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Um sie war der Hauch des Todes

Info

OT:
Los Desesperados

AT:
Quei Disparati che Puzzano di Sudore e di Morte

Jahr: SP/I 1969
R, B: Julio Buchs
B: Ugo Guerra, José Luis Martinez Borguine, Alberto De Mendoza
K: Francisco Sempere
M: Gianni Ferrio
D: Jorge Hill (“George Hilton”), Ernest Borgnine, Leo Anchoriz, Alberto De Mendoza

Quelle: DVD

 

Inhalt

Südstaaten-Corporal John Warner (Jorge Hill) hat sein Scherflein zur Völkerverständigung beigetragen und die Mexikanerin Rosa geschwängert. Die Niederkunft erweist sich als blümerant. Also desertiert der Gutste kurz vor einem Scharmützel gegen die Yankees, um der werdenden Mutter in ihrem Heimatkaff Los Cedros beizustehen und sie auch gegen den Widerstand ihrer Familie zu ehelichen. Zwar fangen ihn die Südstaatler wieder ein, doch Warner gelingt mit zwei Kameraden die Flucht, kurz bevor’s an die Wand geht.
Aber in Los Cedros wütet nicht nur die Cholera, auch Rosa hat die Geburt des Sohnes nicht überlebt. So drückt ihr Vater, der reiche Haciendero Don Pedro Sandoval (Ernest Borgnine), dem verhassten Gringo das Baby in die Hand und weist ihm unmissverständlich die Tür. Damit ist Warners Pechsträhne aber noch nicht vorüber. Aus Angst vor der Cholera verweigert man seinem inzwischen fiebernden Säugling überall Hilfe, so dass Warner bald auch sein Söhnchen beerdigen muss.
Das darf nicht ungesühnt bleiben, und so sammelt Warner neben seinen beiden Fluchtkumpels Lucky (Alberto De Mendoza) und Sam (Antonio Pica) sowie dem zwischenzeitlich dazu gestoßenen Ex-Laienbruder Don Pablo (Leo Anchoriz) drei weitere Galgenstricke um sich. Die Gang nimmt nicht nur Rache an den hartherzigen Landbewohnern, sondern betreibt auch darüber hinaus ein lukratives Geschäft aus Raub und Repression. Doch letztlich zählt nur eins: Warners finale Abrechnung mit Don Sandoval.

Zitate

Warner: „Das Leben ist nur noch zum Kotzen.

Die Kritik des Gunslingers:

Ein wirklich finsteres Stückchen Westernkost, was uns der Spanier Julio Buchs mit überwiegend spanischem Cast serviert. Wir erleben zwei eigentlich integre Charaktere, die aufgrund äußerer Entwicklungen und des Unvermögens, über den eigenen Schatten zu springen, schuldig werden. Auf der einen Seite steht John Warner, Zierde seiner Kompanie, der sich für kein Himmelfahrtskommando zu schade ist. Ihm sehen wir dabei zu, wie er von einem durchaus umgänglichen Sympathieträger zu einem brutalen Racheengel retardiert, der nicht mehr in der Lage ist, Maß zu halten. Sandoval andererseits ist der eigentlich Schuldige an der sich entwickelnden Tragödie, obwohl er ursprünglich nur sein geliebtes Töchterchen vor einem Missgriff bewahren wollte. Durch anfangs Stolz, später fanatischen Hass, den er und seine älteren Söhne dem unerwünschten Gringo entgegen bringen, verhindern sie nicht nur zuerst die Eheschließung, sondern verursachen später auch den Tod des Säuglings.

Diese Konstellation, bei der keiner der Beteiligten „klein beigeben“ kann, ist ein reinigendes Feuer am Schluss unausweichlich, was uns der Film dann auch derbe und fein inzeniert serviert. Und so ist der ganze Streifen getragen von einer düsteren Stimmung, in der der Tod allgegenwärtig und letztlich die einzige Möglichkeit ist, Dinge zu verändern. Schon der Einstieg ist stark: Ein Yankee schleicht verstohlen über ein leichenübersätes Schlachtfeld und raubt die Toten aus. Hier mal ein Finger mit dem Bajonett amputiert, dort mit dem Messer ein Goldzahn herausgebrochen, da wiederum die Provianttasche geplündert. Bis er an zwei (Hilton, Pica) gerät, die sich nur totgestellt haben und ihn per Bajonett ins Gekröse kaltmachen. Die Szene hat zwar nicht viel mit den nachfolgenden Geschehnissen zu tun, gibt aber den atmosphärischen Takt vor.
Endzeitstimmung: hier die Toten aus diversen Raufhändeln, dort die cholerageplagte Gemeinde, und das dazu gut fotografiert von Francisco Sempere, der immer wieder mal eine subjektive Kamera einbaut und dazu selbstredend die spaghettitypischen Besonderheiten wie Close-ups beherrscht. Was auffällt: Größere Gemetzel finden allesamt Offscreen statt: Die Kamera zeigt nur Hände, die Waffen abfeuern und anschließend die Leichen, was dank der Regie von Buchs funktioniert und nicht aussieht, als müsse man Produktionsknatter einsparen. Was wohl in der Tat der wirkliche Grund war ;-). Etwas schleppend wird das Tempo dann leider im Mittelteil, bis die John endlich daran geht, seine Rache zu verwirklichen. Das wirkt teilweise etwas uninspiriert.
Schorsch Hilton, in dem ich schon immer viel mehr als das Western-Kasperle gesehen habe, meistert auch diese knochenernste Rolle mit Bravour. Noch stärker, aber auch deutlich mehr gefordert ist Ernest Borgnine, dessen Charakter zerrissen ist zwischen dem Bild, das er nach außen zu geben hat und seinen wahren Gefühlen. Richtig toll etwa die Szene, in der er allein um seine gestorbene Tochter trauert, nachdem er sie vorher vor einer Angestellten theatralisch verstoßen und jedes Andenken an sie in seinem Haus verboten hat. im Hintergrund wurstelt allerhand genrebekanntes, auch überwiegend spanisches Personal: von Dan van Husen mit einem Miniauftritt vor dem Abtritt *lach* und José Manuel Martín, Georges Rigaud, Luis Barboo, bis Andrés Mejuto, Gustavo Rojo und vielen mehr.
Gianni Ferrios Score ist entsprechend „mollig“ gehalten mit Streichern, Trompete und Spinett, gespickt mit Flötentrillern und einer klagenden Edda Dell’Orso.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca. 16 Gringos, 13 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

John ersäuft einen Farmer wegen unterlassener Hilfeleistung in einem Eimer voller Kuhmilch.

Liebe:

Nope, Sir. Es gibt einvernehmlichen Sex, etwa mit der süßen Maria Paz Pondal, oder die versuchte Vergewaltigung von Annabella Incontrera durch José Manuel Martín. Letztere bietet sich dann aber in ihrer Not aktiv an: 0/10

Splatter:

3/10



 

 

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