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Nebraska Jim

Info

OT: 
Ringo del Nebraska
AT:

Ringo de Nebraska (El Rancho maldito) (SP)

Jahr: I/SP 1966
R: Antonio Román (“Anthony Roman”), Mario Bava (nicht kreditiert)
B: Jesus Navarro, Antonio Romàn, Adriano Bolzoni
K: Guglielmo Mancori
M: Nino Oliviero
D: Ken Clark, Piero Lulli (“Peter Carter”), Yvonne Bastien, Renato Rossini (“Red Ross”)

Quelle: DVD (Koch) Dank fürs Rezi-Exemplar

 

Inhalt

Marty Hillman (Alfonso Rojas) ist nicht wirklich nett: Einst beteiligt am Ripp einer Bank in El Paso, hat er seinen alten Kumpel an den Galgen geliefert, dessen jung Töchterlein Kay (Yvonne Bastien) zwangsgeehelicht und sich mit dem Zaster aus dem Bankraub aus dem Staub gemacht. Nun lebt er als braver Farmer zwar mit 50 Riesen im Sparstrumpf und einer scharfen Ehefrau im Bett, hat aber leider wenig Freude an beidem, doch umgekehrt viel Ärger am Hacken. Seine Gattin nämlich hasst ihn bis aufs Blut und möchte ihn am liebsten tot sehen, und die ehemaligen Mitglieder der El-Paso-Gang haben sich unter Führung des üblen Bill Carter (Piero Lulli) in der Nähe niedergelassen, um dem Verräter die Pennunzen wieder abzuluchsen. Carter ist außerdem schon seit ihren Kindertagen scharf auf Kay.
Als eines Tages ein Fremder namens Jim (Ken Clark) bei Marty aufkreuzt und sich als überaus gewieft an der Kanone erweist, heuert er ihn mit Kusshand für 200 Riesen plus Verpflegung an. Jim macht sich mit seiner geradezu penetrant rechtschaffenen Art wenig Freunde und liegt bald schon mit der Bill-Carter-Family schwer über Kreuz. Carter, der sich in der Vergangenheit einen gewissen Machtstatus im Gemeinwesen verschafft hat, lässt den daueralkoholisierten Sheriff (Livio Lorentzon aka „Charles Lawrence“) umnieten, um den Mord dem guten Jimbo in die Stiefeletten zu schieben. Dieser, nun auf der Fahndungsliste, legt nun harte Bandagen an, um die zuerst recht verworrenen Zusammenhänge zu klären.
Aufgrund seiner Nachforschungsergebnisse, die allerhand Kot ans Tageslicht fördern, kann er den neuen Sheriff Brack (Antonio Gradoli aka „Anthony Caldwell“) und die Bürger auf seine Seite ziehen. Jetzt lässt auch Carter den letzten Rest seines eh recht knapp bemessenen gutbürgerlichen Deckmäntelchens fallen.

Zitate

Carter: „Willst du nicht meine Füße küssen? Das ist so üblich bei uns.“ – Jim: „Lass das nicht meine Pistole hören, sonst geht sie los.“

Carter: „Mit mir kann man doch auskommen: Man muss bloß tun, was ich sage.“

Brack: „Na, an dir hat man `ne Stütze. Was ist: Bist du nun Sheriff-Stellvertreter oder bist du`s nicht?“ – Deputy: „Na ja, unter anderem. Hauptberuflich verkaufe ich Viehfutter.“

Die Kritik des Gunslingers:

Gerne und ausgiebig wird dieser Streifen beworben mit der Beteiligung Mario Bavas an der Regie. Doch was genau letzterer zum Gelingen des Streifens beizutragen hatte, ist nebulös. Einigen Quellen zufolge übernahm er bereits kurz nach Drehbeginn den Regieschemel komplett vom kreditierten Spanier Antonio Román; andere Beteiligte, wie Renato Rossini, erzählen, Bava habe eher eine Nebenrolle gespielt, durch seine Kreativität aber maßgeblich zum Halten des schmalen Budgets beigetragen.
Wie auch immer: Herausgekommen ist eine flott inszenierte Hybride aus Ami- (z.B. Look) und Italowestern, der allerdings einen Platz in der Oberliga verfehlt. Hauptschwächen des Streifens sind zum einen der Plot und zum anderen die Montage. Da entstehen durch ungeschickte Schnitte, die zudem kräftig den Rhythmus des Films aus dem Takt bringen, immer wieder seltsame Übergänge. So wird nicht nur einmal ein potenziell wichtiger Dialog unmotiviert meinetwegen durch eine Reitszene unterbrochen und nicht wieder aufgenommen. Die Geschichte schwächelt vor allem beim Setting: Warum etwa haben Bill Carter und seine Truppe den guten Marty nicht einfach vorher schon mal kurzerhand intensiv über das Versteck des Zasters „ausgefragt“, anstatt sich erst umständlich selbst ’ne Ranch zuzulegen und die schlaffen Bürger aus Daffke zu zwiebeln. Ist mir nicht klar geworden. Schlussendlich geht’s dann ja auch ;-).
Ansonsten ist der Streifen grundsolide und phasenweise sogar recht rau geraten: So schaut etwa die Kamera tapfer hin, wenn Lulli dem guten Clark mit einer abgebrochenen Bierpulle zu Leibe rückt, und Einschusslöcher sind ebenfalls ein paar Mal deutlich manifest. Schauspielerisch gibt’s keine richtigen Ausfälle. Besonders Piero Lulli macht einmal mehr und höchst unterhaltsam auf bösartigen Zeitgenossen. Yvonne Bastien, Gattin Románs, ist sehr knackig, und auch der irgendwie schwerfällig wirkende Ami Ken Clark(, der zu Beginn der 60er zuerst in Peplums im italienischen Kino auftauchte, füllt seine Rolle aus *Lach. Guglielmo Mancori an der Kamera liefert ein paar nette Einstellungen, und der Score von Nino Oliviero ist mit Akustik-Guitarra, Trompete, schmaler Bläsersektion und Whistling-Passagen sehr angenehm zu hören.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 8 Gringos, 1 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

  • Frauen, insbesondere Kay, kriegen schon mal Haue oder werden mit brennenden Zigarren bedroht
  • Zwei Banditen schlagen sich vor hungrigen Mexikanern hemmungslos und ungustiös den Wanst voll und verarschen die dabei auch noch

Liebe:

Kay sieht in Jim die Chance, ihrem Dasein zu entfliehen. Dementsprechend hemmungslos schmeißt sie sich ihm an den Hals; hat aber keine Zukunft: 1/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

Jim verlangt’s einmal nach Milch, bevor er wieder auf Whisky umsteigt


 

 

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