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Schweinehunde beten nicht

Info

OT: 
I Vigliacchi non pregano 

AT:
El Vengador del Sur

Jahr: I/SP 1969
R: Mario Siciliano (“Marlon Sirko”)
B: Ernesto Gastaldi
K: Gino Santini
M: Manuel Parada
D: Gianni “John” Garko, Ivan Rassimov (“Sean Todd”), Roberto Miali (“Jerry Wilson”), Elisa Montes

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Eine Yankee-Patrouille nähert sich in unzüchtiger Absicht der Butze des Confed-Veteranen Bryan Clarke (Gianni Garko): Zwar ist der Bürgerkrieg vorbei, doch am Ende des ungebetenen Besuchs ist Clarkes Verlobte (Susanne Martinkova) tot, und er selbst leidet unter akuter Bleivergiftung. Ein Fremder, Daniel (Ivan Rassimov), ebenfalls durch den Krieg entwurzelt, rettet Bryan das Leben, der aufgrund der Sonderbehandlung durch die Yankees auch noch eine amtliche Amnesie davongetragen hat. Bryan revanchiert sich, indem er Daniels kleinen Bruder Robert (Roberto Miali) aus den Händen einer Bande Deserteure freischießt.
Von nun an geht’s zu dritt weiter. Da das Trio komplett abgebrannt ist, nimmt Bryan von seinem früheren Captain Murray (Julio Peña), inzwischen windiger Geschäftemacher, gerne einen Job an: Für drei Riesen soll er den durchgeknallten Gunslinger Art Blake (Manuel Galiana) liquidieren, Sohn eines örtlichen Großgrundbesitzers und Konkurrenten. Clarke legt Blake um und lässt es sogar nach fairem Duell aussehen. Aber er kann  nicht kassieren, da Blakes Schergen Murray aus Rache ebenfalls eingedampft haben.
Nun trennen sich die Wege unseres Trios: Daniel und Robert sind von Bryans zunehmend gewalttätigen, psychotischen Treiben abgestoßen und lassen sich im Weiler Fort City als Sheriffs anheuern. Bryan hingegen scharrt die Reste von Blakes Mannschaft um sich – den alten Blake hat er en passant auch gleich erledigt – und wird zum Gesetzlosen.
Schon bald flattert den Brüdern ein Steckbrief Clarkes ins Haus, auf den inzwischen 5.000 Lappen ausgelobt sind. Aus alter Verbundenheit wollen die Beiden dem Gutsten trotz allem die Flucht nach Mexiko ermöglichen. Aber Psycho-Bryan überspannt den Bogen.

Zitate

Daniel: „Wo ist der Sheriff?“ – Einwohner: „Der ist schwer zu finden. Der besteht nämlich nur noch aus Löchern.“

Blake: „Du weißt, dass du so gut wie tot bist?“ – Bryan: „Nein, das höre ich zum ersten Mal.“

Bryan: "Sie schulden mir 2.000 Dollar, weil ich Ihren Sohn umgelegt habe.“ – Blake Sr.: „Sie sind ein stinkender Bastard, Bryan.“ (Bryan treibt Außenstände ein)

Die Kritik des Gunslingers:

Mario Siciliano, dessen Produzenten-Meriten im Genre deutlich höher sind als seine Regieleistungen, hat hier eigentlich ziemlich viel richtig gemacht. So scharrte er einiges an Personal aus dem von ihm produzierten Streifen „Sartana“ um sich, den sein Kumpel Alberto Cardone inszeniert hatte. Darunter auch Drehbuchautor Ernesto Gastaldi, der ein wuchtiges, doch überfrachtetes Konvolut aus genretypischen Versatzstücken verfasst hat, als da wären Rache, Gier, Clan-Krieg oder Freundschaften, die zu Feindschaften werden.
Ein wenig „Sartana“ finden wir auch hier. So lässt der großartige Gianni Garko seine Performance aus nämlichem Streifen noch einmal aufleben, diesmal allerdings in der Hauptrolle. Er gibt dem psychischen Abstieg des aus der Bahn geworfenen Bryan Kontur. Scheinen die Ausraster anfangs noch unmittelbar auf das traumatische Erlebnis zurückzuführen sein, so verselbstständigen sie sich im Verlauf immer weiter. Am Ende sind sie unumkehrbar und haben aus einem Mann, der eigentlich nur seine Ruhe haben wollte, einen unberechenbaren Killer geformt, der wahllos tötet und die Grenze zum Wahnsinn bereits überschritten hat. Ebenfalls sehr überzeugend agiert Ivan Rassimov, der den moralischen Gegenpart Bryans verkörpert und somit den schauspielerisch sicher weniger zufriedenstellenden Part innehat.
Dank Garko und Rassimov kann der Streifen im letzten Drittel sein dramatisches Potenzial sogar weitgehend heben. Neben diesen Beiden kommt der Rest des „tragenden“ Casts, also in erster Linie Roberto Miali und Elisa Montes, kaum zur Geltung. Die Basis bilden wieder erprobte und bekannte Genre-Gesichter: Luis Induni, Francisco Braña, Julio Peña, José Jaspe oder Luis Barboo und Luciano Pigozzi. Weitere Pluspunkte sind die gute Kameraarbeit und der Score von Manuel Parada. Der Einsatz der Stopfposaune erinnerte mich sofort an den „Gehetzten der Sierra Madre“, meine ich zumindest ;-). Ansonsten haben wir Chöre, die sich in einem wohlbereiteten Streicherbettchen suhlen, Akustikgitarre und Spinett mit dezentem Gebläse- und Orgeleinsatz.
Was dem Streifen eine höhere Note versagt, ist, neben einigen Ungereimtheiten, vor allem die Episode, die die Brüder bei ihrem Sheriffs-Dasein begleitet. Hier verliert der Film komplett seinen Fokus: Während Bryan aus der Handlung verschwindet, sehen wir Daniel und Robert dabei zu, wie sie in Fort City einen seit langem schwelenden Familienkrieg schlichten müssen. Das Tempo geht dermaßen in die Knie, dass sich Langeweile breit macht. Immerhin hat’s hier wenigstens eine gut gemachte Duell-Szene.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca. 16, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

  • Yankees, die sich als „Polizisten“ ausgeben, missbrauchen die Gastfreundschaft der Familie Clarke
  • Art Blake lässt einen mutmaßlichen Dieb die Knute schmecken
  • Bryan killt Gangmitglied Rod (Francisco Braña), nachdem der durch eine Verletzung das Tempo der Bande nicht mehr gehen kann

Liebe:

Julie Blake (Elisa Montes) ist Bryan hörig; dem steht der steigende Wahnsinn für ein geregeltes Gefühlsleben im Wege *lach*: 1/10

Splatter:

2/10

Spezialitäten:

  • Art und Bryan duellieren sich im Dunkeln mit brennenden Zigarren als einzigen Orientierungspunkten
  • Bryan und Tom (Luis Induni) ziehen ihr Duell nach Art der alten Rittersleut’ durch
  • Felix Perkins und Daniel müssen ihr Shoot out als modifiziertes „Russisches Roulette“ durchführen: Zwei Colts, aber insgesamt nur eine scharfe Kugel


 

 

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