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True Grit

Info

OT:
True Grit

Jahr: USA 2010
R, B: Joel & Ethan Coen
K: Roger Deakins
M: Carter Burwell
D: Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Barry Pepper

Quelle: TV (Pro 7)

 

Inhalt

Tom Chaney (Josh Brolin) ist nicht nur ein übler Galgenstrick, sondern auch Hochprozentigem überaus zugetan. So killt er seinen Arbeitgeber bei einem spritbefeuerten Streit. Der Mörder setzt sich ab ins fürs Gesetz unerreichbare Indianerland und schließt sich der Gang von „Lucky“ Ned Pepper (Barry Pepper) an.
Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, doch dem sei Mattie Ross (Hailee Steinfeld) vor, 14-jährige Tochter des Erschossenen, die den Killer tot sehen will. Für 50 Mücken Anzahlung heuert sie in der nächsten Provinzstadt Reuben „Rooster“ Cogburn (Jeff Bridges) an: Teilzeit-Marshall, Quartalssäufer und Ex-Bandit mit einer beeindruckenden Abschussliste, nur bekannt als „Mann ohne Gnade“.
Cogburn kassiert zwar die 50 Dollar, trifft jedoch ein zusätzliches Abkommen mit dem Texas-Ranger LaBoeuf (Matt Damon), der wegen eines anderen Mordes ebenfalls hinter Chaney her ist. Die Beiden wollen Tommie-Boy nach Texas schaffen, um dort ein hohes Kopfgeld zu vereinnahmen. Das ist jedoch nicht ganz in Matties Sinn, die Rache will und den alten Rooster schließlich doch auf Linie bringen kann. Aber inzwischen scheint die Spur der Pepper-Bande erkaltet zu sein, und Rooster mehr an seinem umfangreichen Vorrat an Flachmännern interessiert, denn an Auftragserfüllung. Aber Aufgeben kommt für Mattie nicht in Frage.

Zitate

Rechtsanwalt: „Wie viele Angehörige der Familie Warton haben Sie erschossen?“ – Rooster: „Aus dem engeren Kreis?“

LaBoeuf: „Ich bin Texas-Ranger.“ – Mattie: „Na, dann sind Sie ja eine ganz große Nummer dort. In Arkansas sollten Sie aufpassen, dass Sie der Titel und der ganze Schnickschnack nicht zur Witzfigur macht.“

LaBoeuf: „Das ist keine Verbrecherjagd mehr … das ist ein Besäufnis.“

Rooster: „Die Zunge ist halb durch. Wollen Sie warten, bis es heilt oder soll ich’s gleich abreißen?“

Rooster: „Den Letzten, der reingeht, werde ich erschießen. Dann ha’m wir sie im Sack.“ – Mattie: „Von hinten??“ – „Dann wissen die gleich, dass wir es ernst meinen.“

Mattie: „Sie scheinen die Ruhe selbst zu sein.“ – Rooster: „Och, das bisschen Scheibenschießen.“ (Auf die Banditen wohlgemerkt ;-))

Die Kritik des Gunslingers:

Ich hatte mich eigentlich schon immer gefragt, warum die Coen-Brüder als Liebhaber amerikanischer Mythen bis dato noch keinen „echten“ Western vorgelegt haben. Nun hier ist er also, und zwar eine Literaturverfilmung, an der sich das erste Mal 1968 Henry Hathaway versuchte. Mit der Hauptrolle in „Der Marshall“ gewann übrigens John Wayne seinen ersten und einzigen Oscar.
Nun gut, aber hier geht’s mir wie den Coens: An „Der Marshall“ habe ich nur dunkle Erinnerungen, so dass ich diesen Streifen als Vergleichsmöglichkeit völlig ausklammere. Aus den gleichen Gründen kam es den Coens nach eigenem Bekunden nicht darauf an, ein Remake zu erschaffen, sondern eine Verfilmung, die der literarischen Vorlage gerecht wird. So sammelte man die übliche „Coen-Familie“, also unter anderem Kameramann Deakins und Komponist Burwell, und auf ging’s diesmal nach Wild West.
Was hier ein allerdings ein wenig fehlt, ist der Coen’sche Humor, der sich nur ab und an Bahn bricht und sich hauptsächlich auf die Typenauswahl beschränkt. Der Coen-erfahrene Jeff Bridges und auch Matt Damon geben ein klasse gegensätzliches, nennen wir es Buddy-Team ab: Zauselbärtig und cool-vergammelt der eine (Bridges), glattrasiert und straight bis zur Karikatur der andere. Dazu gibt’s jede Menge Westerner-Gequatsche, das vor allem Bridges aus dem Zauselbart entlässt und aus der Klischee-Kiste stammt: Wer legte wen um und wer haute jenem aufs Maul. So in der Preislage, wird die arme Mattie vollgeschwallert. Überhaupt Mattie: Die damals wirklich erst 13- oder 14-jährige Hailee Steinfeld ist die Entdeckung des Streifens. Abgezockt, verhandlungsstark, eloquent und geschäftstüchtig ist sie die eigentliche Erwachsene im ganzen Geschehen. Während beispielsweise Rooster und LaBoeuf Dominanzspielchen betreiben, wer zum Beispiel am besten auf ein durch die Luft segelndes Maisbrötchen ballert, bleibt Mattie cool und bestimmt die Prämissen. Sie dreht Cogburn aus bröselndem Tabak seine Stickies und baut den phasenweise deprimierten LaBoeuf wieder auf.
Rund, aber nicht ganz on top.

Rating: $$$$+

Bodycount:

ca. 11 Gringos

Explizite Brutalitäten:

Bandit Quincey (Paul Rae) rammt seinem verwundeten Kumpel Moon (Domhnall Gleeson) ein Messer in die Hand, um zu verhindern, dass er mit Rooster ins Plaudern gerät. Dabei gehen einige Finger fliegen.

Liebe:

0/10

Splatter:

3/10

Spezialitäten:

LaBoeuf benutzt einen Sharps-Karabiner, ein spezielles Präzisionsgewehr.
Auf die Firma Sharps geht im Übrigen der Begriff „Sharpshooter“ (Scharfschütze) zurück: Im Sezessionskrieg hatten sowohl Yankees als auch Konföderierte entsprechend ausgerüstete Einheiten.

 

 

 

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