullen bei ausgedehnten Streitigkeitenzu schützen
  • Felton hat sein Testament in einem Spezialsafe versteckt, den nur Johnny finden und öffnen kann. Dies geschieht mittels einer Kombination und vorgesehenem Schusswaffengebrauch

 

 

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