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Straight to Hell

Info

OT:
Straight to Hell
AT:
Straight to Hell returns (Director's Cut 2010)

Jahr: GB/USA/SP 1987
R: Alex Cox
B: A.C., Dick Rude
K: Tom Richmond
M: "Pray for Rain"
D: Sy Richardson, Dick Rude, Joe Strummer, Courtney Love, The Pogues, Elvis Costello, Biff Yeager, Dennis Hopper

Quelle: VHS (Starlight)

 

Inhalt

Das Pärchen Norwood (Sy Richardson) und Velma (Courtney Love), der Jungspunt Willy (Dick Rude) und der Engländer Simms (Joe Strummer) sind höchst erfolglose Berufskriminelle und alles andere als professionell. Nachdem sie in Mexiko einen Mordauftrag eines gewissen Mr. Dade (Jim Jarmusch) im wahrsten Sinne des Wortes verpennt haben, schwenken sie aufgrund leerer Taschen auf Banken-Rip um. Der klappt zwar und ist auch ziemlich einträglich, doch leider hat man bei der Fluchtvorbereitung gepennt und Diesel statt Normalbenzin in den Wagen fließen lassen. Und so strandet man nach einer Weile mitten in der Wüste im Nirgendwo bei einem kleinen namenlosen Weiler.
Vorsichtshalber wird die Beute vergraben; zu Recht, wie sich nach Besuch des Städtleins herausstellt. Das Kaff wird von der Sippe der McMahons beherrscht, immer auf der Suche nach schnellem Bargeld und hochwertigem Kaffee (?!). Auch die sonstigen Bewohner sind alles andere als freundlich gestimmt; als jedoch durchsickert, dass die vier Spießgesellen im Besitz prall gefüllter Dollarkoffer sind, arrangiert sich der gesamte Stadl recht schnell mit den undurchsichtigen Fremden.
Die latente Geldgeilheit aller Anwesenden führt allerdings auch zu fortwährenden Spannungen und wandelnden Koalitionen. Als die intrigante, durchgeknallte Molly ihren Opa McMahon in die ewigen Jagdgründe schickt, eskaliert die Situation vollständig und man bläst zur großen Abrechnung. Jeder für sich alleine...

Zitate

"Sonntag morgens trink ich meinen Kaffee immer schwarz." - "Sportschau gesehen?" - "Elvis ist der Größte" (Dialoge aus der Hölle *lach)

"Wieviel hast du denn das letzte Jahr gemacht?" - "200 Dollar" - "Das ist doppelt soviel wie Simms und ich zusammen" (Die Zeiten sind hart)

"Gib mir mal ´ne Waffe." - "Finger Weg! Bullen bekommen nur Steine." (So ist´s recht ;-) )

"Drei Cerveza und ´nen Shirley Temple für meine Alte." (Norwood hat ein Herz für Schwangere)

Die Kritik des Sargnagels:

Zuerst ein kurzer Exkurs an den Anfang der 80er Jahre: In Mittelamerika brennt ordentlich der Busch. In Nicaragua konnten zwar die Sandinisten endlich die Militärdiktatur Somozas abstreifen, mussten sich aber daraufhin mit ihrem zarten republikanischen Pflänzchen der Angriffe der massiv US-unterstützten Contra-Rebellen erwehren.
International erregte das zwar großes Aufsehen, es geschah allerdings wenig. Um das Thema am Köcheln zu halten, fand sich Mitte der 80er ein wilder Künstlerhaufen zusammen; zuerst war ein großes Benefiz-Konzert geplant, was allerdings an fehlenden Sponsoren und Unterstützung, sprich: der Kostenfrage, scheiterte. Man einigte sich daraufhin, einen Film zu drehen, in dem alle ursprünglich Konzert-Beteiligten und Freunde einen honorarlosen Auftritt hatten. Heraus kam dabei "Straight to Hell". ;-)
Alex Cox, erwiesenermaßen ordentlich spaghettifiziert und mit einigen filmwissenschaftlichen Veröffentlichungen gebenedeit, wollte schon immer mal was Schönes in Almeria drehen, und konnte sich so seinen Traum vom (Pseudo-, Neo-, Sonstwas-)Western erfüllen. Der Streifen ist gespickt mit liebevoll verwursteten Italowestern-Klischees, allerdings auch durchdrungen von Cox´ schrägem britischen Humor, mit dem er subversiv seine Anliegen würzt. Oben genannte Kaffeesucht z. B., die Bigotterien des ortsansässigen Pfarrers oder der große Mann im Hintergrund namens "I.G. Farben" *hüstel.
Der Cast ist natürlich absoluter Kult. Da sieht man die babyspeckige Courtney Love in ihrer Prä-Cobain-Phase und kann sich plötzlich vorstellen, warum der Gustste sich mit Schrot ins Nirvana geballert hatte. In kleineren Nebenrollen sind Jim Jarmusch, Dennis Hopper, Grace Jones und Elvis Costello zu bewundern, den Großteil der McMahon-Sippschaft bestreiten die Pogues. Herausragend allerdings Cox´ Stammschauspieler Sy Richardson und Clash-Legende Joe Strummer. Der Mann ist einfach nur schweinscool. Achja, der Soundtrack übrigens auch.
Finalemente: Puristen, denen schon bei den Spaghettikomödien der Kamm schwillt, werden "Straight to Hell" als Werk eines Ketzers ansehen. Cox-Fans, Trashos und bewusstseinserweiterte Afficionados allerdings haben einen Höllenspaß.

$$$$+ (Trash: $$$$$-)

 

 

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